Astrid Korten – Hat Deutschland Angst vor dieser Autorin?

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Realität und Fiktion, Innenministerium und Kreml, Intrigen und Machtmissbrauch vor dem Hintergrund der digitalen Verbrechensbekämpfung „Predictive Policing“ – Neuer Thriller von Astrid Korten.

Die für ihre hochbrisanten, abgründigen und packenden Thriller bekannte Autorin beweist mit „Eiskalte Verschwörung“ einmal mehr, dass sie eine Meisterin ihres Fachs ist. Ein eiskaltes und schockendes Leseerlebnis, das sibirische Temperaturen ins Wohnzimmer holt!

„Das Lese-Highlight für alle Thriller-Liebhaber und der Top-Thriller des Jahres!“ sagt die Kritik.

LINDA: Astrid, was ist für dich das größte Unglück?

AK: „Eine Spritze vom Orthopäden.“

LINDA: Eine aktuelle Erfahrung?

AK: „Kann man wohl sagen. Können wir das Thema wechseln?“

LINDA: Eiskalte Verschwörung?

AK: „Gefällt mir.“

fbm-here-we-are-pinLINDA: Okay. Dein neuer Thriller ist bereits erschienen.

AK: Geplant war der 1.11.2015. Aber ich freue mich besonders, dass er früher erscheint. In meinem Thriller geht es um einen monströs-psychopathischen Softwarespezialisten und um den Missbrauch der digitalen Überwachung. Sehr, sehr spannend, sagt die Kritik.

LINDA: Okay, aber zuerst: Wie wars in Frankfurt?

AK: „Es war toll. Alle Bücher „Eiskalter Plan“ am Stand signiert, mit vielen Kollegen geplaudert und neue Kontakte geknüpft. Und natürlich über den neuen Thriller Eiskalte Verschwörung diskutiert. Sehr brisant, zumal die Polizeisoftware Precobs  der Firma imfPt – Institut für musterbasierte Prognostechnik in einigen Bundesländern erprobt wird oder wurde.

Eiskalte Verschwörung

LINDA: Jetzt wird es interessant.  Hast Du womöglich mit dem Thriller in ein Westpennest gestochen. Er wirft ja viele Fragen auf.

AK: Der Thriller wirft viele Fragen auf.  Fragen wie  „Wie viel ist in diesem Thriller noch Fiktion“, „Wie viel ist Wirklichkeit?“, und „Wie wird unsere Vergangenheit unsere Zukunft beeinflussen?“, zu beantworten, überlasse ich allerdings der Leserschaft.“

 

LINDA: Die Presse behauptet schon, dass Deutschland sich vor der Autorin Astrid Korten fürchten muss, weil du immer brisante Themen aufgreifst.

AK: 😉 Lach. Das habe ich gelesen. Ich spreche in meine Thriller immer besondere Themen an. Dieses Mal müssen das Innenministerium und der Kreml dran glauben: Intrigen und Machtmissbrauch vor dem Hintergrund der digitalen Verbrechensbekämpfung „Predictive Policing“ und dem Missbrauch der digitalen Überwachung. Mittendrin ein psychopathischer Softwarespezialist, natürlich hat er keine Ähnlichkeit mit den lebenden Personen der Branche. ( 😉 )

 

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LINDA: Das Thema Überwachungssoftware, Drohnen und der Einsatz der Mindmaschine bei Gefangenen hat dich als Autorin schon immer interessiert, weil – wie du mir erzählt hast – ein Freund von dir  hat Polizeisoftware entwickelt?

AK: „Ja. wir haben in der Vergangenheit schon oft kontrovers darüber diskutiert. Die Mindmachine kann man heute überall in einer kleinen Ausführung kaufen. Sie steht für den Schlaf-„Kick“. Aber nur wenige Menschen wissen, dass sie epileptische Anfälle verursachen können oder die Motorik wird gestört. Ich habe in „Eiskalte Verschwörung“ viele mögliche, beängstigende Szenarien beschrieben.“

 

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Mit Dr. Katrin Scheiding und Alex Hoffmann /Thrillertante-Blog)

LINDA: Predictive policing: Polizisten sitzen vor dem Computer und können genau voraussagen, wo im Laufe des Tages Verbrechen geschehen werden, so wie Meteorologen das Wetter voraussagen. Per E-Mail schlägt das Windows-Programm automatisch Alarm, wenn irgendwo in der Stadt neue Einbrüche drohen. Ist es der Beginn einer Revolution in Sachen Polizeiarbeit? In der Praxis liegt das System oft richtig.

AK: „Stimmt. In Los Angeles, Zürich und Berlin wird die Software bereits mit Erfolg eingesetzt. Mir ging es in erster Linie darum, mal auf spannende Weise zu zeigen, was so ei Missbrauch bewirken kann.“

LINDA: Die Software-Entwickler betonen, dass keine personenbezogenen Daten verarbeitet werden. Stimmt das?

AK: Die Unterlagen, die Edward Snowdon der Welt präsentiert hat, beweisen den Missbrauch der Überwachung. Warum nicht auch bei einer Überwachungssoftware? Viele Programme nutzen auch die Standorte von Mobilfunknutzern und die Daten von Social Media oder andere Quellen. Ich bin mir sicher, dass alles machbar ist.

 

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Immer wieder dotbooks

 

LINDA: Was also heute als „anonym“ gilt, kann morgen schon eine grobe Persönlichkeitsverletzung darstellen?

AK: In Deutschland wird der Staat die neue Software quasi durch die Hintertür einführen, ohne öffentliche Diskussion. Dadurch sind Unsicherheiten in der Bevölkerung vorprogrammiert. Eine Persönlichkeitsverletzung ist möglich und die Vorkommnisse in der Vergangenheit haben das bewiesen. Spionieren ist in. Deshalb ist Transparenz so wichtig. Im Zeitalter der NSA-Schnüffler und anderer umstrittener Methoden zur Massenüberwachung wecken neue Technologien Ängste. Durch eine aktive und offene Kommunikation können die verantwortlichen Stellen zur Beruhigung beitragen und Missverständnisse vorbeugen. Besonders wichtig ist es, die physische wie auch die digitale Identität zu schützen.

LINDA: Predictive Policing hat nichts mit dem berühmten Blick in die Glaskugel zu tun. Es ist knallharte Kriminologie und Statistik, die menschliches Verhalten analysiert. Sind denn Einbrecher Gewohnheitstiere?

AK: „Es mag für uns erstaunlich klingen, aber die Täter kehren häufig innerhalb weniger Tage an einen Tatort zurück. Fazit: Menschen hinterlassen immer ein Muster. Egal ob sie „normal“ sind oder kriminell “, berichten die Medien und bestätigen auch viele Gesprächspartner.

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Platz 1 Thalia Ebooks

LINDA: Nach „Eiskalter Plan“, „Eiskalter Schlaf“ und „Eiskalte Umarmung“ (letztes Jahr auf Platz 1) geht es auch im neuen Thriller „eiskalt“ und gnadenlos zur Sache. Gleich zu Beginn erleben die Leser den Mord an einer jungen Frau, geschildert aus der Sicht des Mörders Janus, einem genialen Softwareentwickler, der keine Skrupel kennt und im Roman immer präsent ist. Es gibt da eine geniale Szene im Buch, in dem jemand getötet wird, obwohl der Killer nicht einmal in der Nähe ist.  Eine leise und umso bedrohlichere Szene. Warum?

AK:Gewalt ist die Sprache der Sprachlosen.  Ich zitiere jetzt mal die Kritik: „Um ihre Antagonisten noch furchteinflößender erscheinen zu lassen, evoziert Korten eine Ästhetik der Brutalität, die jedoch niemals als inflationäre Effekthascherei, sondern als behutsam dosiertes Stilmittel eingesetzt wird. Korten schafft somit eine beängstigende Atmosphäre kalter Sterilität, beherrscht aber gleichzeitig die Kunst, nicht gänzlich emotionslos zu verbleiben.“ Gewalt steht hier als Metapher für den Missbrauch der digitalen Überwachung und ist nicht nur für die Versehrung des Körpers.

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am dotbooks-Stand

LINDA: Du schaffst mit dem Protagonisten Janus einen eiskalten Psychopathen aus den Reihen der Software-Entwickler. Chapeau! Er zieht den Leser in einen faszinierenden Bann, der es kaum erlaubt, das Buch aus der Hand zu legen! Gibt es Ähnlichkeiten mit lebenden Personen? Woher kam die Idee für „Janus“.

AK: „Hat mich  Dr. L, dem ich das Buch gewidmet habe, neulich auch gefragt. Janus hat keine Ähnlichkeiten mit den Lebenden, aber Psychos gibts auch in der Software-Welt, es gibt sie überall, sie sind „branchenneutral“. Zur Figur Janus: Ich habe eine preisgekrönte Kurzgeschichte geschrieben. In dieser Geschichte kommt ein Kind in Sibirien zur Welt. Einige Leser haben den Wunsch geäußert, es möge eine Fortsetzung geben. Ich habe der Bitte mit der Figur Janus entsprochen.“

LINDA: Die Recherchen führten dich zu Entwickler für Polizeisoftware und in höchste Kreise aus Politik und Wirtschaft.

AK: „Das war eine sehr interessante Erfahrung. Wir haben Fragen rundum die Überwachung, die Sicherheit und die Informationspflicht diskutiert.“

LINDA: Und das Resultat?

AK: „Eiskalte Verschwörung lesen. Das brandaktuelle Tagesgeschehen der ersten Jahreshälfte wie z.B. der Überwachungsskandal des Bundestages ist auch Thema des Thrillers.“

Cover Nix zu verlieren_RGB 72 dpi WebLINDA:  Gibt es noch andere Neuigkeiten?“

AK: Ja, die gibt es. In der Anthologie „Nix zu verlieren“, die meine Kollegin Manuela Wirtz im Brighton-Verlag herausgebracht hat, erscheint eine Kurzgeschichte von mir.  Im Gmeiner-Verlag erscheint März 2016 „Eiskalte Umarmung“ als Printausgabe. Und im März 2016 erscheint mein erster Roman: „Die verlorenen Zeilen der Liebe“ bei Amazon Publishing Verlag. Ein zarter Roman über eine besondere Liebe. Alles andere zu einem späteren Termin.

 

LINDA: Wenn Deutschland nicht mehr als Domizil infrage käme, wo würdest du dann gerne leben?

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AK: „Vancouver.“

LINDA: Was ist für dich das vollkommene irdische Glück?

AK: „Liebe.“

LINDA: Welche Fehler kannst du nicht verzeihen?

AK: „Kleingeisterei, Verlogenheit, Geiz, Gewalt in jeder Hinsicht.“

LINDA: Deine liebste Comic-Figur?

AK: „Alf.“

LINDA: Deine meistgehasste Sendung im Fernsehen?

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Lesebegeisterte Fans

AK: „Gute Zeiten, schlechte Zeiten.“

LINDA: Wann hast du dich das letzte Mal gegoogelt?

AK: 😉 „Gerade eben.“

 

 

 

LINDA: Welche Kunstausstellung hast du zuletzt besucht?

AK: „Picasso-Ausstellung Paris. Genial.“

LINDA: Auf die Musik welches Komponisten könntest du am ehesten verzichten?

AK: „Jack White.“

LINDA: Welche Eigenschaft schätzt du an dir selbst am meisten?

AK: „Hartnäckigkeit.“

Eiskalte_Verschwoerung_Final1LINDA: Welche der sieben Todsünden wird überschätzt?

AK: „Die Völlerei.“

LINDA: Deine Lieblingsbeschäftigung?

AK: „Was für eine Frage. 😉 Rate mal!“

 

 

LINDA: Mit welcher literarischen Figur könntest du dich identifizieren?

AK: „Heathcliff aus Emily Brontees Sturmhöhe.“

LINDA: Was schätzt du bei deinen Freunden am meisten?

AK: „Offenheit.“

LINDA: Deine größte Leistung?

AK:Als Niederländerin in einer „Fremdsprache“ Romane zu schreiben und damit Erfolg zu haben, empfinde ich als meine größte Leistung.“

Korten_Eiskalte_Verschwoerung_Final_A3LINDA: Welchen Lebenstraum hast du aufgegeben?

AK: „Keinen.“

LINDA: Wofür hast du dich zuletzt entschuldigt?

AK: „Für meine Ungeduld.“

LINDA: Dein Lieblingswort?

AK: „Mups. Passt zu mir und soll auf dem Grabstein stehen. Mups sind Mikropellets.

 

 

LINDA: Was macht dich nervös?

AK: „Mangelnder Schlaf.“

LINDA: Welchen Roman der Weltliteratur hast Du nicht zu Ende gelesen?

AK: „Buddenbrooks.“

Buchkarte.jpg 2LINDA: Welchen Roman hättest du gerne selbst geschrieben?

AK: „Alles was wir geben mussten von Kazuo Ishiguro.“

LINDA: Was liest du im Moment?

 

 

AK: „An allem nagt der Zahn der Zeit von Middas Dekkers.“

LINDA: Als E-Book oder in gedruckter Form?

AK: „Als Printversion.“

1503478_692785987439060_1242861379_nLINDA: Wann hat man es als Autor geschafft?

AK: „Mit dem Nobelpreis für Literatur.“

LINDA: Wen würdest du gerne einmal wiedersehen?

AK: „Pierce Brosnan und seine Frau.“

 

 

LINDA: Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

AK: „Das zweite Gesicht.“

LINDA: Wie möchtest du sterben?

AK:Herzinfarkt auf einer Wiese.“

LINDA: Und dann?

11201901_791061711014763_1899054997420964834_nAK: „Als Gänseblümchen erwachen. Aber als Thrillerautorin wird aus mir wohl Tomatenketchup.“ 😉

Vielen Dank für das Interview.

„Eiskalte Verschwörung“ ist im Niemeyer-Buchverlage GmbH als EBook und Print im Handel erschienen.

Mehr über die Autorin:

Webseite Astrid Korten, Facebook, Twitter

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