Mutterschaft bereuen – absurdes #regrettingmotherhood

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Scary Blonde Woman Looking at the CameraEin Gastbeitrag von Anja.

Es gibt so Momente, wo ich mich frage, ob ich nicht richtig ticke oder die anderen? Ob ich vielleicht ein „Exot“ bin unter all den „abgedrehten“ Leuten da draußen und in den Weiten des Webs? Das war schon beim Trend von Tattoos und Piercings so und änderte sich auch nicht, als – gefühlt – alle Welt applaudierte, weil da so eine Truppe, die sich Femen nennt, mit Aktionen von sich reden macht, die ich so gar nicht nachvollziehen kann.

Ebenso wie Genderwahn und die Freude, über –zig Geschlechter, die es nun gibt – was scheinbar alle für völlig normal und wichtig halten.

Zudem bin ich jemand, der Prozesse á la Kachelmann für unnötig hält, weil in meiner Wahrnehmung klar ist, dass es sich bei dieser Geschichte um einen weiblichen Racheakt handelte und meiner Meinung nach der – wenn auch unsympathische – Wettertyp unschuldig war und ist.

#regrettingmotherhood – absurde Kampagne

Aber gut, das soll hier nicht Thema sein. Ich möchte schreiben darüber, dass ich mich erneut wundere, über eine Debatte, bei der man sich eigentlich nur noch an den Kopf fassen und „geht’s noch?“ fragen kann.

Im Mittelpunkt aktueller gesellschaftlicher Diskussionen steht „regrettingmotherhood“, das bedeutet so viel wie „das Muttersein bereuen“. Berichtet hatte darüber die Süddeutsche Zeitung und wartet in dem Artikel („Sie wollen ihr Leben zurück“) mit einer wissenschaftlichen Studie auf, die die Israelin Orna Donath geleitet hatte. Die Dame, ihres Zeichens Soziologin in Tel Aviv, hat 23 israelische Mütter im Alter von Mitte zwanzig bis Mitte 70 interviewt. Thema: die Gefühle der Probandinnen gegenüber der eigenen Mutterrolle. Allen Studienteilnehmerinnen war gemein, dass sie sich gegen die Rolle als Mutter entscheiden würden, wenn es möglich wäre, die Zeit zurück zu drehen. Und – freilich! – mit dem Wissen von heute, als Mutter.

An dieser Stelle kommt der eingangs erwähnte Moment, in dem ich mich frage, ob manche Leute noch – Entschuldigung! – alle Tassen im Schrank haben?

Natürlich darf man als Mutter, überhaupt als Elternteil, klagen, den Stress verfluchen, den wenigen Schlaf, das oft chaotische Leben, die Disbalance des eigenen Seins. Aber bereuen – den eigenen Nachwuchs BEREUEN????!!!!!

Geht irgendwie gar nicht. Denn:

da wird einem als „Noch-nicht-Mutter“ doch permanent vor Augen geführt, wie es ist, mit einem Kind, mit mehreren Kindern, zu leben und „danach“ wollen manche Mütter nicht gewusst haben, was auf sie zukommt? Lächerlich! Und auch dumm. Ein Spiegel der heutigen Gesellschaft eben. Traurig, vielleicht auch schon skandalös. Nicht zuletzt, weil man sich schon heute lebhaft vorstellen kann, wie die Kinder dieser „Mütter“ es finden werden, wenn sie später mal in den Weiten des Webs die Beiträge selbiger zu regrettingmotherhood finden. Unglaublich!

Auch kinderlose Menschen kommen mit Kindern in Kontakt

Denn egal, ob man möchte oder nicht: das Leben mit Kind(-ern) erlebt man als kinderloser Mensch doch permanent!

Ob es im Restaurant ist, am Airport, im Freundes- oder Familienkreis oder im Urlaub: der Stress, den Eltern(-teile) teilweise mit dem Nachwuchs haben – den kann man als Außenstehender gar nicht NICHT mitbekommen. Egal, ob es das permanent schreiende Kind im Flieger ist, die Kinder, die im Restaurant für Bambule sorgen oder man es in der Nachbarschaft oder Freundeskreis mitbekommt, wie es so ist – das Leben mit Kind: man (FRAU) bekommt es mit. Vor allem bekommt sie mit, dass ein Leben mit Nachwuchs ganz oft sehr, sehr anstrengend ist und wohl keiner dürfte es als kinderlose Lady entgangen sein, dass Dinge wie Ausschlafen oder spontane Kurzrips mit Kind(-ern) erst mal flach fallen. Wie kann FRAU dann im Nachgang sagen, dass es „so gar nicht ihr Ding“ oder gar „der absolute Albraum des Lebens“ (Tenor der Frauen aus besagter Studie) ist? Wie kann man behaupten, erst danach erkannt zu haben, wie sehr sich das Leben ändert?

Wer jetzt meint, „na ja, die paar Frauen aus der Studie, sollen sie doch denken was sie wollen“ – weit gefehlt! Denn sieht man sich in den Weiten des Internets, in Frauenmagazinen und Blogs von und für Frauen um, erkennt man, dass da ganz viel Zustimmung und Verständnis herrscht für (das neue IN-Thema) „regrettingmotherhood“.

Auf Twitter können sich manche Zeitgenossinnen nicht verkneifen, das Ganze mal wieder feministisch zu sehen, selbst die „Befreiung der Frau“ wird ob dieser Thematik herbei fantasiert.

Das ist aber wiederum ein absolutes Thema für sich, ich bin selbst ja auch `ne Frau – und Mutter dazu – und wüsste nicht, was an mir unbefreit ist oder wovon ich mich befreien sollte.

So viele „mir-doch-egal-„-Mütter?

Schon alles sehr verwunderlich, was so durch die Weiten der virtuellen Welten wabert, wenn es denn thematisch erst mal angeschnitten ist.

So oft schon war ich entsetzt darüber, wenn sich drogenabhängige oder schwer asoziale Menschen (deren Nachwuchs nicht selten bedauernswerterweise im Kinderheim ist) schon wieder Nachwuchs anschaffen oder/und schwangere Frauen hemmungslos rauchen oder trinken. Auch diese Leute wollen wohl ihr altes Leben nicht aufgeben und machen da weiter, wo sie vor der Schwangerschaft aufgehört haben bzw. hören die gar nicht auf mit ihrem alten Leben. Dass einem Großteil dieser Menschen die eigenen Kinder meist egal sind, ist bekannt und ich gebe zu, dass ich hier so manches Mal denke: „wenn die zusammen ins Bett steigen können, sollte es doch auch ein Bewusstsein für Verhütung geben“. Leider gibt es das in diesen gewissen Kreisen wohl ebenso wenig wie das Bewusstsein um die Verantwortung als Mutter, als Eltern.

Dass nun aber auch Frauen, denen ich mehr Intellekt und Geist zugetraut habe, als den „mir-doch-egal“-Müttern nun auf einen solch unsäglichen „Themen-Zug“ im Netz aufspringen, wundert, irritiert und befremdet mich sehr.

Man möchte ihnen (sind es nicht die, die sich sooo oft, wenn auch nicht offensichtlich, für eine gewisse „Elite“ halten?), laut zurufen, dass es da gewisse Errungenschaften gibt.

Baby-Vorbereitungskurse zum Beispiel. Die mit den Puppen, die täuschend echt Säuglingen ähnlich sind und die permanent schreien.  Solche Kurse wurden eigentlich mal entwickelt, um Teenies aufzuzeigen, was allzu frühe Schwangerschaften bedeuten. Zudem gab es da noch was: …..die Pille!

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/80111478 #80111478 – © aetb

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