Vielfalt macht das Leben bunt

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Claudia Schmid begeistert mit ihrem Humor, ihrer positiven Ausstrahlung und mit ihrem Talent.  Geboren und aufgewachsen ist die Autorin im niederbayerischen Passau. Claudia Schmid in Mannheim_3„Das liegt für Münchner schon beinahe auf dem Balkan.“ Die unerfreulichen Überraschungen in ihrer Jugend eliminiert sie mit „Schwamm drüber!“ Heute wohnt die verheiratete Autorin in Mannheim – seit beinahe einem Vierteljahrhundert. „Mannheim ist eine offene Stadt, in der es schon seit langem Zuzug von Fremden gegeben hat. Zu Zeiten der Industrialisierung war der Bedarf an Arbeitern groß und deshalb waren die Mannheimer geradezu auf Zuwanderer angewiesen. Heute leben hier Menschen aus über 160 Nationen friedlich miteinander.“ Wirklich wichtig für das eigene Leben ist für Claudia Schmid Authetizität. Konkurrenz ist für die Autorin kein Thema. „Vielfalt macht das Leben bunt“, lautet ihre Devise. Und ob sie manchmal missverstanden wird, weiß sie nicht. Gewiss nicht, denn Claudia nennt die Dinge bein Namen. Wenn sie die Wahl hätte,  ein Lagerfeuergespräch mit Cindy von Marzahn oder Astrid Korten zu führen, da  musste Claudia Schmidt keine Sekunde überlegen! Die Entscheidung fiel auf mich, schließlich „gucke ich mir nicht freiwillig stundenlang einen schreirosa Anzug an!“ Hab ich aber Glück gehabt ;-).

Über zwei Dutzend Kurz-Geschichten aus Claudia Schmids Feder, für die sie mehrere literarische Preise erhielt, sind in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Sie legt nun mit „Wer mordet schon in Mannheim?“ einen eigenen Kurzgeschichtenband vor. Elf Fälle führen Hauptkommissarin Melanie Härter in die Abgründe der menschlichen Seele und in verborgene Winkel der Quadratestadt mit dem ganz eigenen Flair. Eine bunte Krimi-Sammlung von heiter über spannend bis nachdenklich.

Viel Vergnügen mit Claudia Schmid.

518XHAPx9mL._SX298_BO1,204,203,200_Passauer Land – Gmeiner-Verlag. Die GebuGanz im Osten Bayerns, dort wo die Donau nach Österreich fließt, befindet sich das Passauer Land. In dieser abwechslungs- und wasserreichen Landschaft treffen niederbayerische Urgesteine auf Zuagroaste. Durch die Vielfalt an touristischen Reizen sind die ausgewählten Lieblingsplätze von Claudia Schmid besonders abwechslungsreich. Sie reichen vom Passauer Dom mit seiner Orgel einer der größten weltweit über die barocken Rathaussäle bis hin zu einem lauschigen Badesee. Der Leser begleitet die Autorin auf ruhigen Universitätsgängen, in die bisweilen laute Kabarettbühne im Scharfrichterhaus und natürlich in 11 für die Dreiflüssestadt Passau und die Region ganz typische Brauereien.

AK: Drei Begriffe, die Dich beschreiben?
„Humorvoll, harmoniesüchtig, redselig.“

AK: Was sollte auf deinem Grabstein stehen?
„Ich bevorzuge ein Namensschild an einem Baum in einem Friedwald. Nach Möglichkeit eine Birke.

AK: Was treibt dich auf die Palme?
„Meine zugeparkte Garage, wenn ich ganz dringend mein Auto brauche!“

51babmYjVIL._SX298_BO1,204,203,200_AK: Deine Werke?

„Kriminelles, Historisches und Reiseberichte.“

51ke2NsrBSL._SX298_BO1,204,203,200_AK: Dein aktuelles Buch?

Wer mordet schon in Mannheim – Gmeinerverlag. Kriminalhauptkommissarin Melanie Härter ermittelt in Mannheim. In den Quadraten, im Strandbad am Rhein und in Mannheims lebendigsten Ecken. Ob Täter aus Leidenschaft, Berechnung oder Zufall, Melanie Härter kommt allen auf die Spur. Tatkräftige Unterstützung findet sie bei ihrem Kollegen Jörg Kenner. Elf spannende Kurzkrimis, die viel über Mannheim erzählen. Mit vielen Facetten und Sehenswürdigkeiten, Theatern und Museen sind inspirierende Freizeittipps inklusive.

AK: Wie geht Du mit einer 1*-Sterne-Kritik um?

„Ein großes Gut unserer Gesellschaft ist das Recht auf Meinungsfreiheit. Und manche dieser Kritiken sind echt süß, so nach dem Motto: „Die Büchersendung wurde bei meiner Nachbarin abgegeben und die hat es erst nach drei Tagen rausgerückt.“

AK: Vermitteln Deine Romane Einblick in Deine Arbeit oder sind sie ein Spiel mit der Wirklichkeit?

„Sie sind Ausdruck meiner Fantasie.“

AK: Was macht Lust auf das große Abenteuer des Lebens?

„Immerwährende Neugier.“

AK: Schon mal selbst eine kleine Sünde begangen? Ich höre?

„Oh! Täglich! Und es hat immer mit Essen zu tun …“

AK: Hast Du Kinder? Wenn ja, Was sagen sie zur Mama als Autorin?

„Unsere erwachsene Tochter findet es cool.“

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AK: Liest sie deine Bücher?

„Aber klar. Und wenn es zeitlich passt, begleitet sie mich bei meinen Lesungen.“

AK: Warum schreibst Du (Thriller, Romane, Kurzgeschichten)?

„Bei Krimis und Thrillern finde ich es unheimlich spannend zu erforschen und zu erzählen, was einen Menschen dazu bewegt, diese Grenze, die sich die Menschheit im Zivilisationsprozess erarbeitet hat, zu überschreiten. Wobei es schon erschreckend ist, wie dünn diese Decke der Zivilisation sein kann. Es brodelt bei manchen doch ganz gehörig unter der Oberfläche!

Bei historischen Romanen ist es eine Person, die tatsächlich gelebt hat, für die ich regelrecht „Feuer fange“ und mit der ich mich dann in einer umfänglichen Recherche ausgiebig beschäftige.

Kurzgeschichten finde ich auch klasse, sie sind wie ein „Blitzlicht“, mit dem ein Thema erfasst wird.

AK: Dein Plädoyer für den deutschlandweit längst totgesagten Begriff Multikulti?

„Die eigene Tür zu öffnen für etwas Anderes, Neues und es hereinzuholen in den eigenen Alltag, ist so eine unendliche Bereicherung.“

AK: Wird ein Ausländer einen andern Ausländer jemals wirklich verstehen, wenn die Seelen ihrer Kulturen sich gravierend unterscheiden?

„Wir dürfen nie damit aufhören, es ständig zu versuchen.“

AK: Was glaubst Du, welche Formen der Orientierung brauchen wir heute?

„Respekt, Offenheit und Menschlichkeit. Den unabdingbaren Willen, miteinander und nicht gegeneinander zu leben.“Exif_JPEG_PICTURE

AK: Wie schätzt Du die terroristische Gefahr ein, die uns bedroht?

 

 

„In dieser Hinsicht schließe ich mich den Einschätzungen unserer Politiker an.“

AK: Welche Illusion lässt Du Dir nicht nehmen?

„Das Leben ist schön!“

AK: Definition von Leidenschaft?

„Für etwas zu brennen, alles andere darüber zu vergessen.“

AK: Ganovin oder Edelfrau? Warum?

„Edelfrau auf gar keinen Fall. Die muss immerzu gerade sitzen und darf nirgendwo ein Stäubchen haben. Und wartet die nicht den ganzen Tag auf irgendjemand, der kommt und ihr was vorsingt? Das stelle ich mir unsäglich langweilig vor. Und womöglich singt der dann auch noch schräg, wenn er endlich da ist.“

AK: Ist Dein Leben eher ein Roman- oder ein Sachbuch?

„Von außen betrachtet ist das Leben einer Autorin, bei der sich viel in der Fantasie abspielt, eher ein Sachbuch.“

AK: Wie dürfen wir uns Deinen Schreibtisch vorstellen?

„Übersichtlich, aufgeräumt. Jeder Mensch hat Träume J“

AK: Wo auf Deinem Schreibtisch liegen die Büroklammern?

„Was ist das?“

51aMnIXklHL._SX314_BO1,204,203,200_AK: Beste Schreibzeit: Highnoon oder Mitternacht?

„Früher Morgen bis früher Nachmittag.“

AK: Dein Mittel gegen Müdigkeit?

„Ein geregelter Tagesablauf.“

518XHAPx9mL._SX298_BO1,204,203,200_AK: Entwickelt sich das Autorendasein zum Showgeschäft oder war das schon immer so? Wie geht man damit um?

„Mein eigenes Autorendasein nicht. Die meiste Zeit schreibe ich.“

AK: Was glaubst Du, wie sieht es denn nun wirklich in den Köpfen der Verlagsspitzen aus?

„Ich glaube, die hätten selbst liebend gerne eine Kristallkugel, die ihnen aufzeigt, wohin die Reise führt.“

AK: Heute werden Lesungen inszeniert. Würdest Du auf einer Lesung im Kampfanzug oder Dienstkleidung erscheinen?

„Also (grins), Kampfanzüge gibt es, glaube ich, nicht in meiner Größe, dazu müsste man eher ziemlich durchtrainiert sein. Ich sollte vor einigen Monaten als Komparsin für einen TATORT-Dreh in eine Polizeiuniform schlüpfen, ich freute mich riesig darauf! Als ich ankam, stellte ich zu meinem Bedauern jedoch fest, dass ich in diese höchstens kurz nach meiner Geburt hinein gepasst hätte und so machten wir kurz entschlossen eine Kriminalbeamtin aus mir, weil die ja Zivil tragen.“

AK: Verliert der Schriftsteller nicht seine Balance zwischen den zahlreichen Verlagsanforderungen und der Wahrung einer stabilen Autorenidentität, wenn er/sie den Clown mimt?

„Ich entscheide selbst, wie ich bei meinen Lesungen auftrete.“

AK: Peinlich oder Erfahrungen sammeln?

„Auf peinliche Erfahrungen kann sicherlich jeder verzichten.“

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AK: Was darf ein Autor unbedingt nicht können?

„Gute Frage – muss man denn als Autor/in nicht alles können?

AK: Dein allererstes Buch? Hat es Dir gefallen?

„Ich erinnere mich sehr gut daran! Es hatte die Form eines Eichhörnchens und vorne steckte in einer Lasche ein kleiner Staubwedel. Urlauber aus Berlin, die regelmäßig nach Passau zu Besuch kamen und die ich kennenlernte, hatte es mir geschenkt. Ich habe dieses Buch geliebt und konnte es auswendig!

 AK: Gott oder Teufel?

„Zum Tee? Oder als Leitidee? Den Teufel hätte ich nicht gerne zum Tee. Ich habe gerüchteweise vernommen, den begleitet ein unangenehmer Geruch, der sich auch mit langem Lüften nicht vertreiben lässt.“

AK: Schicksal oder Bestimmung?

„Weder noch. Ich glaube an beides nicht.“

AK: Die beste Entscheidung Deines Lebens?

„Das war definitiv die Entscheidung für meinen Mann. Wir teilen seit dreißig Jahren unser Leben.“

AK: Wann wurdest Du das letzte Mal hinterhältig reingelegt?

„Vermutlich so gut, dass ich es nicht einmal gemerkt habe.“

518XHAPx9mL._SX298_BO1,204,203,200_AK: Wann angenehm überrascht?

„Als ich zum letzten Mal am Meer war. Es war noch schöner dort, als ich es in Erinnerung hatte.“

AK: Stimmst Du zu, dass Männer insgesamt – seitdem der Durchschnittsmann in Europa vor dem Zubettgehen eine Gesichtscreme aufträgt – heute wesentlich besser aussehen als noch vor zehn Jahren?

„Männer sehen immer schon gut aus!“

AK: Was hältst Du von der Entwicklung des Buchmarktes?

„Mal sehen, wo die Reise hingeht. Ich denke, das weiß im Moment keiner so genau.“

AK: Magst Du E-Books? Warum?

„Ich schätze sie sehr, wenn ich unterwegs bin. In ihrer physischen Leichtigkeit sind sie nicht zu überbieten.“

AK: Welche Bücher befinden sich gerade auf Deinem Nachttisch?

„Gar keine! Ich lese im Wohnzimmer und im Sommer im Garten.“

AK: Wie riechen Bücher?

„Zuerst nach Papier, und wenn man sie aufschlägt und sich in sie versenkt, nach all dem, wonach auch das Leben riecht.“

AK: Welches Buch ist schon mal gegen die Wand geflogen?

„Das geht gar nicht! Ich würde nie ein Buch gegen die Wand werfen! Am Ende beschädige ich die Tapete und ich müsste renovieren!“

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AK: Dein Hobby?

„Mein Gärtlein.“

AK: Musik beim Schreiben?

„Never.“

AK: Essen oder Trinken zur Lektüre?

„Tee.“

AK: Prosecco oder Selters?

„Prosecco.“

AK: Currywurst, Austern oder Sushi?

„Eindeutig Sushi, aber bitte ohne Krabben.“

AK: Gibt es einen Klassiker, der Dich völlig kalt gelassen hat?

„Ich habe unzählige Male versucht, „Herr der Ringe“ zu lesen. Ich wollte ergründen, weshalb so viele darauf abfahren. Aber über ein „Anlesen“ bin ich nie hinaus gekommen.“

AK: Lieblingsname aus einem Deiner Romane?

„Quirin. Hätte ich einen Sohn, würde er so heißen. Ich finde diesen Namen wunderschön. Aber vermutlich hätte mein Mann sein Veto eingelegt.“

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AK: Deine Lieblingsautoren?

„Diese Liste würde jeden Rahmen sprengen!“

AK: Gibt es ein gutes Lesen im schlechten Leben?

„Das klingt jetzt aber sehr philosophisch. Ich wünsche allen, egal wie sie leben, gutes Lesen!“

AK: Führt gutes Lesen automatisch zu einem besseren Leben?

„Eine schöne Idee! Der ich mich gerne anschließe.“

AK: Braucht man Facebook, Twitter und Google tatsächlich? Warum?

„Unbedingt! Sie ersetzen den Plausch in der Teeküche.“

AK: Alternative zum Kriminalroman: Liebesgeflüster oder Kinderbuch?

„Historisches.“

AK: Wann gibt es etwas Neues aus Deiner Feder?

„Am 4.Feburar.“

AK: Magst Du Abschiede?

„Und wie! Sie sind so herrlich melodramatisch. Und sie enthalten gleichzeitig die Möglichkeit für ein Wiedersehen.“

AK: Worüber könntest Du locker eine Nacht mit mir und einer Flasche Rotwein am Kamin sitzend, diskutieren? Wie wär’s mit einem Beispiel?

„Über das Meer.“

AK: Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?

„Vielen Dank fürs Kaufen. So kann ich weiter schreiben.“

Mehr Informationen und aktuelle Lesetermine finden Sie auf der Website: www.ClaudiaSchmid.de

 Das Interview führte Astrid Korten

 

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