Frauen erobern den E-Sport

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Frauen sind im E-Sport immer noch deutlich unterrepräsentiert. Es gibt zwar eine aktuelle Statistik der Entertainment Software Assoziation (ESA), nach der 48% aller Gamer weiblich sind. Diese Statistik hat aber einen kleinen Schönheitsfehler: Bei ihr werden auch Spiele wie Candy Crush und Farmville mit eingerechnet. Das sind zwar auch Online-Spiele, sie haben aber mit dem eigentlichen eSport nichts gemeinsam.

Interessant ist allerdings, dass die meisten Frauen im E-Sport bei Ego Shootern, Fantasy Sports oder Fantasy-Rollenspielen zu finden sind. Beim klassischen FIFA-Multiplayer-Spiel trifft man sie so gut wie gar nicht an. Das mag auch daran liegen, dass die Sportspiele keine so große Bühne und vor allem nicht so große Turniere haben, wie Strategie- oder Rollenspiele.

Warum die Frauenquote noch so schwach ist (beim Echtzeit-Strategiespiel DOTA 2 sind es gerade mal 3%), lässt sich traurigerweise relativ schnell ermitteln. Frauen waren, und sind teilweise immer noch, schlicht und einfach nicht erwünscht.

Wenn man sich das Verhalten der ieSF (The international eSports Federation) ansieht, hat man das Gefühl, mit pubertierenden Jungen zu reden, die Angst um ihre Spielkartensammlung haben. So werden Frauen immer noch von einigen Turnieren ausgeschlossen. Die gängigste Begründung: Im normalen Sport tragen Männer und Frauen ihre Wettkämpfe ja auch getrennt aus. Dieses Argument ist im eSport schwer nachvollziehbar.

Dass Männer und Frauen im Sport nicht gegeneinander antreten, hat biologische Gründe. Auf Grund ihrer Genetik sind Männer Frauen in vielen Disziplinen von Natur aus überlegen. Diese Tatsache ergibt sich einfach aus der Evolution.

Im eSport gibt es solche Vorteile nicht. Die Frauen müssen also nicht vor den überlegenen Männern geschützt werden, wie diese gerne wichtigtuerisch verlauten lassen.

Woran liegt es aber dann, dass sich Frauen nur schwer in der Szene behaupten können?

An mangelnden Fähigkeiten kann es nicht liegen, wie einige Frauen schon beweisen konnten, die es doch zu großen Turnieren geschafft haben.

Einige Kenner der Szene vermuten, dass die männlichen E-Gamer sich in ihrer Verhaltensweise eingeschränkt fühlen. Da fast alle Spiele bisher ausschließlich von Männern gespielt werden, herrscht dabei auch ein rauer und nicht immer jugendfreier Ton. Viele Männer fürchten nun, dass sie bei weiblichen Mitspielern auf ihre Wortwahl achten müssten.

Beide Seiten werden hier bestimmt noch aufeinander zugehen und sich auf akzeptable Umgangsformen für beide Seiten einigen.

Ein Vorreiter für die Einbindung von Frauen in E-Sport ist die Skylla-Turnier Reihe. Bei diesen Turnieren spielen zumeist nur Frauen mit und gegeneinander. Dadurch werden mehr Frauen an den Turnier E-Sport herangeführt und müssen sich nicht sofort mit den Männern messen. Im Rahmen der Turniere werden auch immer wieder Männerteams eingeladen, um gegen die Frauen anzutreten. Dadurch können beide Geschlechter voneinander lernen und Vorurteile abbauen.

Auch international gesehen gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Spielern. Dieser Unterschied ist aber nicht immer analog zur Entwicklung des E-Sport im jeweiligen Land zu sehen.

In Korea ist E-Sport so weit entwickelt, wie in keinem anderen Land der Welt. Mit Samsung, SK Telekom und LG haben drei große Konzerne eigene Werksteams. Entsprechend präsent ist das Thema auch in der gesamten Bevölkerung. Trotzdem gibt es wenige weibliche E-Gamer aus diesem Land.

Die USA sind in ihrer Entwicklung ebenfalls schon weiter als die Deutschen. Dort ist eSport mittlerweile schon als offizielle Sportart anerkannt. Zudem wächst die Gemeinde der Anhängerinnen in den USA stetig. Eine kürzlich veröffentlichte Studie fand heraus, dass ein Drittel der E-Sports Zuschauer Frauen sind. Gerade im letzten Jahr waren die Frauen damit für die Hälfte des Zuschauer Wachstums verantwortlich. Vom Zuschauer bis zum aktiven Spieler ist es dann kein großer Schritt mehr.

In Deutschland ist dieser Trend noch nicht so ausgeprägt. Zwar gibt es auch hierzulande immer mehr weibliche E-Gamer, die Szene wächst aber nicht so stark wie in den USA. Das kann allerdings nicht an mangelnden Vorbildern liegen.

Aus Deutschland kommen die beiden Pro-Gamerinnen Kathleen ‚Kathi’ Letsch und Lena ‚Shushu’ Babic. Beide konnten schon Erfolge auf Profi-Turnieren feiern und Preisgelder mit nach Hause nehmen. Sie könnten also durchaus als Leitfiguren für die deutschen Amateur-Spielerinnen dienen.

Bildnachweise:

pexels.com – https://www.pexels.com/photo/sky-woman-clouds-girl-123335/

Source Flickr –  https://c2.staticflickr.com/8/7142/6810316105_d94a531918_b.jpg

 

 

 

 

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