Frauen zocken groß: Die erfolgreichsten weiblichen Gamerinnen und eSports Athletinnen

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Ist Gaming in erster Linie noch immer in erster Linie eine Freizeitbeschäftigung für Jungs, die man sich oft als Geeks und nerdige Stubenhocker vorstellt?

Absolut nicht, fast die Hälfte aller begeisterten Videogame-Player in Deutschland sind weiblich, und viele machen sich dabei sogar einen Namen im Bereich eSport und Streaming.

Die Statistik liefert ein klares Ergebnis: 2021 sind bereits 47 Prozent der Computer- und Videospieler weiblich. Etwas anders sieht es jedoch im eSport aus, der offiziellen Disziplin der Branche, wo Frauen nach wie vor unterrepräsentiert sind – eine Tatsache, die sich jedoch in den kommenden Jahren ändern mag.

Erfolgreiche Frauen gibt es auch hier bereits, die sich weltweit, wie auch in Deutschland bei Turnieren wie auch auf Streaming-Plattformen wie YouTube und Twitch einen Namen machen und dabei groß verdienen.

Erfolgreiche Gamerinnen und eSports-Athletinnen weltweit

Im Bereich eSport kommen die erfolgreichsten weiblichen Vertreterinnen aus Nordamerika und aus Asien. Derzeit höchstverdienend ist Sasha „Scarlett“ Hostyn aus Kanada, die sich bereits 2012 in Las Vegas einen Namen machte, als sie bei einem Turnier beim Spielen von „Star Craft 2“ die gesamte männliche Konkurrenz ins Aus schoss. Seitdem haften ihre einige ehrfürchtige Spitznamen an, wie „Queen of Star Craft 2“, „Queen of Blades“ oder auch das „koreanische Kryptonit“, nachdem sie beim Red Bull Battle Grounds Turnier 2014 als einzige nicht-koreanische Teilnehmerin dominierte. Sie trat in der Disziplin eSport auch bei den olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang an und gewann hier als erste Frau ein Major-Tournament der ESL-Pro League. Neben Star Craft spielt die 29-jährige heute auch Dota 2 und verdient mit Gaming knapp unter 400.000 U.S. Dollar.

Wer gerne Sportwetten abschließt und auf eine eSportlerin im deutschsprachigen Raum setzen möchte, sollte ein Auge auf die Österreicherin Marlies „Maestra“ Brunnhofer werfen, die derzeit als einzige Frau in der zweithöchsten deutschsprachigen Liga von „League of Legends“ spielt. Reine Damen-Teams gibt es nur in den niedrigeren Liga-Bereichen, ebenso wie reine Damenturniere wie das Girl Gamer E-Sports Festival, bei denen die Preisgelder in der Regel niedriger liegen als bei gemischten Turnieren.

Das Geschlecht spielt keine Rolle

Die Diskriminierung macht realistisch keinen Sinn – eSport ist eine der weniger sportlichen Disziplinen, bei denen das Geschlecht eines Spielers absolut keine Rolle spielt, da es auf körperliche Fähigkeiten kaum ankommt. Dass Frauen hier dennoch unterrepräsentiert sind, liegt laut der Sprecherin bei eSports Nord Jana Möglich daran, dass „das Identifikationspotenzial fehlt“ – viele Mädchen seien nicht in der Lage eine eSport Karriere als realistischen Weg für sich zu sehen, da dies ihrer Geschlechterrolle bisher nicht zugeschrieben war. 

Auch China ist bekannt für seine ambitionierten eSportlerinnen, wobei sich vor allem Li „Liooon“ Xiao Meng international einen Namen macht und sich aktiv gegen Geschlechtsdiskriminierung in der Szene einsetzt. In insgesamt acht Turnieren gewann sie bisher eine Gesamtpreissumme von über 240.000 U.S. Dollar, wobei sie bei den Grand Masters 2019 im kalifornischen Anaheim den Sieg davontrug und 500.000 Dollar allein hier verdiente. „Ich möchte allen Mädchen da draußen, die den Traum von Esports-Wettbewerben haben, sagen: Wenn ihr es tun wollt und an euch selbst glaubt, dann solltet ihr einfach euer Geschlecht vergessen und es tun”, erklärte sie nach dem Sieg und wurde damit zum Idol vieler ambitionierter Nachwuchsspielerinnen. Sie spielt in erster Linie das Game „Hearthstone“.

Kat „Mystik“ Gunn ist in der Szene bereits seit 2006 bekannt und spielt vor allem „Dead Or Alive“. Sie begann ihre Karriere auf Turnieren, wo sie sich schnell einen Namen macht, heute konzentriert sie sich jedoch in erster Linie auf Streaming und nahm auch an der Reality Show „WSG Ultimate Gamer“ teil, wo sie im Finale als Siegerin hervorging und mit 100.000 U.S. Dollar ausgezeichnet wurde.

Auch aus Europa kommen etliche erfolgreiche eSportlerinnen

Auch Europa bringt diverse erfolgreiche eSportlerinnen hervor, unter anderem die 34-jährige Belgierin Eefje Depoortere, besser bekannt unter dem Gamer-Namen Sjokz, die auch als TV-Moderatorin und Gastgeberin der League of Legends World Championship bekannt ist. Die Französin Laure Valée ist weniger als Spielerin unterwegs, sondern vielmehr als Redakteurin im Bereich eSport und begann ihre Karriere als Autorin für französische eSport-Webseiten. Heute arbeitet sie für Riot Games, wobei sie selbst bereits seit 2013 privat deren bekannten Titel „League of Legends“ spielt.

Auch die aktuellen Erfolge von Streamerinnen – also Spielerinnen, die online vor laufenden Kameras spielen und dabei über Plattformen wie Twitch von ihren Fans beobachtet werden können, tragen zur Popularität von eSports bei Frauen bei. In Deutschland bekannt ist dabei unter anderem Lara Loft, mit derzeit knapp 300.000 Followern auf Twitch, die man auch als Synchronsprecherin aus diversen Filmen wie beispielsweise „Star Wars: der Aufstieg Skywalkers“ oder „Die Eiskönigin 2“ kennt. Sie spielt am liebsten „Warzone“, wo ihr oftmals an die 5000 Fans gleichzeitig zusehen.

Anni The Duck gilt derzeit als deutsche Spitzenreiterin auf Twitch mit knapp unter 800.000 Followern, die vor allem im Bereich „Just Chatting“ unterwegs ist und derzeit in erster Linie „Animal Crossing: New Horizons“ spielt. Sie streamt fast täglich und in Vollzeit, wobei die 24-Jährige auch auf Instagram aktiv ist und dort mit ihren Cosplay-Outfits begeistert, während sie auf YouTube unter anderem auch ihr Gesangstalent unter Beweis stellt.

Streaming ist für viele begeistere Videospieler oftmals eine erfolgreiche Alternative mit dem Gaming Geld zu verdienen, wenn die Follower die Seite abonnieren oder beim Zusehen Trinkgeld zahlen – oftmals bis sie mit ihrer Bekanntheit lukrative Verträge mit Sponsoren landen oder Games-Hersteller auf sie aufmerksam werden.

Bildnachweis: stock.adobe.com / Anton

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