Online-Glücksspiel wird zum heimlichen Massensport in Deutschland

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Der Online-Glücksspielmarkt erfreut sich – zumindest in Deutschland – in den letzten Jahren stabiler, zweistelliger Wachsstumsquoten. Diese Entwicklung deckt sich vollkommen mit der globalen Entwicklung am Markt, dessen Prognosen für die nächsten 2 – 3 Jahre ebenfalls positiv ausfallen.

Was aber macht Online Glücksspiel so attraktiv?

Verfügbarkeit ist oberstes Gebot

Dank immer schnellerer Internetverbindungen und immer leistungsfähigeren Endgeräten – vom PC zuhause bis zum Smartphone in der Tasche – wird der Einstieg in Onlinespiele immer einfacher. Wer dabei glaubt, die Glücksspielthematik beginne erst bei Casinospielen, der ist da nicht ganz informiert. Immer mehr Spiele benutzen Mechaniken, die man sonst nur von Spielen wie Roulette oder Slots kannte, um ihre Inhalte an den Spieler zu bringen. Wo sich PC-Spieler mittlerweile über die sogenannte „Lootbox“ – Thematik aufregen und Novellierungen fordern, sind Spiele für Smartphones und Tablets meist noch voll von Methoden, von Spielern für Fortschritte, Ausrüstungsgegenstände oder sogar der Möglichkeit, bestimmte Levels ohne Wartezeit nochmals versuchen zu können, kleine Beträge zu verlangen.

Übersicht ist schwer

Gerade Altersgruppen, für die das Spielen bislang nicht zum täglichen Hobby gehörte, sind so viele Angebote schwer einzuschätzen. Der Unterschied zwischen Casino Apps, die meist mit einer virtuellen Währung gespielt werden, die man durchs tägliche Einloggen bekommt, und waschechten Online Casinos, wo hartgesottene Spieler tägliche ihrem liebsten Hobby nachgehen, ist für viele meist nicht sofort erkennbar. Zuviel Zeit in solche vermeintlich harmlose Zeitvertreibe zu investieren, kann da schnell passieren – und kann auch durchaus die eigene Beziehung belasten.

Online Poker bleibt populär

Abgesehen von diesen Entwicklungen treiben Klassiker wie Blackjack oder Poker immer noch Spieler in die Casinos. Mit den oben bereits erwähnten Neuerungen machen es Casinos nun noch einfacher, sich an einen dieser virtuellen Tische zu setzen und zu Pokern. Dabei sind es Erfolgsgeschichten wie die von Chris Moneymaker, der einst als Buchhalter bei einem Online Turnier die Berechtigung erspielte, bei einem der größten Pokerturniere der Welt an den Start zu gehen, die viele neue Spieler motivieren.

Auch abseits solcher Erfolgsgeschichten bleibt der Drang, sich beim Online Poker zu beweisen, gleichbleibend stark. Deutschland zum Beispiel, ist auf den größten Onlineplattformen schon seit Jahren in den Top 3 wenn es um Spieler und gespielte Runden geht. Die Fähigkeit, aus einer schlechten Hand doch noch eine gute Runde zu machen, unterscheidet nicht nur gute von schlechten Spielern, es sind solche Momente die für viele Spieler die Erfolgsmomente schlechthin ausmachen und so für Langzeitmotivation sorgen. Die Möglichkeit, ganz unabhängig vom eigenen Blatt über lange Zeit zum besseren Spieler zu werden, macht für viele Spieler – unter denen ebenfalls ein wachsender Frauenanteil zu verzeichnen ist – ebenfalls einen starken Reiz aus.

Auch Frauen mischen bei Poker mit

Poker wird zwar immer noch Männern assoziiert, die mit Sonnenbrillen und Baseball-Kappen bewehrt stundenlang an Tischen sitzen, die Zahl der Frauen, die oft schon Preisgelder in Millionenhöhe ihr Eigen nennen dürfen, nimmt allerdings ebenfalls zu. Stars wie Kathy Liebert oder Annie Duke sind mittlerweile jedem Spieler ein Begriff. Die Legende Vanessa Selbst zum Beispiel, bleibt absolut konkurrenzlos, selbst nachdem sie im Januar 2018 ihren Rücktritt aus der aktiven Szene bekanntgab. In Europa gibt es allerdings auch jede Menge ernstzunehmender Spielerinnen, wie zum Beispiel Victoria Coren-Mitchell oder die Deutsche Sandra Naujoks. Wer heutzutage eine Übertragung eines Turniers im Fernsehen oder im Internet ansieht, der sieht fast an jedem Endrunden-Tisch Damen sitzen. Was sich natürlich auch auf den Teil der Spielerschaft auswirkt, die neu zu spielen beginnt.

Die Zukunft bleibt ungewiss

Wie sich Onlineglücksspiel im Allgemeinen und Online Poker im Speziellen weiterentwickeln werden, ist im Moment ungewiss. Das hängt vor allem vom Gesetzgeber ab, der – zumindest in der EU – stark an Novellierungen und Regulierungen des Marktes interessiert ist. Professionelle Pokerspieler werden den größten Turnieren folgen, egal ob diese von Nordamerika und Europa Richtung Asien abwandern. Hobbyspieler und Enthusiasten hingegen werden so lange online spielen, solange der Einstieg leichtgemacht und die Qualität der Angebote hochwertig bleiben.

Bildnachweis: pexels.com

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