Frauenquote auf sächsisch? Knapp 6000-€-Job extra für Partnerin vom Ministerpräsidenten geschaffen!

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Opernball

Hat auf dem Opernball in Dresden gut lachen: Annett Hofmann, Frau des Ministerpräsidenten in Sachsen

„Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis“ – so sagt man im Volksmund. Übertragbar ist der weise Spruch auch auf die deutsche Politik in diesen Tagen. Denn die ist dreist und unverschämt wie nie.

So wurde nun bekannt, dass – wohlgemerkt nach Wahl und Koalitionsverhandlungen – die Partnerin des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer einen Top-Job im Ministerium bekommen hat.

Frauenquote auf sächsisch?

Annett Hofmann, so der Name der Frau, mit der Kretschmer zusammenlebt, bekommt allerdings nicht irgendeine Stelle, nein: Sie wird Referatsleiterin im sächsischen Sozialministerium. Ob die Gefährtin des Ministerpräsidenten dafür qualifiziert ist, bleibt fraglich, denn von Hause aus ist Hofmann Journalistin. Geht so etwa Frauenquote auf sächsisch?

Die BILD schreibt dazu in ihrer Online-Ausgabe vom 18. Dezember 2019 folgendes:

„Die kleine, ministeriumsinterne Excel-Tabelle wäre gar nicht weiter wichtig. Sie listet Namen und Funktionen von Mitarbeitern des sächsischen Sozialministeriums auf, die im Zuge der Bildung der neuen Staatsregierung umsortiert werden. Reine Routine, denn das Ressort wechselt gemäß Koalitionsvertrag von der CDU zur SPD. Doch eine Spalte der Tabelle hat es in sich. „Annett Hofmann, Rückkehr aus Abordnung PÖ, neu Referatsleitung 46, Raum 409“.

Heißt übersetzt: Die Lebenspartnerin von CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer (44), Annett Hofmann (44), bekommt einen neu geschaffenen Referatsleiterposten (rd. 6000 Euro brutto) im Sozialministerium! Dort war Hofmann schon bis vor zwei Jahren als Pressesprecherin („PÖ“) tätig, wechselte jedoch nach der Wahl ihres Lebensgefährten zum sächsischen Regierungschef in die PR-Abteilung der Dresdner Uniklinik – aus Gründen der „politischen Hygiene“.Parallel erntete die gelernte Journalistin (früher MDR „Sachsenspiegel“) für ihre Rolle als First Lady viel Lob. Anders als ihre Vorgängerin interpretiert sie den Job offensiv, zeigt sich bei Terminen im Wahlkampf und auf Plakaten selbstbewusst an der Seite von Kretschmer.

Im Riverboat sagte sie mal: „Das Wort ,Lebensgefährtin‘ finde ich schlimm! Das klingt immer so ein bisschen nach Hobbit, die Gefährtin. Er ist der Mann an meiner Seite, also mein Mann.“ Der Wechsel auf einen gut dotierten Ministeriums-Job gilt zumindest als politische Instinktlosigkeit.“
In der Tat ist das eine Instinktlosigkeit! Wobei das fast noch untertrieben ist, denn es ist eine feiste Unverschämtheit und freche Dreistigkeit. Die einmal mehr beweist, dass den Politikern, allen voran denen von der sächsischen CDU, das Volk offenbar sonst wo vorbeigeht.

Eiskalte Selbstbedienung am Steuertopf!

In Zeiten, in denen viele Alleinerziehende ab Mitte des Monats aus Geldgründen nur noch Nudeln essen können, Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen nicht mehr wissen, wie sie (finanziell) alles stemmen sollen, Familien sich wegen explodierender Lebenshaltungskosten total einschränken und manche Rentner sogar Flaschen sammeln müssen, bedient sich eine kleine – politisch zudem noch abgestrafte – Minderheit so eiskalt an den Steuertöpfen, dass es jeder mafiösen Kungelei zur Ehre gereichen würde.
Außerdem wird man in dieser Angelegenheit das Gefühl nicht los, dass man seitens des Ministeriums darauf gehofft hat, dass der Name „Annett Hofmann“ in der Öffentlichkeit nicht weiter auffällt. Wer bringt schon diesen Allerweltsnamen, der sowieso nur politisch Interessierten etwas sagt, mit Michael Kretschmer in Verbindung?

Hoffte man darauf, dass es nicht auffällt?

Ganz nach dem Motto:
„Ach, wie gut, dass nur wenige wissen, dass Annett Hofmann ja die Lebenspartnerin vom sächsischen Ministerpräsidenten ist“.
Jetzt macht das Ganze medial die Runde. Ob es aber etwas ändern wird? Wohl kaum!

 

Bildnachweis: picture alliance/Eventpress

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