Tote Radfahrerinnen in Hamburg und Leipzig – was läuft schief?

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Binnen weniger Tage – zwischen Ende April und Mai 2018 – ließen zwei erschütternde Meldungen aufhorchen. Sowohl in Leipzig als auch in Hamburg wurden Radfahrerinnen von einem Lastwagen überrollt. Von der tödlich verunglückten Frau in Hamburg weiß man, dass sie zwei kleine Kinder hinterlässt – wie tragisch!

Die beiden schrecklichen Unglücke ähneln sich: bei beiden Frauen ging es um das Abbiegen, ein Vorgang im Verkehrsgeschehen, der vor allem in Großstädten immer wieder zu schweren Unfällen führt. Doch warum? Mittlerweile haben so gut wie alle Städte gut ausgebaute Radwege, in großen Metropolen lässt das Radwegenetz kaum Wünsche offen. Und doch: wer als Autofahrer beispielsweise an einem verkehrstechnischem Brennpunkt wie dem Leipziger Ring unterwegs ist, dem stockt schon dann und wann der Atem, wenn man riesige, tonnenschwere Lastkraftwagen neben zierlich wirkenden Radfahrern sieht und das Nebeneinander dieser ungleichen Fortbewegungsmittel auf den verschiedenen Spuren verfolgt. Angesichts mancher Szenen, die sich einem da bieten, wundert es einen fast, dass nicht noch mehr passiert.

Experten bezeichnen abbiegende LKW`s als „Todesfalle“

Die Reaktionen nach den beiden tragischen Unglücken in Leipzig und Hamburg fallen denn auch dementsprechend aus. Kritiker bezeichnen die bulligen LKW bereits als „Todesfalle“ für Radfahrer. Sage und schreibe 15 (!) Radfahrer sind seit Jahresbeginn bei Unfällen mit LKW`s gestorben – so das bittere Fazit von ADFC-Bundesgeschäftsführer Storck gegenüber dem Portal ndr.de. Die beiden Radfahrerinnen reihen sich also ein, in eine Reihe von vielen Opfern seit Januar 2018 – wie schrecklich!

„Abbiegende Lkw sind eine Todesfalle für Radfahrende“, sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork am Montag. Seit Jahresbeginn seien bereits 15 Radfahrer bei Unfällen mit Lastwagen gestorben. Man brauche eine „Task Force“, in der neben den Verkehrsministern der Länder auch Lastwagenhersteller und Unfallforscher mit am Tisch sitzen, so die Forderung.“

Was läuft hier schief? Sind es die LKW-Fahrer, die vielleicht nicht richtig in den toten Winkel sehen? Sind sie teilweise übermüdet? Müssten die Radfahrer im Fall des Falles – was die meisten `eh schon so praktizieren dürften – einen Blick mehr riskieren? Sind die Radwege nicht durchdacht genug? Oder ist gar der permanente Zeitdruck, dem viele LKW-Fahrer ausgesetzt sind, ein hoher Risikofaktor? Haben die Radfahrerinnen Fehler gemacht, die anderen Opfer vielleicht auch?

Schwer zu sagen, denn: wer mit offenen Augen am Großstadtleben teilnimmt, wird sowohl fragwürdiges Fahrverhalten von LKW`s registrieren, als auch viele Radfahrer, die waghalsig durch Innenstädte und über mehrspurige Fahrbahnen düsen.

Man sieht das – ja. Aber demgegenüber steht natürlich eine Masse von LKW- und Radfahrern die ordnungsgemäß und vorsichtig fahren und sich an sämtliche Verkehrsregeln halten.

„Task Force“ muss kommen

Es gibt keine abschließende Antwort und jetzt ist es tatsächlich an den Experten, die ins Spiel gebrachte „Task Force“ einzufordern und Maßnahmen zu ergreifen.

Die beiden Radfahrerinnen bringt das freilich nicht ins Leben zurück und auch nicht die anderen Opfer. Nur: wenn das alles folgenlos bleibt, steht zu befürchten, dass auch zukünftig Todesopfer in Folge einer Kollision zwischen LKW und Radfahrer zu beklagen sind.

Dem muss im Vorfeld ein Riegel vorgeschoben werden!

Bildnachweis: pexels.com

 

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