„Viele erzählen uns ihre Geschichte und weinen“

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Senioren, deren magere Rente vorne und hinten nicht reicht, alleinerziehende Mütter, die oft nicht wissen, wie sie den Alltag finanziell stemmen sollen und junge Eltern, die trotz Arbeit „aufstocken“ müssen.

Es läuft was gehörig schief in unserem Lande, auch wenn es derzeit allerorten um „soziale Gerechtigkeit“ geht.

Diese kruden Worthülsen abgehobener Politiker nimmt wohl kaum einer mehr ernst, schon gar nicht die Bedürftigsten im Volk.

Für diese Leute machen sich jedoch die Aktivisten der Initiative „Ein Volk hilft sich selbst“ stark.

Einheimische Alleinerziehende, Rentner, die von Altersarmut betroffen sind, einkommensschwache Familien….Mit diesen Menschen kommen die Helfer, die an diesen Personenkreis Sachspenden aller Art ausreichen, tagtäglich in Kontakt. Sie sind es, die die Realität Tag für Tag ungeschönt erleben – und deshalb bei schwülstigen Reden realitätsferner Politiker nur noch abwinken.

Wie so oft sind es auch hier engagierte Frauen, die sich ehrenamtlich einbringen und für bedürftige Landsleute da sind.

Neben dem Materiellen geht es oft auch um emotionale Wärme.

Isabela (auf dem Bild links) und Angela (rechts im Bild), die für „Ein Volk hilft sich selbst“ täglich viele Stunden im Einsatz sind, geben uns im Interview einen Einblick in ihren Spendenalltag und in die umfangreiche Arbeit, die damit einhergeht:

FP: Ihr seid seit geraumer Zeit karitativ tätig, sammelt Spenden für Bedürftige, kommuniziert das Ganze medial und seid dafür fast täglich im Einsatz – was hat euch zu dem Engagement bewogen? 

Ich (Angela) arbeite seit vielen Jahren im sozialen Bereich (Alten- und Krankenpflege) und komme dadurch mit vielen Leuten ins Gespräch. Viele Menschen vertrauen sich mir auch persönlich an und so habe ich von vielen schwierigen sozialen Verhältnissen erfahren. Das hat mich dazu veranlasst, etwas zu tun. Da in den letzten Jahren vermehrt die Hilfe für Deutsche in den Hintergrund geriet, habe ich mich entschlossen, ausschließlich Hilfe für Landsleute anzubieten.

Meine Freundin Isabela war von dieser Aktion sehr begeistert und hat sofort angeboten, mir zu helfen. So sind wir bei den Verteilaktionen in Südthüringen meistens zu zweit unterwegs.

FP: Was für Spenden werden am meisten benötigt und was für Menschen sind es, denen die Spenden eures Projektes zugutekommen? 

Benötigt werden überwiegend Kleidung und Schuhe für Babys und Kleinkinder. Aber auch komplette Säuglingsausstattungen wie Babybettchen, Kinderwagen, Maxi-Cosi usw. werden bei uns sehr oft angefragt. Vor allem alleinerziehende Mamis und Menschen, die arbeitssuchend oder durch andere Schicksalsschläge in Not geraten sind,  wenden sich hilfesuchend an uns.

Dringend benötigt werden auch haltbare Lebensmittel (Konserven, Nudeln usw.) und Tiernahrung.

FP: Was für Leute sind es, die spenden?

Spenden erhalten wir von Menschen jeden Alters und jeder Schicht. Was mir allerdings auffällt, ist, dass am häufigsten Menschen spenden, die selbst nicht viel haben. Wahrscheinlich, weil sie selbst genau wissen, wie es ist, in Not zu sein. Aber es melden sich auch Menschen aus dem benachbarten „Ausland“ (Österreich, Schweiz) oder Künstler, die anbieten, Gemälde o.Ä. für unser Projekt zu versteigern.

FP: Wenden sich Bedürftige selbst an euch oder nutzt ihr selbst Wege, um in Kontakt mit eurer Zielgruppe zu kommen? 

Bedürftige wenden sich meistens selbst an uns. Wenn uns neue Spenden in unseren Lagern erreichen, machen wir auch Aufrufe auf unserer Facebookseite, um die Menschen zu motivieren, uns anzuschreiben. Viele schämen sich und haben Angst vor Reaktionen aus dem Umfeld. Aber natürlich werden alle Anfragen von uns anonym und diskret behandelt. Wir veröffentlichen auch niemals Bilder ohne Genehmigung der Betroffenen.

FP: Was erlebt ihr bei eurer ehrenamtlichen Arbeit?

Sehr viele emotionale Momente. Wenn wir Verteilaktionen direkt auf der Straße abhalten, erzählen uns viele ihre Geschichte und weinen. Wir nehmen sie in den Arm, hören jedem einzelnen zu. Auch die alleinerziehenden Mütter sind oft sehr verzweifelt und froh, wenn sie sich mal aussprechen können, jemand sie versteht und ihnen zuhört.

Die Betroffenen  sind wütend über die aktuelle Situation in unserem Land und fühlen sich im Stich gelassen. Da merken wir, wie wichtig unsere Arbeit ist und das gibt uns die notwendige Kraft, weiterzumachen.

FP: Gibt es einen Personenkreis, der besonders bedürftig ist?

Vor allem alleinerziehende und alte Menschen. Viele junge Eltern sind trotz Arbeit zusätzlich noch auf Hartz 4 angewiesen. Bei den älteren Menschen reicht die Rente hinten und vorne nicht mehr aus. In den ländlichen Gegenden geht es noch, da man sich dort noch gerne gegenseitig hilft. In Großstädten ist die Not am größten.

FP: Wie groß ist euer Team, in welchen Regionen seid ihr aktiv, wie organisiert ihr euch?

Unser Team besteht aus den 3 Leitern der Hauptlager und noch insgesamt etwa 15 fleißiger Helfer in den jeweiligen Regionen.

Unsere Hauptspendenlager sind in Leipzig, Roßwein und Suhl, also hauptsächlich in Sachsen und Thüringen.

Wir arbeiten aber auch eng mit Bürgerinitiativen in Niedersachsen zusammen. Die Vernetzung läuft aber deutschlandweit schon sehr gut, so dass wir auch bereits Menschen in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz helfen konnten.

Wir organisieren uns über eine spezielle Spendengruppe per whatsapp und über Facebook, wo wir zwei Seiten von „Ein Volk hilft sich selbst“ haben. Einmal für den Bereich Sachsen und einmal die Hauptseite. Die Hauptseite bekommt Nachrichten aus ganz Deutschland und von dort aus koordinieren wir die Spendenanfragen und -angebote.

FP: Während ihr für die Schwächsten der Gesellschaft da seid, geht es im großen Politik- und Machtbetrieb oft zu wie in einem Selbstbedienungsladen. Dort werden Posten zugeschanzt, da Millionen verschleudert. Gibt es etwas, was ihr euch von der Politik – im Zusammenhang mit euren Anliegen – wünschen würden? Oder was ihr am schärfsten an den derzeitigen Verhältnissen kritisiert? 

Auch, wenn das jetzt vielleicht wieder ein bisschen „klischeehaft“ klingt, so sagen wir ganz klar, dass zuerst an unser Volk gedacht werden muss.

Während ich sehe, dass es -zig Organisationen gibt – bestehend aus Rechtsanwälten, Sachbearbeitern, Ärzten usw. – die sich sofort um den Papierkram von so genannten Asylanten kümmern, sind unsere deutschen Alten, Kranken und Armen damit oft alleine und vollkommen überfordert.

Bekommt beispielsweise ein so genannter Asylant „sein“ Geld nicht umgehend, ist das Geschrei groß. Sofort werden Proteste laut, die Politik schaltet sich ein und dann geht alles ganz schnell.

Unsere Landsleute warten häufig monatelang auf ihre Leistungen. Da müsste als erstes schnelle Abhilfe geleistet werden. Weiterhin ist es kein Geheimnis, dass die etablierten Politiker in erster Linie an sich und die eigenen Pfründe denken.

Dieses viel zu hohe Steuereinkommen könnte bei gerechter Verteilung in erster Linie unseren Landsleuten zu Gute kommen. Das Geld ist da. Es wird nur falsch ausgegeben. Uns ist natürlich klar, dass diese Änderungen (positiv für unser Volk) so niemals zu erwarten sind. Dafür muss diese asoziale System komplett angeschafft werden.

Es wird Zeit für einen Neuanfang. Einen Neuanfang in dem wieder Politik von Deutschen in erster Linie für Deutsche gemacht wird.

FP: Was war bislang in eurer Arbeit das bewegendste Erlebnis?

Als wir nach einem Brand in einem Obdachlosenheim in Apolda am nächsten Tag sofort mit Spenden losfuhren und die betroffenen getroffen haben. Sie hatten wirklich nur noch das, was sie am Leibe trugen. Der Rest ist verbrannt.

Auch alle Bilder, die sie noch von Angehörigen hatten. Die Schuhe hatten Löcher. Keine Hygieneartikel – nichts mehr. Wir haben uns mit ihnen hingesetzt und aufgeschrieben, was sie noch brauchen.

Dann haben wir die Unterkunft besichtigt, wo sie notdürftig untergebracht waren. Die Zustände dort waren katastrophal. Wir haben das auch bildlich festgehalten und veröffentlicht. Das hat mich sehr bewegt und ich hab auch auf der Rückfahrt sehr geweint.

FP: Wie kann man euch unterstützten, wer kann sich einbringen und in welcher Form wird eurerseits Hilfe benötigt?

Es kann sich jeder einbringen, der bedürftige Landleute unterstützen möchte. Gerne können jederzeit unsere Facebookseiten angeschrieben werden. Da wir alles selbst finanzieren und oft weite Strecken fahren, benötigen wir ganz dringend Unterstützung in Form von Tankgutscheinen. Wir benötigen auch noch Banner für unsere Verteilaktionen.

FP: Tagtäglich mit vielen schweren Schicksalen konfrontiert zu sein,  erfordert viel mentale Stärke – wie entspannt ihr privat?   

Das ist wirklich an manchen Tagen sehr schwer. Ich bin viel nachdenklicher geworden und sehr oft traurig und wütend. Wirklich abschalten kann ich nicht mehr, da mich das Thema Rund um die Uhr beschäftigt. Ich denke immer darüber nach, was man noch verbessern kann – wie man noch mehr Menschen helfen könnte. Entspannung finde ich bei Spaziergängen mit meinen Hunden in der Natur.

Das geht fast allen Helfern so.

Kontakt zur Initiative unter https://www.facebook.com/einvolkhilftsichselbst/?fref=ts

Copyright: „Ein Volk hilft sich selbst“

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