Versteinerter Wald
Versteinerter Wald in Chemnitz: Ausschnitte des Fundes sind im Kulturkaufhaus Tietz ausgestellt

Die Stadt Chemnitz in Sachsen ist nicht nur für ihre industrielle Geschichte und moderne Architektur bekannt, sondern beherbergt auch ein bemerkenswertes archäologisches Phänomen – den versteinerten Wald. Dieser außergewöhnliche Fund erlaubt einen einzigartigen Blick in eine vergangene Welt. Zudem fasziniert er Fachleute und Laien gleichermaßen. Der versteinerte Wald wurde erstmals in den 1730er Jahren entdeckt, als Kohlebergwerke in der Region angelegt wurden. Während des Abbaus stießen die Bergleute auf überraschende Fundstücke. Sie stellten sich als Baumstämme, die vollständig versteinert waren, heraus.

Der versteinerte Wald in Chemnitz liefert erstklassige archäologische Erkenntnisse

Seit dieser Entdeckung hat die wissenschaftliche Forschung im Bereich des versteinerten Waldes von Chemnitz enorme Fortschritte gemacht. Dank der Bemühungen des Chemnitzer Museums für Naturkunde, das das Projekt begleitet, konnten zahlreiche erstaunliche Erkenntnisse gewonnen werden. Das Museum hat eng mit Archäologen, Paläontologen und Geologen zusammengearbeitet, um das Geheimnis dieser faszinierenden Fundstätte zu entschlüsseln. Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der versteinerte Wald vor etwa 290 Millionen Jahren entstanden ist, als die Region von dichten Wäldern bedeckt war.
Durch Vulkanausbrüche wurden sie mit Asche und Schlamm bedeckt, was zu der interessanten Konservierung führte. Im Laufe der Zeit wurden die organischen Materialien durch Mineralien ersetzt – und die Versteinerung der Baumstämme setzte ein.

Versteinerter Wald birgt Vielfalt an Baumarten

Die Untersuchungen der Forscher zeigten, dass der versteinerte Wald eine erstaunliche Vielfalt an Baumarten beherbergt. Darunter Farne, Schachtelhalme und Baumfarne. Dieser Reichtum an Pflanzenfossilien ermöglicht es den Wissenschaftlern, ein detailliertes Bild der ökologischen Bedingungen und des Klimas der damaligen Zeit zu rekonstruieren. Das Chemnitzer Naturkundemuseum hat einen Großteil der versteinerten Baumstämme in seiner Sammlung und Teile daraus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das faszinierenden Phänomen kann von Besuchern bestaunt und die versteinerten Stämme somit aus nächster Nähe betrachtet werden. Zudem erfährt man im Rahmen der Ausstellung viele Details zu ihrer Entstehungsgeschichte zu erfahren. Zusätzlich zur Ausstellung im Museum wird archäologisch Interessierten in diesem Zusammenhang DAS Highlight schlechthin geboten: Man kann die Ausgrabungsstätte des versteinerten Waldes an bestimmten Terminen besuchen und schauen, was da so alles freigelegt wird und wurde.

Ausgrabungsstätte in der Nähe von Chemnitz

Die Ausgrabungsstätte befindet sich in der Nähe von Chemnitz und wird regelmäßig für interessierte Besucher geöffnet. So kommt man in den seltenen Genuss, Forschern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Vor allem für Familien mit älteren Kindern ist es ein einzigartiges Erlebnis, Zeuge der archäologischen Ausgrabungen zu werden und den versteinerten Wald in seiner natürlichen Umgebung zu sehen.

Das Chemnitzer Museum arbeitet permanent daran, das Wissen über den versteinerten Wald zu erweitern und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen wird das Projekt stetig vorangetrieben und liefert wertvolle Informationen über die Geschichte unserer Erde. Der versteinerte Wald in Chemnitz ist also definitiv einen Besuch wert. Bei dieser Gelegenheit öffnet sich das faszinierend-interessante Fenster in die Vergangenheit und bringt das Wunder der Versteinerung in die Jetzt-Zeit. Eine absolute Empfehlung für Natur- und Kulturfreunde! Mehr Infos hier.

Bildnachweis: picture alliance / ZB | Hendrik Schmidt

Recherche-Nachweis: Zeitschrift “Bild der Wissenschaft” – Mai 2023

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