Durch dick und dünn? Wie Body Positivity das Leben verändert

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Selbst dieser Bauch ist manchem sicherlich nicht flach genug.

Die Form des weiblichen Körpers ist heute längst kein konfliktfreies Thema mehr. Zu dick, zu dünn, zu flach oder zu üppig: Immer scheint es etwas zu geben, das Frauen vom Schönsein trennt.

Eine fatale Situation für all diejenigen, deren Selbstwert sich an Idealen und deren Erreichen misst. Mit Body Positivity jedoch kommt Bewegung in die Sache. Schönheit, so die Befürworter des Trendbegriffes, hat nichts mit Perfektion zu tun.

Niemand muss sich schämen

„Iss‘ mal was!“„Nimm‘ ab!“ „Das steht sogar dir.“ Die Liste möglicher Angriffe auf das eigene Schönheitsempfinden ist erschreckend lang. Der Alltag vieler Frauen gleicht daher heute einem Minenfeld aus Abwertung, ungefragter Beurteilung und Vorurteilen. Als Gegenpol der Body Positivity steht hier das sogenannte Body Shaming. „Body Shaming fängt also im Grunde schon da an, wo wir kritisch bemerken, dass die Kollegin keinen superflachen Bauch hat und das Kleid, das sie heute trägt, dies auch zeigt.“ (Quelle: http://fielfalt.de/schluss-mit-body-shaming/)

Wer sich das zu Herzen nimmt, findet sich nicht selten in einem Teufelskreis wieder. Abnehmen, zunehmen, Sport treiben und wenn es nicht klappt, das Ganze einfach noch einmal von vorne. Ganz in Vergessenheit gerät dabei jedoch die Tatsache, dass der menschliche Körper – egal ob männlich oder weiblich – keine frei formbare Skulptur ist. Seine äußeren Linien, Narben und Falten bilden sich im Laufe des Lebens und werden zum Spiegelbild unserer Erfahrungen, Gefühle und Meilensteine.

Denken wir nur an Mütter: Schwangerschaftsstreifen, Kaiserschnitt-Narben, Zusatzpfunde oder kleinere Brüste nach dem Stillen sind nur ein Teil dessen, was die Mutterschaft mit dem weiblichen Körper machen kann. Wer dann wiederum denkt, all diese Veränderungen seien schlimm, entwertet sich selbst und den eigenen Lebensweg.

Es wird also Zeit, Body Positivity nicht nur als hohle Phrase zu propagieren, sondern in das eigene Denken und Fühlen zu integrieren. Jede Frau ist schön und jeder Körper hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Was also gibt „den Anderen“ das Recht, über die Attraktivität einer Frau zu richten?

Für Body Positivity braucht es Mut

Sich gegen Body Shaming zu stellen und Bogy Positivity zu leben, kann Frauen viel abverlangen. Nicht nur der Kampf gegen gesellschaftliche Normen und Ideale steht an, sondern auch eine 180 Grad Wende des persönlichen Empfindens. Nicht zuletzt bedeutet eine positive Einstellung gegenüber der eigenen Figur auch den Ausbruch aus der Opferrolle, in die Frauen über Jahre hinweg gedrängt wurden.

Mit Freundinnen fällt der positive Wandel leichter.

Dass das ungemein schwer sein kann, zeigt eine statistische Erhebung rund um die Geschlechterverteilung bei Schönheitsoperationen in Deutschland. Von allen Schönheits-OPs im Jahr 2017 entfielen ganze 80,4 Prozent auf Frauen. Das sind mehr als drei Viertel, was umso deutlicher macht, wie es um den Schönheits-Zwang in der Gesellschaft steht. Er scheint Frauen und Männer nicht gleichermaßen zu betreffen, sondern sich ganz bewusst gegen die Imperfektion der Weiblichkeit zu richten.

Doch Operationen und Diäten, so wirkt es, sind nach wie vor der leichtere Weg zu sein, wenn es um gesellschaftliche Akzeptanz geht. Frauen, die sich gegen diese Tatsache auflehnen und zu ihrem Körper stehen, müssen viel investieren und sich der Abwertung anderer stellen. Das allerdings kann sich lohnen. Vor allem dann, wenn Körper und Seele am Schluss harmonieren. Um diesen Weg zu gehen, braucht es also Durchhaltevermögen, Mut und ein gewisses Maß an gesundem Trotz.

Frauen, die sich zusammentun und im Kreise guter Freundinnen an Selbstwert und Selbstbewusstsein arbeiten, haben es daher leichter. Sie stützen sich gegenseitig und helfen sich wieder auf, wenn der Kollege aus dem Nachbarbüro mal wieder abfällige Bemerkungen zum Besten gibt.

Schönheit kennt keine Kleidergröße

Dabei ist es so einfach wie auch offensichtlich: Wer sich in Sachen Schönheit nur auf Konfektionsgrößen beschränkt, hat einen gefährlichen Tunnelblick. Viele großartige Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen und der Normkurve nicht entsprechen, beweisen das. Was wären Oprah Winfrey und Beth Ditto ohne ihre molligen Körper? Und würden wir Keira Knightley oder Sarah Jessica Parker mehr lieben, wenn sie große Brüste und ein paar Pfunde mehr auf den Hüften hätten? Sicher nicht.

Jeder Körper hat das Besondere verdient.

Was Promifrauen uns lehren, ist jedoch der richtige Umgang mit der eigenen Individualität. Sie wissen, dass schöne Kleidung nicht nur jenen vorbehalten ist, die eine 34 tragen und trauen sich, sogar ihre vermeintlichen Problemzonen zu betonen. Das wiederum gelingt auch der Normalverbraucherin.

Sei es mit schönen Accessoires, die mia-moda.de speziell für mollige Frauen zusammenstellt, einer auffälligen Haarfarbe oder Frisur, oder mit einem gekonnt gezogenen Lidstrich: Wer etwas aus sich macht, fühlt sich gut und kann wertende Bemerkungen sehr viel leichter überhören.

Etwas aus sich zu machen, steht dem Thema Body Positivity dabei keineswegs entgegen. Es bedeutet nur, den eigenen Körper so zu nehmen, wie er ist und ihm das zu geben, was er braucht. Und das wiederum haben Frauen mit kleinen Brüsten oder breiten Hüften genauso verdient wie alle anderen.

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