Ist der Pflegeberuf etwas für mich? – Pro und Contra

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Aktuell ist der Pflegeberuf überaus umstritten. Er wird hinsichtlich der Ausbildung, des Gehaltes und der Arbeitszeiten sowie einiger weiterer Kriterien sehr kritisch kommentiert.

Um einen etwas genaueren und vor allem unparteiischen Einblick zu geben, informieren wir im Folgenden über

  • Der Pflegeberuf – kurz umrissen
  • Pflegeberuf 1 – Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Pflegeberuf 2 – Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Pflegeberuf 3 – Altenpfleger/in
  • Wie sieht die Pflege in der Zukunft aus? 

Mit jedem Jahr leben mehr Bedürftige in Deutschland. Die überalterte Gesellschaft benötigt mehr und vor allem mehr an professionellen Pflegern. Pflege ist heutzutage mit viel an Verantwortung und geringer Bezahlung verbunden. Bislang werden Pfleger oftmals nur als Hilfspersonal gesehen, die mit medizinischer Tätigkeit kaum etwas zu tun haben. 

In der Bundesrepublik Deutschland sind pflegerische Berufe keine angesehenen Tätigkeiten und das merken auch junge Menschen. Es wundert also wenig, dass junge Generationen kaum Veranlassung haben, eine Tätigkeit im Pflegesegment zu beginnen. Mit unterschiedlichen Maßnahmen für Bedürftige, pflegende Verwandte und Pflegepersonal möchte die Regierung mehr Personen für die Pflege interessieren sowie die Pflege in Deutschland deutlich besser machen. 

Der Pflegeberuf –kurz umrissen

Pflegeberufe sind Berufe, die sich mit der Versorgung und Betreuung kranker, behinderter, alter oder sterbender Menschen beschäftigen. 

Zu den Pflegeberufen gehören folgende Berufe:

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Altenpfleger/in

Mithilfe des Reformgesetzes zu den Pflegeberufen wird die Ausbildung sämtlicher Pflegebereiche ab dem Jahr 2018 einheitlich durchgeführt. Grundlage für die Ausbildung ist ein mittlerer Abschluss oder eine zehnjährige allgemeine Ausbildung. Die Ausbildung ist auch mit einem Abschluss einer Hauptschule machbar, wenn der Bewerber/in über weitere Fähigkeiten verfügt. So zum Beispiel über eine erfolgreich zweijährige Ausbildung oder eine einjährige Ausbildung in der Pflegeassistenz. 

Auszubildende in pflegerischen Berufen müssen sich nicht mehr zum Anfang der Ausbildung zwischen Krankenpflege, Krankenpflege für Kinder oder Krankenpflege für Ältere entscheiden. Die neue Ausbildung ist eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft. Diese setzt sich aus einer Ausbildung an Pflegeschulen und einer praktischen Ausbildung zusammen. Im Rahmen der praktischen Lehre kann man einen Schwerpunkt wie zum Beispiel Altenpflege auswählen, der im Zeugnis als „Vertiefungseinsatz“ angeführt wird. Die Ausbildung ist auch als fünfjährige Teilzeitlehre zu absolvieren. 

Pflegeberuf 1 -Gesundheits- und Krankenpfleger/in

– Definition: Gesundheits- und Krankenpfleger/in- bis 2004 Krankenschwester bzw. Krankenpfleger/in – ist ein Beruf im Gesundheitsbereich, der zu den Pflegeberufen gezählt wird. Ein artverwandtes Berufsbild ist die Altenpflege. 

Diplom-Pflegefachfrau bzw. Diplom-Pflegefachmann ist die deutsche Bezeichnung für diplomiertes Fachpersonal in der Krankenpflege. Die Bezeichnung Diplom-Pflegefachfrau löste im Jahr 2002 die Bezeichnung Diplom-Krankenschwester ab. 

– Ausbildung: Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vom 16. Juli des Jahres 2003 gliedert die dreijährige Ausbildung in 2.100 Theorie- und 2.500 Praxiseinheiten. Sie wird weiter an den Krankenhäusern angeschlossen Krankenpflegeschulen durchgeführt. 

Die Rolle der sogenannten „Praxisanleiter“ wird gestärkt, sie müssen über zumindest zwei Jahre Erfahrung im Beruf und über eine berufspädagogische Ausbildung im Umfang von mindestens 200 Stunden verfügen. Die fehlenden Zeiten dürfen in der Theorie und in der Praxis nicht mehr als 10% ausmachen. 

Das geringste Alter für Auszubildende ist weggefallen. Der Unterricht orientiert sich an fächerübergreifenden Lernbereichen. Der Lehrstoff wird auch in den Lernbereichen wie Anatomie, Chirurgie und Innere Medizin vermehrt durch diplomierte Pflegepädagogen durchgeführt. 

Pflegeberuf 2 -Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

– Definition: Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in ist ein medizinischer bzw. Pflegeberuf, der sich mit der Krankenpflege von Kindern auseinandersetzt. Er wird als eigenständiger Ausbildungsberuf durchgeführt und ist ein Teil der Krankenpflege. Die Aufgabe besteht in der Betreuung kranker und/oder pflegebedürftiger Kinder sämtlicher Altersgruppen. 

– Arbeitsfelder: Die Arbeitsfelder liegen in erster Linie in Kinderkliniken, der ambulanten Krankenpflege von Kindern, einer Kinderarztpraxis, sowie im Rahmen der Selbstständigkeit. 

– Weiterbildungsmöglichkeiten: 

  • Fachkinderkrankenschwester/-pfleger für Intensivpflege/Anästhesie
  • Palliativversorgung 
  • Still- und Laktationsberater/in
  • Präventionsassistent/in

Pflegeberuf 3 -Altenpfleger/in

– Definition: Altenpfleger bzw. Altenpflegerin ist ein Beruf, der sich mit der Betreuung und Pflege älterer Menschen auseinandersetzt. Altenpfleger/innen unterstützen diese Menschen bei der Bewältigung des Alltags, beraten sie, motivieren sie zur Bewegung und sinnvollen Gestaltung der Freizeit und nehmen pflegerisch-medizinische Tätigkeiten wahr. 

– Einsatzgebiete: Altenpfleger/innen arbeiten in erster Linie in geriatrischen Abteilungen von Krankenhäusern, in Kliniken für Pflege- und Rehabilitation, bei Einrichtungen für Kurzzeitpflege mit pflegerischer Betreuung oder bei Tages- und Hauspflegediensten. 

– Ausbildung: Altenpfleger/in ist eine deutschlandweit einheitliche Ausbildung, deren schulischer Anteil an Berufsschulen für Altenpflege und der praktische Teil in Altenpflegeinstitutionen durchgeführt wird. 

Die Ausbildung dauert in Vollzeit drei Jahre und in Teilzeit bis zu fünf Jahre. Versuche, in denen durch ein Aufbaumodul ein zusätzlicher Abschluss erworben werden kann, sehen eine Ausbildungsdauer von insgesamt dreieinhalb Jahren vor. 

Wie sieht die Pflege in der Zukunft aus? Die demographische Entwicklung bringt riesige Herausforderungen

Aktuell sind etwa drei Millionen Menschen pflegebedürftig. Im Jahr 2050 sollen es ungefähr 4,5 Millionen Menschen sein. Ein einschlägiges Institut hat für das Jahr 2050 folgende Prognosen erstellt. 

  • Die Zahl der Menschen sinkt von 82 Millionen. (im Jahr 2008) auf knapp 69 bis 74 Millionen. 
  • Der Anstieg der Lebensdauer von 83 Jahren für Frauen und 78 Jahren für Männer erhöht sich auf 88 Jahre für Frauen und 84 Jahre für Männer. 
  • Die Zahl der sich im Ruhestand befindenden Personen steigt von rund 915.000 auf etwa 1,6 Millionen. 
  • Die Zahl der Demenzerkrankten beträgt 1,5 bis 3 Millionen. 
  • Mehr als vier Millionen Menschen sind pflegebedürftig 
  • Die Zahl der Einwohner ist auf 65 bis 70 Millionen. gesunken; jeder Siebte ist
    80 Jahre alt und älter. 

Um mit den Problemen der Pflege in der Zukunft durch hochwertige medizinische Entwicklungen und einer erhöhten Lebenserwartung mithalten zu können müssen neue Modelle der Pflege diskutiert werden. Dazu zählt unter anderem die weitere Digitalisierung und Betreuung durch Service-Roboter. 

Bei einem Roboter, beispielsweise. einem automatischen Arm zur Assistenz am Krankenbett, handelt es sich um ein Gerät, welches das Pflegepersonal an Kraft und Schnelligkeit übertrifft. Das birgt auf der einen Seite enormes Potenzial, zum Beispiel. bei der Hebeunterstützung, aber auch die Gefahr, die Menschen zu verletzen. 

Es ist an der Zeit Lösungen für eine Pflegeversorgung zu entwickeln, welche die Selbstbestimmung in das Zentrum stellen. Aus diesem Grund könnte eine Ergänzung stationärer Einheiten um spezielle Modelle von Wohngruppen, die sich mit Angeboten ambulanter Versorgung und Betreuung verbinden können, eine aussichtsreiche Option für die Zukunft sein. Es gehe darum, den Sozialraum mit einer Mischung aus professionalisierter Pflege, Förderung pflegerischer Strukturen und dem Einsatz von Technik weiterzuentwickeln. 

Bildnachweis: pixabay.com / truthseeker08

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