Mehr Kindergeld für Alleinerziehende?

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Ein Gastbeitrag von Alexa.

Dieser Tage las ich in einer Zeitschrift ein Porträt über eine Alleinerziehende mit drei Kindern. Diese Frau machte in dem Artikel den Vorschlag, dass Alleinerziehende – im Gegensatz zu verheirateten Paaren – mehr Kindergeld bekommen sollen.

Da auch ich mein Kind alleine großziehe und wir in das Raster der porträtierten Frau passen (bei ihr ging es darum, dass das Geld immer knapp ist und nichts Unvorhergesehenes passieren darf, wie fast bei allen Ein-Eltern-Familien, so auch bei mir…!),dache ich über diesen Vorschlag nach.

Eigentlich ist das eine gute Idee.

Zumindest wer über einen längeren Zeitraum alleinerziehend ist, wäre gut dran, wenn es – sagen wir 150,00 € – mehr Kindergeld geben würde.

Es würde all denen Alleinerziehenden helfen, die oft zu tun haben, Extras wie Klassenfahrten und so weiter zu finanzieren und mit ihrem Einkommen so knapp über dem Satz liegen, der ihnen (lägen sie drunter) die Übernahme solcher Kosten von staatlicher Seite garantieren würde.

Allerdings sehe ich auch große Probleme in Sachen der Umsetzung eines solchen „Extra-Budgets“.

Deutschland ist ja sowieso schon bekannt für hohe bürokratische Hürden und aktuell obendrein in einer gesamtgesellschaftlichen Debatte zur sozialen Gerechtigkeit. Diese ist freilich ein Thema für sich und ist, wenn dazu was aus Politikermündern kommt, meist ein Lacher.

Aber hier ginge es doch schon los. Denn: wie sollte man denn „kontrollieren“, wer wirklich alleinerziehend ist? Also wirklich ganz allein mit dem Kind, ohne Partner an der Seite?

Denn viele „offiziell Alleinerziehende“, die mit jemandem zusammenleben, der eigenes Geld verdient und somit finanzielle Mittel zur Lebenshaltung beisteuert, würden auch von dieser Maßnahme profitieren – das wäre in solchen Fällen aber schon wieder ein Stück weit ungerecht.

Oder nehmen wir die Frauen, die sich ganz bewusst ein Kind anschaffen, mit der Prämisse, es allein zu erziehen. Diese Fälle dürften zwar immer noch selten sein, aber würde nicht mit einem erhöhten Salär für Alleinerziehende eine solche Lebensweise gefördert? Das sollte sie nicht, denn „alleinerziehend“ als angestrebtes Lebensmodell fühlt sich nicht richtig an. Für den jeweiligen Nachwuchs – wohlgemerkt.

Ist meine Meinung! Nicht wenige sehen das anders – ich weiß.

Aber zurück zur Umsetzung einer solchen Extra-Leistung. Ich denke, sie wäre sie nicht machbar.

Gerade in einem bürokratisch korrekten Staat wie Deutschland würde der Gesetzgeber als Grundlage für dieses Geld die Zahlen der Alleinerziehenden erfassen müssen. Eine Mitarbeit der Betroffenen wäre zwingend.

Das allein wäre sicher schon schwer umsetzbar – vom Aufwand her, nicht von der Bereitwilligkeit der Ein-Eltern-Familien.

Dass es am Ende wohl schlicht unmöglich ist, ein solches Extra-Geld zu zahlen, würde wohl an der Nachweisbarkeit des „Alleinerziehenden“-Status scheitern.

Meiner Meinung nach ist dieser kaum nachweisbar. Denn selbst wer heute alleinerziehend ist, kann morgen schon einen gutverdienenden Partner an seiner Seite haben, der die Zahlung einer solchen Leistung unnötig macht. Und was ist mit Alleinerziehenden, die einen Partner haben, nicht zusammen wohnen und sich dennoch viele Kosten im Alltag teilen? Auch hier wäre wohl ein höheres Kindergeld eher ungerecht.

Als einzige Lösung bliebe wohl nur, dass die Alleinerziehenden, die wirklich jeden Cent umdrehen müssen, monatlich ihre Kontoauszüge und sonstigen Nachweise, dass sie sämtliche Ausgaben für sich und den Nachwuchs allein bestreiten, vorlegen müssten. An die Behörde, die den Extra-Bonus zahlt.

Es wäre wohl ein irrer Aufwand, wahrscheinlich brauchte es dazu eine eigene, neue Behörde, mit einem Heer von Mitarbeitern.

Sicher – unmöglich wäre das nicht, sowohl Gelder als auch die Nachfrage nach Verwaltungsjobs sind da. Nur ist es ja meist mit dem Willen der angeblichen Volksvertreter – etwas wirklich Gutes für die Leute zu tun – nicht weit her. Und selbst wenn, würde wahrscheinlich das ewige Mantra bemüht, das da lautet: „kein Geld“.

Insofern bleibt wohl ein höherer Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten von Ein-Eltern-Familien ein unerreichbarer Traum.

Bildnachweis: pexels.com

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