Mit Orgasmen Kasse machen – warum sich diese Frau verkalkulieren wird

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Couple in ecstasyImmer, wenn man denkt, es geht nicht niveauloser, dann wird man jedes Mal eines Besseren belehrt.

So wie ich gestern.

Da sitze ich so im Auto und fahre gen Buchmesse, das Radio dudelt. Auf einmal wird eine Frau angekündigt, die ein interessantes Buch geschrieben hat. „Oha“ denke ich und drehe lauter, in Erwartung eines guten „Buchmesse“-Tips.

Was dann kam, konnte ich kaum glauben.

Es wurde das Buch „In 80 Orgasmen um die Welt“ angekündigt. Dazu gleich ein Interview mit der Autorin. Keine Sekunden später kam sie auch schon zu Wort.

Würde man Attribute, die man sonst einigen D-Promis (z. B. Melanie Müller, Gina-Lisa Lohfink und anderen dümmliche Frauen) zuschreibt, auf Stimmen übertragen können, so würde ich den Tonfall und die Stimme der „Autorin“ so bezeichnen: dümmlich, sehr, sehr dümmlich. Selbst den Satz: „Ich wurde zum Sexobjekt, als ich aus dem Flugzeug trat“ präsentiert sie noch mit einer lachenden Naivität, dass jeder Ansatz, diese Frau nur ein klitzeklein wenig ernst zu nehmen, von vornherein schon zerstört wurde.

Zunächst legte sie mit einer Negativ-Tirade auf deutsche Männer los, die in ihren Augen als Sexualpartner – wenn überhaupt – nur zweite Wahl sind und begann dann von allen möglichen Herren, weltweit, vorzugsweise von Afrikanern, zu schwärmen. Selbstredend war sie mit sämtlichen Männern aus aller Herren Länder (der Ausdruck passt ganz gut…) im Bett, um diese als Sexualpartner zu testen.

Nun gut, könnte man meinen, da hat sich eine sexlustige oder nymphomane oder auch nur „nutten“-hafte Frau durch die Laken geludert, okay…Wer Spaß dran hat…!

Aber statt es dabei zu belassen, sich an diesen fragwürdigen Test einfach mal dann und wann privat zu erinnern, muss es auch hier – wie leider so oft – gleich ein Buch sein. Dabei reihen sich Bücher von Leuten, die sich als Promi fühlen oder es mal waren und nun im abgehalfterten Zustand sind, bereits ins Unendliche. Und liegen doch wie Blei in den Regalen. Weil, wie mir das eine Informantin aus der Verlagsbranche mal sagte, die Bücher, wenn überhaupt nur wenige Tage verkauft werden. Nämlich dann, wenn der Verfasser durch die Talkshows tingelt. Danach ist Schluss und kaum einer will die Ergüsse dieser Leute lesen.

So, nun ist aber diese Henriette Hells weder eine prominente Person, noch sonst irgendwie bekannt. Ihre einzige vermeintliche Waffe ist: „Sex sells“. Nun ja, das bleibt abzuwarten, denn die spannende Frage ist ja, welches Zielpublikum sie anpeilt? Glaubt sie ernsthaft, dass eine normal denkende Frau lesen möchte, was irgendwo eine Unbekannte mit weiteren unbekannten Leuten im Bett erlebt hat? Männer werden wohl schon gar nicht zum Zielpublikum gehören, denn warum sollte die inländische Spezies, die sie doch als Bettpartner quasi gleich aussortiert(e) und schlecht macht, sich solch ein Geschreibsel antun? Eben.

Ich glaube, dieses Buch ist ein weiterer Beweis dafür, in welch niveauloses Tal sich aktuell auch viele Verlage begeben. In einer Zeit, wo so viele begabte Menschen über relevanten und interessante Themen schreiben – und in den meisten Fällen mit ihren guten Manuskripten von Verlagen abgelehnt werden – wird einmal mehr auf Hirnlosigkeit und Trash gesetzt. Micaela Schäfer und Carmen Geiss lassen grüßen. Die Tabledance-Bar auch – denn da liest die Verfasserin während der Leipziger Buchmesse aus ihrem Schrott, pardon: Buch….! …das die Ladenhüter-Riege einmal mehr komplettieren dürfte.

Bildnachweis. Fotolia, http://de.fotolia.com/id/78874029#78874029 – © Photographee.eu

 

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