Frauenquote: Jubel über ein Gesetz, das nur 180 Frauen betrifft

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SchwesigJubelnde, sich selbst feiernde Politiker, Manuela Schwesig & Co. jauchzen „torten-anschneidend“ in die Kameras. Grund der Freude: die Verabschiedung des Gesetzes über die Frauenquote.

Fernsehen, Zeitungen, Radio und Internet: kaum ein Medium, das nicht über diesen vermeintlichen Durchbruch berichtete. Ministerin Schwesig selbst war voll des (Selbst)Lobes, unscheinbare Polit-Barden wie Heiko Maas stimmten ein in den absurden Freudentaumel.

Der vielleicht deshalb so überragend ausfiel, damit andere, wirkliche Probleme, mit deren Lösung man nicht vorankommt, kaschiert werden? Zumindest für ein paar Tage?

Recherchiert man ein wenig zu diesem angeblichen „Super-Gesetz“ kommt nämlich schnell ein schales Gefühl auf. Und der Eindruck – wieder mal – dass man sich eher im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ denn in einem modernen Land wähnt.

Denn: laut so seriösen Leitmedien, wie der „Leipziger Volkszeitung“ und dem „Deutschlandfunk“ können sich über das Gesetz der Frauenquote in diesem, unserem Land gerade mal 180 Frauen freuen.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: 180 Frauen – in Worten: EINHUNDERTACHTZIG Frauen!

Weibliche Führungskräfte, die nun per Frauenquote mitmischen können – allerdings nur in börsennotierten Unternehmen, was ja bekanntlich nur wenige Firmen sind.

Warum die Bundesregierung deshalb von einem „historischen Schritt“ spricht, bleibt offen. Wahrscheinlich ist es mal wieder die feiste Überheblichkeit der Selbstüberschätzung, die eine Regelung, die nur einen winzigsten Teil der berufstätigen Frauen betrifft, zu einem „historischen Ereignis“ hochstilisiert. Historisch bedeutend sind ganz andere Dinge, aber doch nicht dieses Gesetz!

In Deutschland sind über 17 Millionen Frauen berufstätig und der Großteil von ihnen hat entweder Nachwuchs zu erziehen oder Angehörige zu pflegen. Nicht selten schlägt beides als kaum zu stemmende Doppel-Belastung zu.

Doch noch immer ist Deutschland in Sachen „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ ein Entwicklungsland.
Endlose Streitereien um dieses Thema innerhalb der großen Koalition (und auch um Sachverhalte, wie die beschämenden „Erhöhungs“-Vorschläge zum Kindergeld) bestimmen den politischen Tagesablauf aller Politikerinnen und Politiker. Es scheint, als streite man lieber zäh miteinander, als die wirklich wichtigen Dinge anzupacken.

Denn die Millionen berufstätigen Frauen, die entweder als Ehefrau oder Alleinerziehende, selbständig oder angestellt tätig, ihrer Arbeit nachgehen, hätten es mehr als verdient, wenn man sich den brennenden Themen, die diesen Frauen wichtig sind, zum Beispiel „familiengerechte Arbeitszeitmodelle“ oder sozialer Teilhabe aller – vor allem sozial benachteiligter – Kinder an Bildung, Freizeit, Kultur und Spiel widmen würde. Manche Familien oder Alleinerziehende liegen oft nur wenige Cent über einem bestimmten Satz, ab dem beispielsweise Klassenfahrten, die finanziell selbst nicht gestemmt werden können, staatlich nicht übernommen werden. Eine Skandal sondergleichen – vor allem in einem so steinreichen Land wie Deutschland!

Leider werden diese Problematiken seit Jahren politisch vernachlässigt. Statt dessen kümmert man sich um 180 Frauen, die in Spitzenpositionen tätig sind und wohl auch ohne Frauenquote einen super bezahlten Job finden würden.

Es ist unfassbar und einfach auch nicht nachvollziehbar.

Nebenbei bemerkt: trotz der unbestrittenen Priorität, für berufstätige Frauen etwas zu tun – es sollte doch eher das Prinzip des Könnens zählen, als eine staatlich verordnete Frauenquote.

Und Volksvertreter sollten (MÜSSEN!) in erster Linie etwas für die Menschen leisten, die sie vertreten: das Volk. Und da sind über 17 Millionen Frauen, von denen viele trotz Arbeit in Armut leben doch wohl allemal wichtiger, als Frauen mit Spitzenqualifikation, die wohl eher selten beim Jobcenter vorsprechen müssen.

Leider aber denken wohl die Politiker_innen allerorten immer noch nur an sich. In Sachsen zum Beispiel haben sich dies angeblichen Volksvertreter gerade eine Erhöhung um 1000,00 € genehmigt. Jährlich? Nein. Monatlich.

Bildnachweis: Bundesregierung / Denzel,  http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Presse/portraets,did=205054.html

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