„Normales“ Familienleben? Medial eher out.

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familyEin Beitrag von Katja – Trennung hier, Patchwork da, dort der One-Night-Stand, da die Daueraffäre, pendelnde Trennungskinder im ganzen Land, Elternteile, die auf einmal schwul oder lesbisch werden – nie ging es auf emotionalem Terrain so verrückt zu wie in unserer aktuellen Gesellschaft.

Ein Trauerspiel, wie sich das vor allem auf die betroffenen Kinder auswirkt!

Es gibt Leute, da fragt man sich, ob es bei denen nicht besser gewesen wäre, sie hätten es gelassen. Mit dem Nachwuchs.

Dass viel zu viele Paare heutzutage die eigene Beziehung weg werfen, wenn die ersten Probleme auftreten, ist schlimm genug. Noch schlimmer aber ist der Tenor von Medien und angeblichen Meinungsmachern, die emotionales Versagen (wie z. B. absichtliches Fremdgehen) und die unzähligen Scheidungen – mit all den unschönen Konsequenzen – lifstylemäßig „hochschreiben“ und in deren Kosmos die ganz „normale“ Familie, sprich: Mutter, Vater, Kind(er) so gut wie gar nicht mehr vorkommt, obwohl so noch immer die Mehrheit der Familien ausschaut.

Nach dem Motto: „je absurder, desto besser – alles Trend irgendwie…“ widmen sich die Medien auffällig oft und in jubelnder Manier eher fraglichen Lebensweisen und -modellen.

Gerade vorhin las ich im Magazin NEON über Affären als Mutter oder Vater, natürlich wieder im fluffig-„pseudo“-trend-mäßigen „Lifestyle“-Tenor. Unreifes Verhalten wird im medialen Dauerfeuer beifällig beklatscht, Ungewöhnliches und – ja, auch unnormales – in den Himmel gehoben.

Was man in der tagtäglichen politischen Berichterstattung vorgesetzt bekommt, funktioniert GENAU SO  auch im Themenbereich von Beziehung, Familie & Co. Meinungen und Lebensweisen von Minderheiten werden zum Mainstream erkoren, man kennt das aus der aktuellen „Flüchtlings“-Krise.

Ein blöde daherkommender „WIR“-Tenor, den vor allem die „etablierten“ Frauenmedien anschlagen, soll suggerieren, dass alles was von den Redaktionen im „WIR-Sprech“ für gut befunden wird, auch bitte die Leserschaft gut finden soll.

Statt konkreter die Ursachen zu befragen und den einen oder anderen (vermeintlich altbackenen) Wert zu vermitteln, wird zu höchst sensiblen Themen eher im Lifestyle-Modus und zudem recht reißerisch berichtet. Ist ja alles locker und easy hinzubekommen…und immer noch aufregender als die dröge „Otto-Normalo“-Familie.

Sehr offensichtlich wird das beim Thema „Trennung mit Kindern“. „Das wird schon“ – so die Devise, immerhin wartet ja danach das gepriesene „Modell der Zukunft“, der bunte Flickenteppich „Patchwork-Familie“!

Da, wo gerade Medien einst vertraute und befürwortete Basics wie „wieder zueinander finden“ oder „nicht bei jedem Problem auseinander rennen“ wirksam kommunizieren könnten, bejubeln diese lieber abgehobene und von der Masse der Menschen mitnichten favorisierte Lebensmodelle.

Bei Netmoms.de fand ich dieser Tage einen Artikel, der sich empörte, weil ein Vater seine Tochter im Kleinkind-Alter nicht an einer Schwulen-Hochzeit teilnehmen lassen wollte. „Es könnte sie verwirren“ so seine Meinung, der sich wohl die meisten Menschen, inklusive meiner Wenigkeit, völlig zu Recht anschließen würden.

Nicht so freilich die Autorin dieses Beitrages, die schnell mal herbei fantasierte, dass eine Hochzeit mit gleichgeschlechtlichen Menschen dasselbe ist wie das Hetero-Modell. Absurd und bar jeder Realität!

Oder kürzlich der Beitrag, den ich in einer DER Frauenzeitschriften, die durch steten Arbeitsplatz-Abbau offenbar auch die Qualität in den Keller rutschen lassen, gelesen habe.

Es ging um ein Mädchen im Teenie-Alter, dessen Vater irgendwann bemerkte, dass er schwul ist und wo alle nun heute in einer angeblichen „Friede-Freude-Eierkuchen“-Welt harmonisch mit Vaters neuem Freund ein tolles Familienleben gestalten.

Oder der Artikel in einer MOM-Zeitschrift, in dem eine Mutter, deren Sohn in ein Alter kam, wo „kiffen“ angesagt ist, einfach gleich selbst eine Lobeshymne auf diese Art Drogen anstimmte. Völlig daneben! Aber Hauptsache eines: extrem! Man könnte meinen, die Leute, die sich „Redakteure“ schimpfen, schreiben selbst mit vernebeltem Kopf….!

Da verwundert es nicht, dass dieses Mütterblatt auch Parolen herausgibt im Stile von: „auch wenn die Wäsche scheiße aufgehangen ist, egal – sie hängt“.

Wobei derlei sinnfreie Sprüche – zugegeben – noch das harmloseste an deren „Ga-Ga“-Berichterstattung sind.

…und man sich fast schon an eine gewisse Fäkalien-Sprache der dort schreibenden Autorinnen gewöhnt hat.

Schöne, neue Welt eben. Oder (lieber) auch nicht…!

Bildnachweis: https://de.fotolia.com/id/89229888

Datei: #89229888 | Urheber: drubig-photo

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