„Person des öffentlichen Lebens“ – Geltungssucht 2.0?

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young gorgeous brunette with glass of red wine

Was haben Senta Berger, Hannelore Elsner und Julia Roberts gemeinsam?

Nun – alle drei sind überaus charismatische Frauen und wunderbare Schauspielerinnen.

Schauspielerinnen, die durch Können denn durch Skandale überzeugen.

Da liegt es nahe, dass diese Prominenten „Person des öffentlichen Lebens“ sind. Selbst die immer unbeliebter werdende Bundeskanzlerin ist eine „Person des öffentlichen Lebens“. Ihre derzeitige Politik ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber eine Person der Öffentlichkeit ist sie nun mal.

Was aber verleitet Personen wie beispielsweise Menschen wie Verena Kerth oder Charlotte Würdig dazu, sich als „Person des öffentlichen Lebens“ zu sehen? Denn laut ihren jeweiligen Facebook-Accounts sind sie genau das.

Charlotte – wer?! Das fragt sich bestimmt jetzt die eine oder andere von Ihnen und tatsächlich wird diese Frau wohl nur wenigen Personen bekannt sein.

Charlotte Würdig verdingt sich als Trainerin und ist zudem die Partnerin von Sido, was sie eventuell dazu veranlasst hat, auch sich selbst als eine „prominente Persönlichkeit“ wahrzunehmen. Im Internet stehen zu ihr noch die „nichts- und alles“-sagenden Attribute „Model“ und – klar! – „Schauspielerin“.

Mir ist kein Film mit ihr bekannt, aber ich schaue auch viel zu wenig fern, lohnt einfach nicht, bei dem schlechten und unobjektivem Programm…

Aber auch wer täglich in die Glotze schaut, dürfte Frau Würdig wohl eher nicht kennen, es sei denn man trainiert bei ihr….Aufgefallen ist mir diese Frau übrigens auch erst in jüngster Zeit – als nämlich von einigen Frauenmedien der Zickenkrieg zwischen Würdig und der frischgebackenen Mama, Daniela Katzenberger, publik wurde.

Die Würdig hat wohl bemängelt, dass die Trash-Blondine noch einen zu dicken „After-Baby“-Bauch hat. Oder so. Wie auch immer, die Diskussion war auf einem Niveau, über das man hier nicht zu diskutieren braucht.

Aber in diesem Zusammenhang wurde ich eben auf sie aufmerksam, ging auf ihr Facebook-Profil und – siehe da! – sie sieht sich als eine „Person des öffentlichen Lebens“.

Wie erwähnt, ist es meine Vermutung, dass sie das tat, weil sie die Frau an Sidos Seite ist.

Man kennt das ja von (unter anderem) den Spielerfrauen, die nach jedem noch so unbedeutendem One-Night-Stand mit einem bekannten Fußballer am nächsten Morgen schon einen Sprecher haben…!

Apropos Spielerfrau: ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, hier mal zu schauen, wer sich noch so überschätzt und sich als „Person des öffentlichen Lebens“ zelebriert.

Und da traf ich digital auf eine Frau, von der man lange schon nichts mehr gehört hat und wohl auch nie gehört hätte, wenn sie nicht vor Jahren mal ein paar Jährchen mit Oliver Kahn verbracht hätte: Verena Kerth.

Kennen freilich auch die wenigsten.

Auch über sie stehen die üblichen, platten, Attribute im Netz, die wahrscheinlich stets herhalten müssen, wenn Charisma, Talent oder/und Errungenschaften fehlen.

Unter anderem verrät das Netz über sie, dass sie mal mit dem „Promibus“ für irgendeinen Sender auf eine „Pauschalreise“ ging – eigentlich eher was für die Abteilung: „Peinlichkeiten abgeleger Spielerfrauen“.

Nichtsdestotrotz sieht sich aber Frau Kerth offenbar als eine prominente Persönlichkeit – sie hat nicht nur ihr Facebook-Profil auf den Status der „Person des öffentlichen Lebens“ gestellt, sie offeriert auf ihrer Homepage auch Autogrammkarten. Dass die nachgefragt werden, dürfte allerdings mehr als fraglich sein.

Aber was bewegt solche Frauen, wie Charlotte Würdig oder Verena Kerth (die wir stellvertretend für viele andere Damen, die sich als „Promi“ sehen und doch nur ein Abziehbild des Fremdschämens abgeben, hier mal unter die Lupe genommen haben) sich anderen als „Person des öffentlichen Lebens“ zu präsentieren?

Wo doch bei wirklichen charismatischen „Personen der Öffentlichkeit“ schon irgendwo die Erwartung da ist, dass es sich um Leute dreht, die in irgendeiner Art und Weise was geleistet haben.

Für die Allgemeinheit, für die Gesellschaft, für Bedürftige, für Benachteiligte.

Und damit ist ausdrücklich NICHT gemeint, mal auf irgendeiner Charity-Gala, auf der sich die Kerths und Würdigs dieses Planeten gern herum treiben, ein Los zugunsten Bedürftiger zu kaufen.

Wobei ich natürlich nicht irgendein charitymäßiges Engagement, für das sich die beiden genannten Damen vielleicht sogar verwenden, in Abrede stellen oder diffamieren möchte. Nur habe ich darüber halt noch nichts gehört – im Gegensatz zu umfangreichen Aktivitäten von Julia Roberts, Melinda Gates & Co. …..bin ja auch nicht der Nabel der Welt.

Aber scheinbar ist der Respekt vor dem Status einer „Person des öffentlichen Lebens“ `eh ein überholtes Relikt aus analogen Zeiten.

Facebook, Twitter & Co. ermöglichen bekanntlich heutzutage jedem Nobody einen Auftritt, der viele Leute erreicht.

Und eben auch viele Menschen dazu verführt, ihren „Interressantheits“-Grad feist zu multiplizieren, ihn maßlos zu überschätzen.

So ist man eben einfach eine „Person des öffentlichen Lebens“ – ob die Öffentlichkeit das so sieht oder nicht.

Hauptsache, man selbst sieht sich als „was Besonderes“, gar als VIP – was juckt da schon der Rest der Gesellschaft? Die das wahrscheinlich eher überhaupt nicht so sieht….!

Zurück zur Frage, was solche eher „stinknormalen“ Menschen, auf den Gedanken kommen lässt, sich ein Facebook-Profil zuzulegen, das denselben Status signalisiert, wie ihn die Öffentlichkeit Menschen wie Angela Merkel, Julia Roberts oder der Frau von Bill Gates zugesteht?

Die Antwort könnte lauten: Geltungssucht 2.0.

Nicht mehr und nicht weniger. Man möchte was darstellen, die virtuelle Bühne ist da – und im Umfeld eines (Ex)Partners, der ein wenig Glamour-Faktor zu bieten hat, überträgt man diesen wohl gleich auf sich selbst mit. Weil man ihn vielleicht so sehr ersehnt.

Mit wenigen Mausklicks kann man sich selbst vorgaukeln, dass man eben mithalten kann, mit Leuten, die wirkliche Persönlichkeiten und/oder Stars sind.

Lächerlich – ganz klar.

Aber auch wieder witzig, denn der geneigte User denkt sich natürlich sein Teil.

Und die Betreffenden wiederum denken sicherlich, dass ihre Wahrnehmung auch die der anderen ist – wie auch immer.

Um diesen Artikel mit den Statements der beiden Damen zu ergänzen, haben wir natürlich jeweils bei den „Managements“ beider Frauen angefragt.

Erwartungsgemäß kamen so sinngemäß die Aussagen „keine Zeit – Terminstress“ (Charlotte Würdig) und die Absage „…nach Rücksprache mit Frau Kerth“ (Verena Kerth).

Wäre ich Frau Kerth, ich glaube ich wüsste auch nicht, wie ich öffentlich begründen sollte, eine „Person des öffentlichen Lebens“ zu sein. Ganz ehrlich!

Übrigens: die oben genannten – wirklich prominenten – Damen, Julia Roberts, Hannelore Elsner, Senta Berger und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben ihr Facebook-Profil keineswegs auf „Person des öffentlichen Lebens“ gestellt. Da stehen ganz profan ihre Berufsbezeichnungen.

Lediglich Melinda Gates lässt ihr Facebook-Profil unter „Person des öffentlichen Lebens“ laufen.

Es möge einfach jede Leserin, jeder Leser, eigene Schlüsse ziehen, ob Frau Würdig und Frau Kerth sich mit Frau Gates vergleichen bzw. gleichsetzen können….!

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/88857928?by=serie – Datei: #88857928

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