Young beautiful women at the weekly cloth market - Best friends sharing free time having fun and shopping in the old town in a sunny day - Girlfriends enjoying everyday life moments

Nun hat auch die sächsische Metropole Leipzig ein PRIMARK-Kaufhaus. Diese Ladenkette, deren Klamotten – dem Vernehmen nach – eher auf dem Müll landen, als in der Waschmaschine.  Denn die Teile dort sind so günstig, dass es tatsächlich Leute geben soll, die in diesem Laden eher neu einkaufen, statt die getragenen PRIMARK-Sachen zu waschen und erneut anzuziehen.

Wer weiß, ob die Bekleidung von dort einen Waschmaschinengang überleben würde – aber das ist freilich reine Spekulation…!  PRIMARK ist seit seiner Expansion nach Deutschland hoch umstritten, ganz sicher nicht zu Unrecht!

Billigklamotten bei PRIMARK

Das irländische Unternehmen bietet seine Bekleidung so günstig an, dass jeder normal denkende Mensch sofort vor seinem geistigen Auge Menschen in fernen Ländern sieht, die sich für die Herstellung dieser Teile krumm machen. Und womöglich noch menschenrechtsmäßig beschnitten – wenn nicht gar ausgebeutet – werden. Denn, wie zum Himmel, soll ganz am Anfang der Kette noch irgendwer etwas verdienen, wenn PRIMARK T-Shirts unter 5,00 € anbietet?

Hier, auf FRAUENPANORAMA.de, haben wir vor einiger Zeit schon einmal etwas zu diesem Thema veröffentlicht, damals ging es darum, ob Blogger sich vor den Karren solcher Unternehmen spannen lassen und über Ketten, wie PRIMARK, berichten sollten? Kurz danach wurde hier in der Nähe, in Leipzig, ein großes Kaufhaus neu hochgezogen, einziehen sollte PRIMARK.

Weil das Unternehmen mich mit seiner Philosophie anwidert und ich – für mich – davon ausgehe, dass für diesen Billigmist woanders auf der Welt Menschen hart arbeiten und ja vielleicht nie auf einen grünen Zweig kommen, habe ich das nicht so großartig verfolgt.

Irgendwann las ich, dass PRIMARK in Leipzig eröffnet hat und man an diesem Tag Massen von Menschen vor den Eingangstüren verzeichnete – sogar noch vor Ladenöffnung! Konsum-Idiotie lässt grüßen – oder?! Ich werde nie begreifen, warum Leute wegen irgendwelcher I-Phone oder Klamotten vor vermeintlichen „IN“-Läden campieren – oft schon im Morgengrauen…!

Nun ja – zurück zu PRIMARK.

Es riecht chemisch

Vor ein paar Tagen nun hatte ich einen Termin – ganz in der Nähe des neu eröffneten PRIMARK in Leipzig und ich dachte mir: „schaust Du mal rein“. Als ich den riesigen Laden, direkt in der Nähe dem bekannten Brühl gelegen, betrat, stieg mir schon dieser künstlich-penetrante Geruch in die Nase, irgendwie chemisch. Ich schaute zunächst mal nach den Klamotten, überall wühlten und schauten Menschen in und auf die angebotenen Bekleidungsstücke, die zu Spottpreisen feilgeboten wurden.

Ein „Rundum“-Adler-Blick genügte, und ich wusste, dass ich genug gesehen hatte. Mit Erstaunen stellte ich dann fest, dass PRIMARK auch HOME-Artikel führt, also fuhr ich ins Untergeschoss, wo man derlei Produkte anbot. Auch hier: viel Schnulli, viel Pink, viel nachgemachter Landhaus-Look – für einen Moment fühlte ich mich an einen Markt-Trip in Seoul erinnert.

Freilich war jedoch alles peinlichst sortiert und zudem ordentlich präsentiert. Auch hier alles Schnäppchenpreise und es wundert mich nicht, dass Unternehmen wie PRIMARK ihren Gier-Kreislauf wohl dauerhaft am Laufen halten können, denn: die Leute nehmen die Angebote wahr.

Vielleicht auch, weil sie müssen respektive nicht anders können. Wo um Himmels Willen gibt es denn Kopfkissen-Inlets für 8,00 €? Zwei Stück im Pack – wohlgemerkt!

Gierkapitalismus in Reinkultur

Einer alleinerziehenden Mama – zum Beispiel – fiele wohl hier die Entscheidung, zuzugreifen, leicht. Logisch! Und das ganze System des fiesen Gierkapitalismus wird damit in Reinkultur vorgeführt!

Menschen, die einen sehr niedrigen Lebensstandard haben (in den Ländern, wo all der Schmarrn produziert wird) stellen Dinge her für Menschen in den Industrieländern, die wiederum für sich darauf angewiesen sind, Dinge des täglichen Bedarfs – wie eben auch Kleidung – sehr preiswert einzukaufen.

Statt einheimische Arbeit wieder auf ein angemessenes Niveau zu heben und die Leute im Lande anständig zu bezahlen, wird eben outgesourct. In Niedriglohn-Länder, in denen die Menschen meist auch einen sehr niedrigen Lebensstandard haben. Oft ohne eine Chance, dies zu ändern, weshalb man sich im Billig-Lohn-Sektor verdingen muss.

Natürlich habe auch ich keine Patentlösung parat, wie dieses Ungleichgewicht auf der Welt beendet werden kann, aber dennoch – Entschuldigung! – kotzt es mich an! Diese ganze Gier, dieser Irrsinn…warum?!  Wie zum Beweis, dass solche Konzepte Hochkonjunktur haben, hörte ich auf einmal hinter mir eine Stimme:

„ja – okay, 40 Stück davon verkauft, liefern wir nach, hier 65 Stück – aha, geht auf die Order, was ist mit denen hier, 76 Stück?“.

Ich schaute mich um und sah einen dieser – sorry! – Lackaffen im Anzug, Typ „gegelt-schmieriger“ Jungmanager, aufgestylt und schick gemacht.

Die Geschäfte bei PRIMARK scheinen zu laufen

Solche, wie man sie ganz oft mit ihren Klick-Klack-Rollkoffern auf den Flughäfen oder im ICE sieht – „Mr. „Ganz-ganz-Wichtig“! So jemand stand also in meiner direkten Nähe und ging mit einem Angestellten eine Liste durch. Ganz offensichtlich verständigte man sich darüber, welche Schuhe nachgeliefert werden sollen, welche Paare sich gut verkaufen. Und richtig: mein Blick blieb hängen an unzähligen Damenschuhen, viele High-Heels – nicht wenige in St. Pauli-Optik und mit superhohen Absätzen.

Nun gut, da bin ich vielleicht ja nicht ganz auf der Höhe der Zeit, kann ja sein, dass diese Hochhackigen in Grellfarben „in“ sind….!

Ich fand irgendwie das Getue des „Lackaffen“ einfach nur abartig und ein Blick auf ein paar Badelatschen, die nicht mal in die Nähe des Preises einer Eistüte auf der Insel Usedom kommen, reichte mir, um das Weite zu suchen, mich Richtung Ausgang zu retten.

Den Geruch der Billig-Schuhe penetrant in der Nase – nicht schön! So wie auch der gesamte Eindruck des PRIMARK-Ladens. Obwohl alles sauber, stylish und piekfein sortiert daherkommt, bleibt der fade Geschmack der Ausbeutung. Für mich – wohlgemerkt! Für andere (die dort ja eventuell auch konsumieren) kann ich natürlich nicht sprechen. Ich fühle mich nur erneut in meiner Meinung bestätigt: die Gier kommt hier als Lifestyle daher.

Eine glitzernde Maske – mehr nicht. Insofern: PRIMARK – nein!

Nicht für mich!

Bildnachweis (Symbolbild): Fotolia, https://de.fotolia.com/id/67632780

Datei: #67632780 | Urheber: ViewApart

 

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