Als Blogger Primark vorstellen?

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Frau beim Kleiderkauf

Setzt bei der Generation „Y“ das Nachdenken aus? Gute Frage, denn: dieser Tage stieß ich in einer Facebook-Blogger-Gruppe auf einen Artikel, in dem es um Primark ging. Eine – wohl noch recht junge – Bloggerin postete –zig Bilder, die das pralle Warenangebot des Bekleidungshauses zeigten und schrieb dazu auch einen Bericht auf ihrem Blog.

Angesichts der Message, die Primark in die Welt hinaus posaunt (so sinngemäß „Waschen ist teurer als bei Primark neu zu kaufen“) halte ich es persönlich doch für sehr fragwürdig – mindestens jedoch für irritierend – dass so locker-fluffig über diese Billig-Kette berichtet wird.

Blogger der „Generation Y“ hinterfragen vieles

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bloger, die das Unternehmen vorstellen – oder auch nur darüber berichten –  nicht bewusst ist, dass dem Unternehmen vorgeworfen wird, Mitarbeiter, wohl vor allem Näher_innen auszunutzen. Gerade wenn es Bloggerinnen sind, die ja eigentlich so toll ins Bild der „Generation Y“ passen sollten. Politisch, sozial und ökölogisch korrekt, alles hinterfragend.

Natürlich sind nicht alle Leute aus einem Generationszyklus gleich, Ausnahmen gibt es ja bekanntlich immer. Aber auch wenn die Berichte – kaum vorstellbar freilich – an einem vorbei gegangen sind, kann sich doch eigentlich jeder selbst ausmalen, was Leute im fernen Asien oder in europäischen Billig-Lohn-Ländern verdienen, die Klamotten nähen, die oft nicht mal fünf oder zehn Euro kosten.

Von A bis Z ökologisch korrekt konsumieren dürfte schwer sein

Klar – viele junge Leute und immer öfter auch Menschen, die älter sind, haben nicht das großartige Budget für Kleidung im teuren Stil. Und es ist auch ganz klar, dass es wohl kaum einem Menschen – mit normalem bis mittlerem Einkommen – gelingen dürfte, von A bis Z ökologisch, sozial und ökologisch korrekt zu konsumieren. Von Lebensmitteln über Autos bis hin zur Kleidung. Abgesehen vom Geld hätte wohl auch kaum ein Mensch die Zeit, sämtliche Einkäufe detailliert zu überprüfen. Ich behaupte mal, dass ist für die meisten von uns schlicht nicht machbar.

Aber dennoch kann jeder persönlich seinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten. Und sollte sich ernsthaft fragen, wem es wohl dient, wenn täglich (!!!) frische Ware in Geschäfte wie Primark gepumpt wird und ob das nötig ist?

Artikel – womöglich noch positive – über Primark zu veröffentlichen, eignen sich definitiv nicht dazu, einen eigenen, kleinen Beitrag für diese, unsere Erde und die Menschen, die darin leben, zu leisten.

Jeder entscheidet selbst, ob er bei gewissen Ketten kauft

Es ist so schon schwer genug bis unmöglich, raffgierige Profit-Kapitalisten zum Umdenken oder gar zum Aufgeben ihrer doch sehr anstößigen Geschäftsmodelle zu bewegen. Wer sich jemals über das Leben von Menschen, die Kleidung für Unternehmen wie Primark & Co. herstellen, informiert oder es vor Ort selbst in Augenschein genommen hat, der würde wohl kaum solche fragwürdigen Firmen pushen oder im Stile von Lobeshymnen über sie schreiben. Und schon gar nicht seinen Fuß über die Schwelle eines solchen Geschäftes setzen.

Ich persönlich kannte Primark gar nicht, bevor ich nicht den oben erwähnten, für mich zynisch anmutenden (Werbe)Spruch hörte. Erst da befasste ich mich näher mit dem Unternehmen, informierte mich über Hintergründe, las adäquate Informationen und so weiter und so fort.

Sicher wird nicht alles stimmen, was man so über das Billig-Label hört und liest, aber – wie schon gesagt: wer dazu aufruft, lieber neue Ware zu kaufen, als diese zu waschen, der sollte sich was schämen. Und wer solche Leute unterstützt, auch.

Bildnachweis: Fotolia, http://de.fotolia.com/id/16283434  #16283434 – © detailblick

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