Singlemütter und Dating – Vorsicht ist geboten!

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Frau mit Baby und Laptop

Ein Gastbeitrag von Louise. …oder anders gesagt: „Singlemütter sollten eine Zeit lang gar nicht daten“. Doch natürlich ist dieser Ratschlag vermessen und anmaßend, zudem wohl kaum machbar. Ich bin selbst Singlemama und seit Tagen geistert das Thema „Gefährliches Dating für Singlemamas“  durch die sozialen Netzwerke, allerdings ziemlich reißerisch, so nach dem Motto „Was diese Mutter erlebte…“ oder „Der Albtraum dieser Mama“. Dennoch: das Thema ist wichtig. Sehr sogar.

Ich werde nämlich nie vergessen, wie ich vor Jahren mal – via Dating im Übrigen – einen Mann traf, der als Kriminalpolizist arbeitete. Er erzählte mir, dass Singlebörsen im Netz häufig von Pädophilen genutzt werden und diese sich gezielt die alleinerziehenden Frauen mit Kind(ern) auswählen würden.

Tja – und wo daten Singlemamas am häufigsten? Eben…Im Internet.

Singlemütter haben nicht viel Gelegenheiten, auszugehen

Einfach, weil es zwischen Kind, Job, Mutterschaft und Haushalt nicht so viele Gelegenheiten gibt, auf die Piste zu gehen oder anderweitig einen Partner kennenzulernen.

Insofern sollte sich jede Frau mit Kind(ern) darüber im Klaren sein, dass es Männer gibt, die einzig aus diesem schäbigen Grund eine Alleinerziehende via Singlebörse suchen. Dass das oft auch ganz böse endet, merkt man daran, wie oft man in den Medien fassungslos Nachrichten á la „Stiefvater vergewaltigte Sohn oder Tochter der Partnerin“ zu hören oder zu lesen bekommt.

Achten Sie mal drauf – hier ist so gut wie immer vom „Lebensgefährten der Mutter“ respektive „dem Stiefvater“ die Rede.

Und auch wenn es sich um keinen sexuellen Missbrauchsdelikt handelt – nicht weniger oft liest oder hört man, dass der „Partner der Mutter“ das Kind misshandelt und geschlagen hat. Auch diese traurigen Nachrichten sind leider nicht selten.

Via Online-Dating können Straftäter lauern

Was aber tun als Singlemama? Wie gesagt: am liebsten plädierte ich für das eingangs erwähnte „gar nicht daten“.

Warum, ist rasch erklärt: auch wenn es die seltensten (und extremsten) Fälle sind, dass man via Online-Dating an einen (potentiellen) Straftäter gerät: schon bei und mit „ganz normalen“ Männern ist das Dating eine heikle Sache.

Weil es nämlich mit einem Kind so gut wie unmöglich ist, die Kennenlernphase erst mal ein paar Wochen bis Monate außerhalb des persönlichen Umfeldes – und ohne das Kind einzubeziehen – zu gestalten.

Ich spreche da aus Erfahrung!

Denn wenn man einen Mann im Internet kennenlernt, sich sympathisch ist und mit ihm in eine Kennenlernphase geht, ist man – wenn die Sympathie und die Schmetterlinge im Bauch anhalten – nun mal schnell dabei, die Treffen rasch in das häuslich-private Umfeld zu legen.

Weil es anders kaum möglich ist. Das ist eben auch eine Konsequenz, die sich aus dem Status „alleinerziehend“ ableitet. Es geht einfach nicht, sich über Wochen und Monate nur in Restaurants, Parks und Ausstellungen oder eben bei IHM zu treffen. Bis FRAU sich wirklich ganz sicher ist.

Aber gerade Singlemamas bräuchten so eine lange Zeitspanne, um festzustellen, ob man zueinander passt und das weitere Kennenlernen – respektive den Beziehungsstart – dann auch gemeinsam mit dem Nachwuchs angehen kann.

Allerdings – ich wiederhole mich – das ist nicht machbar.

Oft wird neuer Partner gleich in das eigene Zuhause mitgenommen

Deshalb lassen die meisten alleinerziehenden Frauen die neue Bekanntschaft, den neuen (potentiellen) Partner, ziemlich rasch in die eigenen vier Wände und damit auch in den Lebensraum des Kindes.

Oft geht das gut und der Großteil der Singlefrauen mit Kind hat sensible Antennen genug, um zu entscheiden, dass der neue Mann sich durchaus schon im persönlichen Kosmos bewegen darf.

Nicht selten geht es aber nicht gut und die Gründe dafür sind so unterschiedlich, wie simpel:

es passt doch nicht, man kommt wider Erwarten nicht so gut miteinander klar, einer ist vielleicht doch nicht so verliebt, diverse Macken und Kleinigkeiten stören, und, und, und….Wo man als ungebundener Mensch einfach einen Haken dran macht – mal mit mehr, mal mit weniger Liebeskummer – ist ein solches „Aus“ für den Nachwuchs, der mit im Spiel ist, meist eine Katastrophe.

Vor allem, wenn die Kinder noch kleiner sind, worauf ich mich hier in dem Artikel freilich auch beziehe. Es geht – das werden Sie ahnen – nicht um Kinder ab 18 Jahre aufwärts…!

Tja, und wenn dann so kleine Mäuse sich schon mal an den Partner gewöhnt haben, der dann aber wieder – meist von heute auf morgen – von der Bildfläche verschwindet, dann ist das gar nicht lustig. Geht dann das Spiel wieder von vorne los, mit demselben Ergebnis (man trennt sich rasch wieder) dann kann die eine oder andere Kinderseele bestimmt auch Schaden nehmen. Nicht umsonst hört man ja immer wieder von Leuten, die im Leben  nicht so gut klar kommen oder/und auch psychische Probleme oder/und ein Suchtproblem haben, dass es Situationen in der Kindheit gab, wo die Mutter häufig wechselnde Partner hatte.

Sicher werden dieses andauernde „Bäumchen-wechsle-Dich“-Spiel wohl die wenigsten Frauen, die alleine mit Kind(ern) leben, betreiben, aber ich wollte es mal erwähnt haben.

Erst wieder daten, wenn Nachwuchs älter ist

Insofern habe ich für mich – nachdem ich ein, zwei Kennenlernphasen bzw. frühe Beziehungsauftaktphasen hatte, die scheiterten – die Entscheidung getroffen, dass ich erst wieder date, wenn mein Nachwuchs älter ist. Es bringt vorher einfach nichts. Nicht zuletzt aus dem Grund, dass ich eben wirklich nur auf Online-Dating setzen müsste, weil anderweitig kaum Möglichkeiten da sind, jemanden kennen zu lernen.

Und es ja bekanntlich sehr, sehr  selten ist, dass man in einer Singlebörse im Internet wirklich den Mann fürs Leben findet.

Mich stört meine Single-Situation aber auch nicht. Ich habe tausend andere Dinge zu tun und im Kopf und lieber lebe ich eine Zeit alleine, als dass ich meinem Kind zumute, sich an jemanden zu gewöhnen, der dann unser Leben vielleicht doch wieder verlässt….

Das muss aber jede Singlefrau mit Nachwuchs für sich selbst entscheiden – ganz klar!

Und wer doch Lust auf Online-Dating hat: am besten gar nicht angeben, dass man ein Kind hat oder (weil die Unterschlagung der Information ja eher heikel ist…) wenn, dann bloß nicht Alter und Geschlecht des Nachwuchses angeben.

Und misstrauisch werden, wenn immer wieder danach gefragt wird – gleich in den ersten Mails….Man ist in den Weiten des Webs eben auch vor fiesen oder/und kriminellen Gestalten niemals gefeit.

Spalte „Kind“ in Singlebörse muss nicht ausgefüllt sein!

Darum überlegen Sie es sich wirklich, ob sie die Spalte „Kind“ beim Singlebörsen-Account nicht doch lieber leer lassen!

Klar – Ihr Dating-Kandidat wird erst mal komisch gucken, wenn Sie dann mit der Information „um die Ecke kommen“, dass sie Nachwuchs haben, der auch bei Ihnen lebt. Aber Sie haben ja eine schlüssige Erklärung dafür, warum Sie auf diese Angabe zunächst verzichtet haben!

Und können das Risiko, auf einen Pädophilen gestoßen zu sein, der sich nur aus DEM EINEN Grund beim Online-Dating rumtreibt, zumindest minimieren.

Einen weiteren, lesenswerten Berichte zu diesem Thema finden Sie im Übrigen hier.

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/86066533

Datei: #86066533 | Urheber: kuzmichstudio

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1 Kommentar

  1. Luzia

    15. Juli 2018 at 17:08

    „Wo man als ungebundener Mensch einfach einen Haken dran macht – mal mit mehr, mal mit weniger Liebeskummer“ Hätte ich machen sollen und meinem Kind wäre es besser ergangen! Im Nachhinein denke ich, dass mein damaliger Partner ganz gezielt eine Partnerin mit Kind gewählt hat um sich auszuagieren. Er hat versucht, seine eigene schlimme Kindheit an meinem Kind zu wiederholen! Bin an einen Psychopathen geraten! Wo man sich doch ein positives männliches Vorbild für sein Kind wünscht, ist das genaue Gegenteil passiert, nur Dressur und Ablehnung und Kritik. Mir wurde Erziehungsunfähigkeit unterstellt und das auch nach außen so kommuniziert. Mein Kind ist darüber seelisch krank geworden! Ich kann deshalb diesem Artikel nur entsprechen und alle Mütter warnen! Es gibt nicht nur Pädophile!

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