Treue Vierbeiner – immer mehr überzüchtet!

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Mal ehrlich: wer hat nicht schon so manches Mal beim Anblick eines Zuchthundes sofort die Eingebung gehabt, dass das Tier hässlich ist?!

So zum Beispiel bei Chihuahuas, die als hochgezüchtete Rasse mit eher gewöhnungsbedürftigen Glubschaugen in die Welt blicken oder behäbige Mopse, denen jedwede Natürlichkeit abhandengekommen ist.

Das Schlimme daran:

dieser Zustand, in dem mancher Vierbeiner daherkommt, ist von Menschen gemacht – und zwar in voller Absicht!

Es ist pervers – aber auch für die tierischen Menschenfreunde, gelten Schönheitsideale!

Wer auch immer diesen kranken Gedanken einst hatte, ist damit auf breite Zustimmung und Einverständnis gestoßen!

Nach einem Bericht des SPIEGEL, Ausgabe 11/2017, haben sich „mit der Zunahme von Wohlstand und Freizeit die Zuchtkriterien geändert“. So ist es da – auf Hunde bezogen – von dem australischen Verhaltensforscher Paul McGreevy zu lesen. Porträtiert wird in dem Artikel Hund Bruno, der bei einem Psychologen lebt, der sich in seiner Freizeit der Hundeforschung verschrieben hat.

Über die Rasse seines Vierbeiners – eine Englische Bulldogge – sagt er, dass sie ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit vom Menschen einen immer skurrileren Körperbau verpasst bekam.

Weil scheinbar viele Leute – Tierfreunde können es eigentlich nicht wirklich sein! – bei ihren vierbeinigen Begleitern einen Welpenlook auf Lebenszeit bevorzugen, wie es der porträtierte Hundehalter im SPIEGEL ausdrückt, müssen viele hochgezüchtete Hunderassen leiden und sogar gesundheitliche Probleme in Kauf nehmen.

Manche Tiere können wegen den irren Züchtungen, denen Menschen sie ausgesetzt haben, nicht mal richtig atmen – tierverachtender geht es kaum!

Im besagten Magazin heißt es denn auch:

„Oft sind je nach Rasse außerdem Zunge und Zähne zu groß für das verbliebene Maul, die Augenhöhlen zu flach, die Luftröhre zu eng oder der Kehlkopf zu weich. Bei Bulldoggen ist zudem ein möglichst knautschiges Antlitz gefragt. Doch zwischen den Hautfalten sammeln sich Feuchtigkeit und Keime – das führt zu Entzündungen.

Und noch schockierender geht es weiter, wenn man liest:

„Breite Schultern, übergroße Köpfe und zugleich ein schmales Becken wie bei den englischen Bulldoggen – die Biologie verbietet derlei Extreme; solche Welpen kämen gar nicht erst zur Welt, wenn nicht der Mensch die meisten per Kaiserschnitt entbände“

Klingt gruselig? Ist es auch! Noch gruseliger aber ist es, dass sich überhaupt menschliche Wesen finden, die derlei Züchtungen vorantreiben und es offenbar eine riesige Nachfrage danach gibt!

Um diesem Treiben zumindest ansatzweise entgegen zu treten, wurde vor einiger Zeit innerhalb der Bundestierärztekammer die Arbeitsgruppe Qualzuchten gegründet.

Es soll sensibilisiert werden für die dramatischen gesundheitlichen Auswirkungen bestimmter Zuchtziele, die von manchen Menschen als schön empfunden werden.

Dass viele (Bald)Hundebesitzer unnatürliche Züchtungen bei den kuscheligen Vierbeinern bevorzugen, zeigt immer auch ein Blick in das Internetportal ebay-kleinanzeigen.de – wie hier Tiere verscherbelt werden, macht teilweise fassungslos!

Die wenigsten Verkäufer – so der Eindruck – handeln nach Standards, wie sie für den VDH, dem Verband für das deutsche Hundewesen, gelten.

Was das mit dem Tiermarkt macht, hat der Psychologe Jung in seinem „Schwarzbuch Hund“ beschrieben.

So ist dort festgehalten, dass die hohe Nachfrage nach Schönheitsidealen bei Hunden dazu führt, dass der eigentlich gesunde Körperbau des Tieres gezielt zerstört wird – perverser und kränker geht es kaum!

Wieder einmal zeigt sich der Mensch von seiner ekelhaftesten Seite – im Ausnutzen seiner vermeintliche Stärke gegenüber einem anderen Lebewesen! Warum nur? Weil er es kann.

Und offensichtlich viel zu selten über Konsequenzen nachdenkt, sondern sich – sein Selbst – über alles andere erhebt. Ein abstoßendes und überaus widerliches Phänomen unserer Zeit!

Deshalb sei allen Leuten, die mit dem Gedanken spielen, sich einen Hund zuzulegen, nur geraten, über seriöse Zuchtverbände zu gehen und ruhig auch Behörden wie die Bundestierärztekammer im Vorfeld eines Hundekaufs zu kontaktieren, um sich ausführlich über das Tier seiner Wahl zu informieren.

Es wird sicherlich immer gestörte Menschen geben, die kein Problem damit haben, ein überzüchtetes Tier zu kaufen, aber dennoch: jeder bewusste Hundekäufer, der sich gegen ein so überzüchtetes Tier entscheidet, hilft mit, perfiden, gewissenlosen Geschäftemachern das Handwerk zu legen.

Vielleicht irgendwann!

Bildnachweis: pexels.com

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