Zusatzkosten in Kiga & Krippe: Eltern müssen mehr hinterfragen!

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Ein Gastbeitrag von Anke.

„Somit erhöhen wir die Kosten für das Mittagessen ab dem nächsten Monat um 0,49 Cent“.

Ein lapidares Schreiben des Essensanbieters des Kindergartens meines Sohnes erreichte mich dieser Tage per Post. Mal wieder. Ich weiß nicht, wie oft der Essensanbieter seine Preise in den letzten zwei Jahren nach oben korrigiert hat – es geschah schon mehrfach, ich müsste konkret in meinen Unterlagen nachschauen.

Ich ärgerte mich jedes Mal. Und zahlte aber auch jedes Mal den erhöhten Betrag für Mittagessen und Vesper im Kindergarten.

Bislang erschient es mir gerade noch vertretbar, aber dieses Mal langte es mir. Als Begründung der Erhöhung wurden gestiegene Rohstoffpreise ins Feld geführt. Nun ja – alles steigt. Auch meine Kosten im Alltag: Strom, Müll, Bankgebühren, die Tageszeitung, Wasser, Abwasser – einfach alles.

Nur: wie soll ich als Laie eigentlich wissen, welche Rohstoffpreise genau gestiegen sind und seit wann? Ich bin schließlich keine Wirtschafts- oder Börsenexpertin.

Deshalb sprach ich dieser Tage eine andere Mama auf die Erhöhung an. Wir standen – eingemummelt in warme Wintersachen – auf dem Spielplatz und sahen unseren Kindern beim Erobern des Klettergerüstes zu.

Ich fragte Laura, so der Name der anderen Mutter, die wie ich alleinerziehend war, wie sie das denn sieht – mit den gestiegenen Preisen für das Kindergarten-Essen unserer Kinder?

Sie sah es genauso wie ich und konstatierte ebenso, dass die ins Feld geführte Begründung niemand von uns so richtig überprüfen könne. „Wir müssten recherchieren“ schlug ich vor. „Oder der Elternrat“ erwiderte Laura.

Richtig – der Elternrat. Den gab es ja auch noch!

Allerdings erinnere ich mich, dass die Leute vom Elternrat – drei Frauen bei uns – bislang noch jede Erhöhung abnickten und bei Missständen, die Kindergarten oder Kinderkrippe betrafen, bislang nicht nachbohrten.

Ich war schon öfter erstaunt, wie so manche Elternversammlung, auf der Befremdliches verkündet wurde, vorüber ging, ohne dass jemand von den Eltern oder die Vertreter des Elternrates den Mund aufgemacht haben. So auch bei den Mehrkosten für Sonnencreme, Backzutaten und Geburtstagsgeschenke, die man von uns Eltern(teilen) vor Monaten abkassierte. Es waren um die 17,00 Euro.

Damals hatte ich mich – da ich in Sachsen lebe – an den Landesfamilienverband SHIA e. V. Leipzig gewandt und den Leuten dort den Schriebs mal vorgelegt.

Nach eingehender Prüfung der dortigen Mitarbeiter stand fest: die Gebühr ist nicht rechtens, da Gelder für die erwähnten Dinge bereits im sächsischen Bildungsplan eingestellt sind. „Na super“ dachte ich mir damals und ging siegessicher mit dieser Info in den damaligen Elternabend.

Als die besagte Gebühr dann zur Sprache kam und ich kundtat, dass diese Kosten zu Unrecht erhoben werden und mich auf den Landesfamilienverband bezog, blieb es jedoch still im Raum.

Die anderen Eltern schauten mich an, wie die Kuh, wenn es donnert. Ob aus Verwunderung, dass da jemand mal was hinterfragt hat oder aus Desinteresse, weiß ich nicht. Da keiner weiter was sagte, ergriff die Kindergartenleiterin das Wort und erklärte die Gebühr in umständlichen, verschwurbelten Sätzen als doch angeblich rechtens.

Nun ja, das Ende vom Lied war, dass ich gezahlt habe – da es sich allein auf weiter Flur kaum zu kämpfen lohnt.

Jetzt, nachdem mich die erneute Erhöhung des Kindergarten-Essens für mein Kind ereilt hat, habe ich mich an den Elternrat gewandt – mit der Bitte um Prüfung und Recherche der angeblichen Teuerung bei den Rohstoffen.

Die Elternrats-Sprecherin war irritiert und wollte mir aufzeigen, was das Kiga-Essen andernorts kostet. Ich ließ mich jedoch nicht abwimmeln, da es nicht von Relevanz ist, was das Kinder-Catering in anderen Tagesstätten kostet, sondern die erneute Erhöhung in UNSEREM Kindergarten ein Thema ist.

Ende derzeit noch offen – ich warte ab. An meiner Seite habe ich bislang nur die erwähnte andere Mutti, aber die tickt wie ich und wir werden beide eine Überprüfung der neuerlichen Erhöhung forcieren.

Notfalls erneut mit Hilfe des Landesfamilienverbandes. Denn solche Initiative sind dazu da, Ein- und Zwei-Eltern-Familien zu beraten! Zudem stehen sie in ständigem Kontakt mit den zuständigen Sozial- und Bildungsministerien und haben meist auch Juristen in ihrer Mitte.

Eine Beratung dort ist für Mamas und Papas selbstverständlich kostenlos und ich kann nur jedem raten, jeweils in seinem Bundesland solche Stellen zu kontaktieren, wenn ein Fall, wie der von mir geschilderte oder ähnlich gelagert, auftritt. Denn: wenn sich über lange Zeiträume bei den Kosten für unsere Kinder, die allethalben steigen, niemand wehrt, sind wir irgendwann bei 5,20 pro Essen und bei 60,00 € Bastelmaterial und Backzutaten. Nur mal so gesponnen!

Das kann es nun wirklich nicht sein und jede Mama sowie jeder Papa sollte es als ihre bzw. seine Bürgerpflicht ansehen, solche Sachen nicht als gegeben hinzunehmen, sondern sie zu hinterfragen. Leider geschieht das in unserem Land derzeit viel zu wenig – auf allen Ebenen. Die Auswirkungen dürfte jeder alltäglich vor Augen geführt bekommen.

Deshalb: engagieren Sie sich, hinterfragen Sie und nehmen Sie nicht jeder Gebührenerhöhung im Zusammenhang mit der Betreuung Ihres Nachwuchses einfach so hin!

Für Sachsen gebe ich Ihnen gern den erwähnten Kontakt zum Landesfamilienverband an die Hand – ein Anruf oder/und Gespräch dort lohnt immer!

Mehr dazu hier:

http://www.shia-sachsen.de/

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com

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