Zwickau: SPD-Bürgermeisterin untersagt Kindern Ausflug in Zuckertütenfabrik

Von  |  0 Kommentare
SPD-Oberbürgemeisterin Zwickau

Den Stinkefinger zeigt sie nicht – aber so fühlt sich die Entscheidung der SPD-Oberbürgemeisterin an!

In Zeiten, in denen gefühlt fast das ganze wirtschaftliche Know-How gen China transferiert und die deutsche Wirtschaft der Ausblutung preisgegeben wird, ist man froh, noch etwas zu finden, das den Stempel „Made in Germany“ trägt.

Zuckertüten zum Beispiel. Die spitzen bunten Behältnisse begeistern alljährlich ABC-Schützen auf`s Neue. So mancher fiebert schon Wochen vorher dem Schulanfang entgegen, in dem Wissen, dass ihm dann die bunte Tüte überreicht wird. Die traditionsreiche Tüte ist ein Riesenthema bei Kindern. Was liegt das also näher, dass Kinder einmal mit eigenen Augen sehen können, wie ein derartiges Utensil hergestellt wird?

In Zwickau (Sachsen) war das bislang Tradition. Kindergartenkinder aus der bekannten Autostadt konnten seit 15 Jahren Ausflüge zum Zuckertütenhersteller Roth nach Lichtentanne unternehmen und vor Ort sehen, wie die bunten Tüten entstehen.

Ausflug in Zuckertütenfabrik für viele Kinder nun Vergangenheit

Doch damit ist nun Schluss. Weil eine SPD-Frau es so will. Verschiedene Medien berichten, dass Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau und SPD-Mitglied, diese Ausflüge nun untersagt hat.

Das Internetportal tag24.de schreibt dazu am 4. Juli 2019:

„Auf Nachfrage des Schultütenherstellers Roth hieß es aus dem Rathaus: „Im Auftrag der Oberbürgermeisterin, Frau Dr. Findeiß, teilen wir Ihnen mit, dass die Besuche … aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr stattfinden.“

Die mittelständische Kartonagenfabrik (50 Mitarbeiter, 1 Mio. Zuckertüten jährlich) hatte von der Anordnung über Dritte erfahren: „Wir waren völlig überrascht. Es handelt sich um eine fast 15-jährige Tradition, die stets mit viel Liebe geplant wird“, sagt Vertriebsleiter Jens Heinz (47).

Auch Geschäftsführer Lukas Roth (38) ist fassungslos: „Die Kinder können bei uns die Handfertigung der Schultüten beobachten. Mich ärgert, dass die Stadt Zwickau nicht einmal zum Telefon gegriffen hat, um mit uns Bedenken zu diskutieren. Wir sind nach wie vor gesprächsbereit.“

Die Reaktionen im Netz auf dieses unverschämt-dreiste Verbot sind entsprechend…Ein Mann fragt, ob es der Oberbürgermeisterin nicht passt, dass das Unternehmen noch in der Heimat produziert und seine Produktion noch nicht nach China ausgelagert hat? Wie wahr!

Im Netz äußern sich User und Zuckertütenfabrik

Auch das Unternehmen selbst, die Firma Roth, äußert sich auf Facebook und veröffentlichte auch die Pressemitteilung im Zusammenhang mit der Entscheidung. Zitat:

„Wir sind leider total enttäuscht über eine Entscheidung der Stadt Zwickau zu unseren Kindergartenführungen und gehen damit völlig offen um. Interessiert? Dann lest unsere Pressemitteilung und schreibt uns, was Ihr davon haltet. Wir haben immer so viele glückliche Kinderaugen gesehen.

Presseinformation
Lichtentanne/Zwickau, 02.07.2019

Kurzinformation zur Situation:

• Die Stadt Zwickau untersagt über das Sachgebiet Wirtschaftsförderung aus nicht nachvollziehbaren Gründen den städtischen Kindergärten die Exkursion in die Zuckertütenfabrik der Roth GmbH.
• Im Umkreis von 50 km befindet sich kein vergleichbarer Standort einer Zuckertütenherstellung.
• Die Roth GmbH als mittelständiges Unternehmen kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen.

Vollständige Presseinformation:

Stadt Zwickau bremst Mittelständler im Landkreis Zwickau aus

„Im Auftrag der Oberbürgermeisterin, Frau Dr. Findeiß, teilen wir Ihnen mit, dass die Besuche von kommunalen Kindertageseinrichtungen als nachgeordnete Einrichtungen der Stadt Zwickau bei der Firma „Roth GmbH“ aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht mehr stattfinden. …“ so heißt es auf Nachfrage der Roth GmbH in einer sachlich nüchternen E-Mail der Stadt Zwickau, welche seitens der Wirtschaftsförderung sowie des Amtes für Schule, Soziales und Sport gezeichnet wurde.

Dieses Schreiben bestätigt nun, wovon die Roth GmbH zunächst nur über Dritte erfahren hatte. Hilfesuchende Anfragen im Kundenservice des Mittelständlers durch Kindertagesstätten, die sich diese Wendung für eine langjährige Tradition nicht erklären konnten, hatten Jens Heinz – Marketing- und Vertriebsleiter der Roth GmbH – veranlasst, der Stadt das Telefonat und einen Termin vor Ort zur Abstimmung der Gründe anzubieten. „Wir waren zuerst völlig überrascht. Immerhin handelt es sich um eine fast 15-jährige Tradition, die mit viel Liebe zum Detail jedes Jahr neu geplant wird, logistisch eine Herausforderung ist und bereits seit Bestehen jedes Jahr rund 2.500 Kindern ein Erlebnis der besonderen Art bietet. Ein Erlebnis, das schlichtweg die Herstellung unserer Zuckertüten zeigt, quasi ein Wandertag in die Zuckertütenfabrik. Wir haben über Kindergärten und von Geschäftspartnern von dieser Anweisung erfahren. Ein Gespräch im Vorfeld gab es leider nicht und ein daraufhin angebotener Termin wurde ebenfalls nicht wahrgenommen. Uns schlug bedauerlicherweise nur Ablehnung entgegen.“

Nicole Schiller koordiniert die Besuche der Kindergärten im Unternehmen: „Mich machen die Neuigkeiten aus Zwickau sehr traurig. Die kindgerechten Führungen bereiten wir sehr sorgfältig und liebevoll vor, halten erfahrene Leiter für die Führungen bereit und haben nur leuchtende Kinderaugen zum Ziel. Wir sind immer sehr gerührt, wenn wir zum Abschluss der Führungen ein Lied gesungen bekommen oder eine neue Wandzeitung mit Fotos und tollen Bildern als Dankeschön erhalten. Diese hängen wir im Unternehmen aus. Zudem können die Kinder bei uns sehr gern die Räume für ihr mitgebrachtes Lunchpaket nutzen. Außerdem organisieren wir Mahlzeiten zum Sonderpreis in der Kantine des Gewerbegebiets, sodass der Ausflug für alle Kinder ein rundes Erlebnis wird.“

Das Team des Unternehmens ist enttäuscht. Roth ist ein Familienunternehmen in zweiter Generation. Mit viel Mut und Unternehmergeist vor ca. 25 Jahren gegründet und mittlerweile über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt, arbeiten heute über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen. Ein großer Teil davon pendelt sogar von Zwickau aus ins Werk nach Lichtentanne. Zudem setze sich das Unternehmen im Rahmen der Integration von Flüchtlingen ins Arbeitsleben ein und hat hier bereits Chancen und feste Arbeitsverträge gegeben. Geschäftsführer Lukas Roth und die Familie begleiten darüber hinaus engagiert soziale Projekte gegen Armut im In- und Ausland.

„Mich macht die Entscheidung sehr nachdenklich.“ gibt Lukas Roth im Gespräch an. „Wir sind ein Hersteller von Zuckertüten, Schulbedarf und Adventskalendern hier in der Region. Bei uns gibt es viel zu entdecken und so haben wir die Führungen auch aufgebaut. Ich habe bewusst Wert daraufgelegt, dass die Kinder insbesondere auch die Handfertigung der Schultüten beobachten können. Wir sind aus meiner Sicht jeden Ausflug wert und im Umkreis von rund 50 km allein mit diesem Entdeckerangebot. Zusätzlich können die Kids auch noch die wohl größte Schultüte der Welt mit fast 16m Höhe bestaunen. Einen wettbewerbsrechtlichen Grund kann ich da nun wirklich nicht erkennen, muss aber die Entscheidung der Stadt Zwickau hinnehmen. Richtig ärgert mich jedoch, dass die Stadt Zwickau nicht einmal zum Telefonhörer gegriffen hat, um mit uns die Bedenken zu diskutieren. Die Kindergärten wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich wünsche mir nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Vater von 4 Kindern, dass auch die Zwickauer Kindergärten weiterhin die Zuckertütenfabrik besuchen dürfen. Dazu sind wir nach wie vor mit der Stadt Zwickau gesprächsbereit. Wir freuen uns, wie jedes Jahr, sehr auf die kleinen Besucher.“(….)“

Wie tag24.de in dem oben erwähnten Beitrag ausführt, kann selbst die Konkurrenz die unsägliche Entscheidung der Stadt überhaupt nicht nachvollziehen, Zitat:

„Darüber schüttelt selbst die Konkurrenz den Kopf. Christiane Beck (31) von der Firma Nestler aus Ehrenfriedersdorf, die ebenfalls Zuckertüten herstellt: „Auch bei uns kommen jedes Jahr 500 Kinder zu Führungen. Das zu verbieten ist albern und nicht nachvollziehbar.““

Genau – nicht nachvollziehbar! Das ist auch das erste, was einem einfällt, wenn man von dieser Posse erfährt. Aber nun ja: Offenbar hat die abgehalfterte SPD derzeit keine anderen Probleme, als es sich mit noch mehr Bürgern zu verscherzen. „Abgehalftert“ kommt einem übrigens auch die SPD-Oberbürgermeisterin selbst vor, aber das ist natürlich die persönliche Meinung der Autorin.

Bildnachweis: picture alliance / AP Photo

 

 

"

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.