Fragwürdige Praktiken beim Jugendamt – eine Betroffene berichtet

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Das Jugendamt – in letzter Zeit häufig im Fokus.

Mit der Facebook-Seite „Protest gegen das Jugendamt“ wird in den sozialen Netzwerken derzeit auf ein Schicksal aufmerksam gemacht, das einmal mehr ein fragwürdiges Schlaglicht auf das Gebaren des Jugendamtes wirft. Wir sprachen mit der in dem Fall betroffenen Mama. Ihr wurden seitens des Jugendamts zwei Kinder weggenommen, eines davon kurz nach der Geburt. Die Kinder, heute 2 und 5 Jahre alt, leben bis heute bei Pflegefamilien. Die Vorwürfe, die die Mutter Ines (Name geändert)  gegen das Jugendamt erhebt, wiegen schwer, denn sie schildert brutalste Gewalt, die bei der Inobhutnahme ihrer Kinder im Spiel war.

Vorwürfe gegen Jugendamt wiegen schwer

Wir haben Ines kontaktiert und interviewt.

FP: Ines, Ihr Fall wird derzeit auf einer Facebook-Seite thematisiert. Sie selbst prangern an, dass Ihnen das Jugendamt die Kinder weggenommen hat. Zudem ist von Gewalt die Rede, die Sie durch die Behörden erfahren haben. Was ist passiert? 

Das ist eine sehr lange Geschichte. Im Prinzip fing es damit an, dass Nachbarn die Polizei riefen, weil mein Expartner mich verprügelt hatte und die Polizei das Jugendamt eingeschaltet hat. Und diese dann uns nicht mehr in Ruhe liessen, sich immer mehr einfallen haben lassen, um dann letztendlich immer mehr zum Nachteil meiner Kinder agieren zu können. Man nahm mir all meine Kinder und schreckte auch nicht davor zurück, dies mit Gewalt durchzuziehen (es gab im Oktober 2016 sogar einen Antrag, mir mit Gewalt mein damals 2jähriges Kind wegnehmen zu lassen!). Und dies schnell, obwohl gerade ein Gutachten am Laufen war, das positiv für mich ausgefallen ist!

FP: Unter welchen Umständen hat man Ihnen welches Kind wie und wann weggenommen? 

Dies ist sehr schwer und nicht einfach zu beantworten, denn sich daran zurück zu erinnern, bedeutet auch für mich jedesmal wieder eine Retraumatisierung. Man nahm mir mehrere Kinder, teils ohne Grund, Mein Kinderarzt und meine Frauenärztin stehen seit dem ersten Kind unterstützend und positiv für mich hinter mir, doch keiner wurde jemals als Zeuge vor gericht angehört.

Jugendamt unterstellte der Mutter Misshandlung

Eines der schlimmsten Erlebnisse war, als meine kleine Tochter sich beim Spielen gestoßen hatte (es gab Zeugen) und das Jugendamt mir Misshandlung unterstellte. Das Verfahren wurde eingestellt, doch meine Kinder bekomme ich nicht zurück, obwohl es ja gar keinen Grund gegeben hatte!

Sogar einen Geburtsfleck deutete man als Misshandlungsfleck um, dann raubte man mir brutalster Gewalt – wissentlich, dass ich im achten Monat hochschwanger war – mein Kind aus den Armen. Ich wurde zu Boden geprügelt, bekam Tritte in den freiliegenden Bauch, meine Arme wurden verdreht, die Finger verrenkt, das Kind wurde mir entrissen. Ich wurde dann hochgezogen,  auf eine Liege geworfen und bäuchlings mit Handschellen gefesselt in das Krankenhaus gebracht, das eigentlich doch hatte feststellen sollen, dass das nur eine Stossverletzung gewesen war

Eine Psychotherapeutin, die auf Traumata spezialisiert ist, holte mich an dem Abend nach diesem Vorfall ab und kann bestätigen, wie ich zugerichtet war. Ebenso die Anwältin, zu der wir dann fuhren.

FP: Was haben Sie danach unternommen? 

Sehr vieles. Veröffentlichungsversuche scheiterten, die Anwälte kamen nicht gegen die gleichen Richter wie im Staufener Missbrauchsfall an, die Richter liessen sich auf keine Argumente, Zeugen oder Beweise ein, sondern ließen sich vom Jugendamt belügen (Schriftliche Beweise hierfür sind vorhanden).

FP: Welche Unterstützer hatten/haben Sie? 

Meine Kinder halten alle zu mir, auch meine Ärzte und die Therapeuten. Zudem einige Anwälte, die Nachbarschaft hier und Bekannte.

FP: Wie gestaltet sich der Kontakt zu Ihren Kindern, können Sie sie sehen oder telefonieren? Wenn ja, wie oft? 

Leider nur sehr selten oder gar nicht. Seit Jahren findet das nur unter Kontrolle statt, um die Kinder massivst zu entfremden.

FP: Sie haben eine Menge unternommen, um Ihre Kinder wieder zu bekommen – was genau

Fall war selbst im TV – ohne großen Erfolg

Ich habe jegliche Medien angerufen, angeschrieben und bin auch ins TV gegangen (eine Talkshow von Oliver Geissen zum Thema Jugendamt), doch ohne größeren Erfolg. Dieser Fall ist so horrend und umfangreich, dass sich da bisher kaum einer daran getraut hat.

FP: Sie erheben nicht nur gegen das Jugendamt schwere Vorwürfe, sondern auch gegen Polizei und Gericht. Wie hat man auf die Vorwürfe reagiert?

Es wird ignoriert und überhört, leider. Allerdings scheinen einigen Involvierten die Beteiligten befangen zu sein.

FP: Wie ist der aktuelle Stand, wie geht es weiter? 

Hoffnungen macht man sich zwar, aber es ist schwer. Das Recht sagt – also laut Gesetz – die Kinder müssen zurück, wenn sich der Grund der Herausnahme als nichtig herausgestellt hat. So wie bei mir. Doch Recht haben und Recht zu bekommen sind leider hier in Deutschland zweierlei Paar Schuhe. Das ist ja auch nur ein Bruchteil dessen, was alles geschehen ist. Das Ganze geht schon seit Jahren und wird immer schlimmer.

Mein Expartner, der mich mit einer Eisenstange zusammenschlug um das Baby zu töten (vor den Augen der Kinder) darf dieses Kind und die traumatisierten Kinder alleine sehen!! Ich aber nicht. Das beweist auch, dass das Jugendamt hier massiv wieder versagt und zum Schutz der Kinder gar nichts tut!

Bildnachweis (Symbolbild): pexels.com, Renato

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