Alleinerziehend, behindertes Kind: 345,00 € Rente

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„Küchentisch-Gespräche“ – unter diesem Motto zieht der sächsische SPD-Politiker Martin Dulig immer mal durch sein Bundesland.

Der Mann, dessen offizielle Berufsbezeichnung „Landesvorsitzender der SPD Sachsen und Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie stellvertretender Ministerpräsident des Freistaats Sachsen“ lautet, will mit dieser Art Kommunikation wohl eine gewisse Nahbarkeit und Volksnähe demonstrieren, was sicherlich nicht die schlechteste Idee ist.

Doch kann auch ein ausgefallenes Politiker-Marketing nicht darüber hinwegtäuschen, dass aus einer leutseligen Haltung noch lange keine Politik für das Volk resultiert.

Denn:

auf die wirklichen Probleme der Menschen haben Politiker, wenn sie mit selbigen von Angesicht zu Angesicht kommunizieren, kaum eine Antwort.

Wo Inkompetenz mit hohlen Phrasen in Zeitungen und Internetmedien – und auf Wahlplakaten – noch halbwegs kaschierbar ist, so müssen auch sogenannte Volksvertreter Farbe bekennen, wenn das Volk – wie hier bei Dulig – am Küchentisch sitzt.

Nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung vom 10. Februar 2017 platzierte der sächsische Minister das Möbelstück kürzlich auch im sächsischen Delitzsch, einer Stadt in der Nähe von Leipzig. Interessierte Bürger waren eingeladen, dem Minister ihre Sorgen und Nöte zu übermitteln.

Diese Gelegenheit nahm laut der Leipziger Volkszeitung auch Frau Neumann wahr. Sie ist dem Blatt zufolge Mutter einer geistig behinderten Tochter und musste 1988 ihre Arbeit für die intensive Pflege ihrer Tochter aufgeben. Müssen sie und ihre Tochter jetzt schon mit wenig Geld auskommen, so wird wohl der Eintritt ins Rentenalter für Antje Neumann zum Desaster.

Wie die LVZ schreibt, hat sie ermitteln lassen, wie hoch ihre Rente nach aktuellem Stand einmal sein wird:

345,00 € (in Worten: Dreihundertfünfundvierzig Euro).

Was sagt der Herr Minister dazu? Laut Leipziger Volkszeitung nicht viel. Die schrieb dazu: „Wirkliche Antworten gab es nicht“

Stattdessen wolle man das Problem seitens des SPD-Politikers im Nachgang aufarbeiten. Wie genau bleibt freilich nebulös.

Vielleicht passiert ja auch gar nichts und die Frau wird zusehen müssen, dass sie später mal nicht verhungert.

Solche Beispiele, derer es hunderttausende in unserem Land gibt, werfen die Frage auf, wie gerecht Deutschland eigentlich (noch) ist?

Und warum – quer durch alle Parteien – fast nur geredet, aber kaum gehandelt wird?

Niedrige Löhne, Verlust der Arbeitsplätze, finanzielle Einschnitte für Familien, Kinder- und Altersarmut – das alles ist ewig schon bekannt, ändern tut sich jedoch kaum etwas.

Weshalb es nicht verwundert, dass Dulig der alleinerziehenden Mutter eine adäquate Antwort schuldig blieb. Wahrscheinlich wäre es auch so gewesen, wenn einer der Zuhörer gefragt hätte, warum es auch SPD-Leute waren, die kürzlich die Mega-Millionen-Zahlung einer ehemaligen VW-Mitarbeiterin (die nicht mal zwei Jahre bei dem Konzern war, aber mit über 10 Millionen Euro Abfindung ging) mit abgesegnet haben.

Dazu schrieb FOCUS Online:

„Die frühere SPD-Ministerin hatte nach dem Abgasskandal bei VW angeheuert, saß im Vorstand, zuständig für Integrität und Recht. Jetzt hat sie das Unternehmen vorzeitig verlassen. Ihren Abschied nach gerade einmal 13 Monaten bekommt sie mit mehr als 12 Millionen Euro versüßt.

Pikant ist das nicht nur, weil Schulz derzeit bereits in der Kritik steht, da er in seiner Zeit als EU-Spitzenpolitiker Bonusgelder in Höhe von 111.000 Euro kassiert hatte. Die 12 Millionen für SPD-Mitglied Hohmann-Dennhardt empörten auch, weil Niedersachsens SPD-geführte Regierung unter anderem durch Ministerpräsident Stephan Weil im Aufsichtsrat vertreten ist – und der Aufsichtsrat der Millionenabfindung zugestimmt hat.“

Bezeichnend ist zudem auch, dass Dulig für seine Küchentisch-Tour eine nicht unbekannte Begleiterin dabei hatte:

die sächsische Ministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping.

Das Ministerium dieser Frau widmet sich einer Personengruppe ganz besonders: den „Flüchtlingen“.

Im Gegensatz zur Situation der alleinerziehenden Frau mit ihrer behinderten Tochter ist für DIE Menschen, die zumeist illegal in unser Land kommen und die, wenn illegal eingereist, aus diesem Grund hier auf nichts einen Anspruch haben, Geld gar kein Problem.

Oft erhalten „Flüchtlings“-Familien das Doppelte und Dreifache der Summe, die die erwähnte Mutter einmal als Rente erhält. Nur allein aus dem Grund, dass sie in unserem Lande sind und das Wort „Asyl“ in den Mund genommen haben – was zuallermeist freilich eine Farce ist.

Schon im Jahr der irren Einladung unserer Kanzlerin an Menschen in aller Welt schrieb sz-online im Sommer 2015:

„Dresden. Sachsen rechnet in diesem Jahr mit mehr als einer Verdoppelung der Kosten für die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen. Im vergangenen Jahr brachte das Land dafür knapp 103 Millionen Euro auf, in diesem Jahr sollen es rund 226 Millionen Euro sein, teilte das Finanzministerium mit. Für 2016 wird eine Summe von etwa 228 Millionen Euro angenommen. Das Ausmaß wird deutlich, wenn man die zurückliegenden Jahre betrachtet. 2013 war Sachsen noch mit 69,9 Millionen Euro ausgekommen. 2014 hatte das Land 38,6 Millionen Euro eingeplant, landete am Ende aber bei 103 Millionen Euro.“

Man braucht keinen Taschenrechner, um sich auszurechnen, auf welche Summen man solche kargen Renten, wie die der erwähnten alleinerziehenden Frau aus Delitzsch, heute schon unbürokratisch aufstocken könnte.

Und diesen Menschen damit auch die Sorge um das Auskommen im Alter nehmen könnte! Ein solcher Akt hätte dann auch etwas zutiefst Menschliches!

Überhaupt sollte es möglich sein, Gelder dorthin zu lenken, wo sie benötigt werden.

Warum müssen beispielsweise manche Eltern schwerkranker Kinder sich mit Krankenkassen um Fahrt- oder andere Kosten herumstreiten? Warum gibt es für solche und ähnliche Fälle keinen nationalen Fond, keine raschen Entscheidungen, um wirklich Bedürftigen zu helfen?

Tja – auch hier nur Fragen über Fragen, auf die es keine Antworten gibt.

Und währenddessen viele Renten sowie  Löhne und Gehälter unzähliger Menschen in Deutschland schmelzen wie das Eis in der Sonne, kommen noch immer tagtäglich neue Menschen aus aller Herren Länder zu uns, von denen ein selbstherrlicher SPD-Mann einst behauptete, sie seien „wertvoller als Gold“!

Klingt ein wenig wie im Märchen. Allerdings: märchenhaft ist hier gar nichts.

Wir alle sind lediglich im falschen Film. Möge er bald enden!

Bildnachweis: SPD Sachsen / Götz Schleser

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