Bevorzugung beim Onlinedating: Geimpfte bekommen bei Tinder mehr Reichweite

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„Geimpft oder nicht geimpft?“ – seit Neuestem ist das ein Kriterium im Miteinander vieler Deutscher. Schon im Netz lässt sich beobachten, wie viele Menschen das Impfen – gemeint ist selbstverständlich die Corona-Impfung – thematisieren.

Was früher eine reine Privatangelegenheit war, wird heute nicht selten wie eine Monstranz vor sich hergetragen. Auf Facebook- und Twitterprofilen erscheinen User plötzlich mit dem „geimpft“-Button auf ihrem Profilbild.

Die Diskussion um die Impfung dauert nun schon viele Wochen an und mutiert langsam aber sicher zu einem Aufregerthema á la „Flüchtlings“Ansturm. Bekanntlich teilt sich Deutschland seit 2015, als Kanzlerin Merkel selbstherrlich unzähligen #EinMänner-Scharen Tür und Tor öffnete, in zwei Lager. In jene, die diese – zumeist unintegrablen – Menschen hier nicht wollen und in jene, die gar nicht genug vor Freude über diese Leute in die Hände klatschen und Refugees über Refugees aufnehmen wollen.

Geimpfte und Nichtgeimpfte: Das Land ist in zwei Lager gespalten

Einige Terrorattacken, Gewaltverbrechen und Morde später, haben sich die Lager der Asylbefürworter und Asylablehner zementiert und der Ton ist rauer geworden. Während jedoch viele (nicht alle!) Asylablehner ihre Argumente, warum diese Menschen zum großen Teil nicht hier her gehören, sachlich darlegen können, haben sich viele Asylbefürworter nicht in der Gewalt und begegnen Andersdenkenden mit physischer Brutalität. Körperverletzungen, eingeschlagene Scheiben sind längst keine Seltenheit mehr, wenn es darum geht, Personen, die eine andere Meinung haben, zu mobben.

In Sachen Impfen zeichnet sich langsam aber sicher ein ähnlicher Trend ab. Zwar sind bis heute keine Gewaltattacken auf Impfgegner bekannt, doch das Mobbing ist jetzt schon immens. Und noch etwas fällt auf: So wie sich die vermeintlich Guten in der bis heute andauernden Asylkrise als DIE Gutmenschen schlechthin abfeierten und sich nahezu gegenseitig überboten, was sie den einfallenden Fremden alles bieten, so zelebrieren heute abstoßende Systemtrompeten – zum Beispiel etliche Gastronomen und auch Hoteliers – ihr Mobbing gegen Menschen, die ungeimpft sind oder es bleiben wollen.

Auch die etablierten Medien – man kennt auch dies vom Asyl-Irrsinn – scheinen sich mit den Geimpften gemein zu machen und veröffentlichen einen positiven Artikel über das Impfen nach dem anderen. Vor allem über geimpfte Menschen oder geimpfte VIP`s. Das hinterlässt natürlich auf allen gesellschaftlichen Ebenen Spuren und dürfte Mobbern, die ungeimpfte Personen im Visier haben, Auftrieb geben.

Impfstatus jetzt auch beim Dating ein Thema

Wer je zum Hashtag #impfenrettetleben oder #ungeimpft bei Twitter reingeschaut hat, weiß, was abgeht. Von Personen, die durch Kneipen ziehen und jene Wirte melden, die sich keinen Impfausweis zeigen lassen bis hin zu Leuten, die Ungeimpfte gleich als „asozial“ bezeichnen, ist alles dabei.

Wen verwundert es da noch, dass sich die Spaltung in „Geimpft“ und „Ungeimpft“ nun auch auf das Privateste vom Privaten bezieht – nämlich das Liebesleben? Offenbar beginnt nun eine wirklich abstoßende Benachteiligung von ungeimpften Personen auf dem Datingmarkt.

Bislang konnte man noch drüber lächeln, wenn – ähnlich wie in den sozialen Netzwerken – Solisten in Single- und Kontakteportalen ein fettes „Geimpft“ in ihrem Profil hinterlegt haben, doch nun werden die Daumenschrauben auch für einsame Herzen angezogen.

Allen voran scheint die Dating-App Tinder ihre Kunden in zwei Lager teilen zu wollen. Geimpfte genießen dort nämlich beim digitalen Flirten etliche Freiheiten mehr. Freiheiten, bei denen man bis dato noch davon ausging, dass sie für jeden gelten.

Attraktivität jetzt an Impfstatus gebunden?

So ist auf deutschlandfunkkultur.de folgendes zu lesen:

„(…)Seit Kurzem können Userinnen und User der Dating-Plattform Tinder angeben, ob sie geimpft sind. Geimpfte erhielten etwas mehr Reichweite, erklärt die Psychologin Wera Aretz. „Ein anderer Anreiz ist, dass sie sogenannte Superlikes, für die man sonst bezahlen muss, umsonst verteilen können. Insofern kann man sagen, dass diejenigen, die geimpft sind, an Attraktivität gewinnen.“(…)“

Und im Nachbarland Österreich titelt man gleich so:

„Tinder unterstützt „Österreich impft“ Wenn der Impfstatus zur Voraussetzung für Dates wird“

Tja – was soll man dazu noch sagen? Und vor allem: Ist das erst der Anfang? Was wird folgen, welche Maßnahmen für Ungeimpfte werden in den nächsten Wochen wohl beschlossen? Welche Ausgrenzungen für ungeimpfte Menschen wird es noch geben?

Grundrechte müssen nicht erimpft werden!

Permanent wird die Debatte um die Rechte ungeimpfter Bürger am Kochen gehalten, was an sich schon eine Ungeheuerlichkeit ist, denn Grundrechte müssen nunmal nicht erimpft werden.

Wir leben in Zeiten, die zukünftige Historiker ganz bestimmt staunen lässt. Und die zeigen, wie weit es mit unserem Land schon gekommen ist.

Einmal mehr gilt: Armes Deutschland!

Recherche-Nachweis:

deutschlandfunkkultur.de vom 08.06.21

kleinezeitung.at vom 02.09.21

Bildnachweis: stock.adobe.com / Dmytro

 

 

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