Das Reden der Anderen – professionelle Lippenleserin will politisch Andersdenkende aufspüren

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Julia Probst

Lippenleserin Julia Probst will Andersdenkende mit ihrer Fähigkeit aufspüren.

„Das Leben der Anderen“ – wer erinnert sich nicht an diesen aufrüttelnden Film mit dem viel zu früh verstorbenen Ulrich Mühe? Ein erstklassiger Darsteller, der auch im richtigen Leben mit gesundem Menschenverstand aufwartete und sich wohl angesichts der Zustände, die Deutschland nun ereilt haben, im Grabe rumdrehen würde. Denn nachdem man Andersdenkenden nun unablässig „Hassreden“ unterstellt und Politkritiker in diesem einst so (meinungs)freien Land aufs Übelste diffamiert, erleben Methoden, von denen die menschenverachtende Stasi wohl geträumt hätte, hier und heute ihren Höhenflug.

Man denke nur an die vielen Sperrungen auf Facebook, die politisch andersdenkene Menschen betreffen, die ihre Stimme erheben – gegen den Wahnsinn, den Angela Merkel 2015 – in einem Akt der Selbstherrlichkeit – entfacht hat. Oder die vielen Ausschlüsse Andersdenkender aus Beruf und Sport! Die „falsche“ Partei gewählt? Zack, raus! Auf der „falschen“ Demo gewesen? Abtreten!

Lippenleserin gegen politisch Andersdenkende

Ich selbst kenne Leute, die politische Demos nur im Winter besuchen – aus Angst, ihre Arbeit zu verlieren. Darunter Menschen, die bei deutschen Autoherstellern arbeiten. Und auch meine Familie war zu DDR-Zeiten Opfer der Staatssicherheit. Meinen systemkritischen Vater wollte man aus einer Dachwohnung heraus bespitzeln. Ein Tipp in letzter Sekunde verhinderte, dass die Stasi sich direkt in unsere Privaträume zoomen konnte. Die Stasi-Akten unserer Familie wurden nicht etwa von Hand gereicht, sondern kamen in einem Aktenwagen, so viele waren es. Meiner Person kreidete man übrigens an, dass ich mich an Urlaubsorten über das dürftige Angebot modischer Kleidung mokierte – in Rostock zum Beispiel. Ja, soweit reichte der Arm dieses menschenunwürdigen Geheimdienstes in der DDR! Und das waren bekanntlich noch Peanuts gegenüber dem, was politkritische Menschen in Bautzen oder anderen DDR-Gefängnissen erleben mussten.

Und jetzt? Sind wir wieder an diesem Punkt, an dem man nur flüsternd und unter vorgehaltener Hand politikritische Äußerungen vornehmen darf? Ich meine: Ja! Der Hintergrund sind nicht nur ominöse Stiftungen, wie die, bei der Ex-Stasi-Frau Kahane eine gewichtige Rolle spielt. Nein, auch die Diffamierungslust vieler junger Leute, die sich Freiheit niemals erkämpfen mussten und als willige Verblendete nur allzu gern dem Kurs der aktuellen Regierung folgen, erschreckt.

Das sieht man am Beispiel von Julia Probst. Die junge, gehörlose Frau, die professionell Lippen lesen kann, gab dem Deutschlandfunk ein Statement, das jedem noch lebenden Stasi-Ohr Balsam im Gehörgang sein muss.

Menschen mit anderer Meinung sollen aufgespürt werden

Wir zitieren die infamen Gedanken dieser Verblendeten aus der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT.

Die schreibt:

„Die Lippenleserin und Bloggerin Julia Probst hat sich dafür ausgesprochen, durch Lippenlesen rassistische Äußerungen in Fußballstadien aufzuspüren. „Es ist heute wichtig, daß man dem Rassismus die rote Karte zeigt“, sagte sie dem Deutschlandfunk.

Sie sehe dies jedoch nicht als Teil einer lückenlosen Überwachung, betonte Probst, die bereits Äußerungen von Fußballern und Trainern während der Fußballweltmeisterschaft 2010 von deren Lippen ablas. „Fußballer sind in einem kommerziellen Programm eingebunden, daß der Unterhaltung dient.“ Zugleich legte die ehemalige Politikerin der Piratenpartei Wert darauf, nur Aussagen der Sportler und Trainer zu veröffentlichen, bei denen sie sich sicher sei, sie richtig verstanden zu haben.

Hintergrund der Idee ist ein Vorfall in der englischen Fußballliga. Dort hatte der FC Chelsea sechs Fans Stadionverbot erteilt. Sie waren von Lippenlesern überführt worden, den schwarzen Spieler Raheem Sterling von Manchester City vor acht Monaten rassistisch beleidigt zu haben. In Spanien gebe es ebenfalls solche Maßnahmen gegen Rassismus in den Fußballstadien. (ag)“

Man muss diese Zeilen zweimal lesen, ehe man – vor allem als ehemalige DDR-Bürgerin – überreisst, was das bedeutet. Es wäre – sollte es je soweit kommen, dass professionelle Lippenleser solche angeblich rassistischen Aussagen (rassistisch ist dann, was eine Minderheit von willkommensklatschenden Politikern und Medienleuten als Rassismus einstuft…?) ablesen dürfen – eine eiskalte Überwachungsmethode und ein Einschnitt in die Meinungsfreiheit.

Leicht vorstellbar ist es dann freilich auch, wie es nach solchen Maßnahmen weitergehen könnte. Heutzutage muss sich bekanntlich niemand mehr wie Ulrich Mühe im „Leben der Anderen“ meterlang verkabelt drei Häuser weiter hin hocken und lauschen. Neben den erstklassigen Maßnahmen, die der derzeitige Stand der Technik möglich macht, wird doch hier durch Julia Probst vorgemacht, wie es gehen könnte.

Lippenleserin demnächst drei Tische weiter im Café?

Sogar ohne Technik – nur mit professionellen Lippenlesern. Vielleicht bildet ja die unsägliche Amadeu-Antonio-Stifung solche demnächst in Heerscharen aus? Mit dem Segen der Familienministerin Giffey, die ja bekanntlich schon das Vorwort zu einer Schrift lieferte, die bezopfte Mädchen, die Handarbeiten machen, in „rechten“ Elternhäusern vermutet?

Man kann es sich – leider – sehr gut vorstellen. Das Szenario wäre dann wohl folgendes: Die erwähnte Stiftung tut sich zusammen mit den vielen „Bündnissen“ (die ja offenbar doch nur aus obrigkeitshörigen Lemmingen bestehen) und bildet diese „Lippenleser gegen Rassismus“ aus.

Fortan könnten diese dann, wo immer es dieser nach links gerückte Staat mit DDR-Anwandlungen mag, eingesetzt werden. Im Café nebenan, bei Konzerten, beim Auswerten von Videomaterial patriotischer Bürger, bei Volksfesten in Kleingartensparten (die ja für manchen „Journalisten“ `eh „rechts“ sind), im Wartezimmer, am Arbeitsplatz und, und, und…

Mal eben eine fremde Person im beruflichen Umfeld platziert, die man wahlweise als Praktikantin oder Mitarbeiterin vom Ordnungsamt vorstellt, die aber in Wirklichkeit die Menschen belauscht – all das ist möglich. Und im Deutschland anno 2019 auch vorstellbar!

Menschen, wie Julia Probst sei Dank! Als willige Helfer stellen sie sich freiwillig einer Regierung zur Verfügung, die das Recht und auch die Sicherheit der Bürger lange schon aus den Augen verloren hat. Die Generation „Blogger“, der Julia Probst ja auch angehört, kennt ja nun – zum Glück eigentlich! – keine anderen Systeme, als dieses, in dem wir nun alle leben (müssen). Da lässt es sich leicht Opfer einer Propaganda werden, die den „Kampf gegen Rechts“ lange schon als „Kampf gegen die Bevölkerung“ führt. Wie einst in dunkelsten Zeiten, als schon einmal Menschen, die anders drauf waren, verfolgt waren, macht man sich zum Handlanger des Unrechts. Ohne Unrechtsbewusstsein. Wie auch? Weder die Generation von Probst noch deren Eltern scheinen politisch gebildet. Wie eine willige Schafherde saugt man auf, was von „oben“ kommt. Wir kennen das.

Julia Probst favorisiert Stasi-Methoden

Und wollen das nie wieder erleben! Nie wieder beim Treffen im Café mit der Freundin aufpassen müssen, dass „vielleicht jemand mithört“. Selbst beim Warten am Einlass der Disko sollte ich zu DDR-Zeiten, so wollte es mein Vater, meinen Mund im Zaume halten. Weil überall, so trichterte er es mir ein, Stasileute zugegen seien, die man ob ihrer topmodischen Kleidung niemals bei dem Geheimdienst verorten würde. Damals zeigte ich ihm im Stillen den Vogel, doch als diese widerlichen Gestalten sich an einem Disko-Abend am 7. Oktober 1989 demaskierten, wusste ich, dass er recht hatte. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich sicher einmal in einem zusätzlichen Beitrag zur Herrschaft des Unrechts erzählen werde.

Für den Moment gilt Menschen wie Julia Probst meine tiefste Verachtung. Ich spucke aus vor ihr! Nicht zuletzt, weil bezeichnend ist, was Frau Probst, als sie gebeten wurde, zu übersetzen, was Frau Merkel während ihres Zitteranfalls murmelte, sagte.

Nämlich das hier – im Interview mit dem Magazin jetzt.de, das die Lippenleserin fragte, warum sie sich geweigert hat, das, was Merkel während ihres letzten Zitteranfalls gesagt hat, zu übersetzen:

„Es war mir einfach klar, dass es ein unerhörter Eingriff in die Privatsphäre in einer sehr unangenehmen Situation ist. Die Anfragen an mich kamen von Medien aller Gattungen – also Radio, Print/Digital und Fernsehen. Eine Begründung für den Eingriff in die Privatsphäre wurde eigentlich gar nicht geliefert – man bat mich lediglich mit freundlichen Worten um das Ablesen bei der Bundeskanzlerin, da ich dafür bekannt sei, diese Fähigkeit zu haben. Auch wenn ich ihre Politik in vielen Punkten nicht gut finde, heißt das nicht, dass ich keinen Respekt vor ihr habe. Die Richtschnur meines Handelns war: „Angenommen, ich selbst wäre in einer solchen Situation – würde ich dann wollen, dass die Medien über mich auf diese Art und Weise berichten?““

Es ist wie immer bei politisch verquer aktiven Personen oder Mitläufern – der Eingriff in die Privatsphäre ist nur bei Andersdenkenden genehm, dem eigenen Lager macht man nicht ins Nest.

Laute Minderheit hat aktuell mächtige Politik an ihrer Seite

Ist klar.

Auch die Stasi hat wohl kaum Kollegen beim privaten Geburtstag, bei dem es mit Sicherheit auch deftig zuging, abgehört.

Insofern spielt die menschenverachtende Probst in derselben Kategorie. Schamlos, verblendet, eiskalt, wohlstandsverwahrlost und politisch dumm! Mögen diese Leute auch weiterhin in der Minderzahl bleiben. Denn das sind sie.

Sie haben lediglich das Glück, die Mehrzahl der Medien und einige wenige Politiker mit Macht an ihrer Seite zu haben! Das allerdings muss nicht für immer so bleiben. Die DDR ist das beste Beispiel dafür.

Bildnachweis: (c) dpa

 

 

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