DAS war in der DDR besser!

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Plaste á la DDRWenn doch bei so vielen Dingen heutzutage das Rad nicht noch mal neu erfunden werden würde! Kolumnistin Birgit geht manches auf die Nerven und die DDR spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle…

Gerade wird sich über eine Werbekampagne eines amerikanischen Dessous-Unternehmens aufgeregt. Das Wäschehaus hatte unter ein Foto, auf dem ein schlankes Model abgebildet war, geschrieben „der perfekte Körper“. Nun ging daraufhin ein Shit-Storm gegen das Unternehmen los. Weil Frauen auf der ganzen Welt nicht vorgeschrieben bekommen wollen, wie ein Körper auszusehen hat, was ein perfekter Körper ist. Das passt zu dem Thema, worüber ich schreiben möchte:

dass es nämlich durchaus Dinge gab, die in der DDR besser waren. Und über die man sich heute unsinnigerweise den Kopf zerbricht, darüber diskutiert, Änderungen herbeiführen möchte und somit schlichtweg das „Rad neu erfindet“. Klar, gab`s für die Wiedervereinigung keine Generalprobe und ich bin mitnichten eine verklärte Ostalgikerin, die gar die Deutsche Demokratische Republik wiederhaben möchte, aber diese Dinge hier waren definitiv besser:

In der DDR-Werbung und in Zeitschriften gab es nur normale Frauen  

Hungerhaken und bleiche Gesichter á la Kate Moss? Gab`s nicht unter olle Honecker! Im Fernsehen und in Zeitschriften wurden attraktive, normale Frauen gezeigt – die Kleidergröße war egal, es interessierte keinen. Niemals habe ich auch nur ansatzweise eine Diskussion erlebt, wo die Konfektionsgrößen einer abgebildeten oder im TV gezeigten Frau eine Rolle spielten. Models, die damals noch „Mannequins“ oder „Modelle“ hießen, waren attraktiv und von normaler Figur. Punkt.

KiTa-Plätze waren verfügbar und KiTa-Ferien ein Fremdwort 

Diskussionen über verfügbare Krippen- oder KiTa-Plätze gab es nicht, es konnte sich schlichtweg jede(r) mit Nachwuchs eines solchen Platzes sicher sein. Wenn heute Firmen von sich reden machen, weil sie – tra-ra, tra-ra – KiTa-Plätze für ihre Mitarbeiter oder gar einen eigenen Firmenkindergarten schaffen, dann darf ruhig auch mal darauf verwiesen werden, dass das vor der Wende alltäglich war. Betriebskindergärten waren bei großen Unternehmen Standard und Knappheit bei Kindergarten-Plätzen ein absolutes Fremdwort. Zudem wäre niemand auf die Idee gekommen, eine KiTa – wie heute üblich – in den großen Ferien zu schließen. Heutzutage müssen Eltern zusehen, wie sie klarkommen, wenn die Kita in den Sommermonaten mal eben bis zu zwei Wochen schließt, sie aber arbeiten müssen und die Großeltern weit weg oder schon verstorben sind. Dafür gibt’s aber Preise für Familienfreundlichkeit, wenn eine Firma sich einen Kindergarten zulegt. Hier schüttelt der „gelernte Ossi“ mit dem Kopf – zu Recht!

Erdbeeren im Winter – Fehlanzeige! Saisonales Angebot war Trumpf!  

Was schielten wir sehnsüchtig auf die leckeren Südfrüchte in so mancher „West“-Fernsehserie! Die wurden dort auch in der kalten Jahreszeit präsentiert – uns triefte der Zahn!

Heute leben nicht wenige Leute freiwillig mit den Jahreszeiten und essen in der Heimat geerntetes Obst und Gemüse nach Saison. Nennt sich dann „lifestyle-mäßig“: „Öko-Trend“. In der DDR lebten wir genau so – nur hatte dieses „Phänomen“ freilich keinen Namen. Es gab nichts anderes, als eben nur das, was die heimischen Wälder, Felder, Bäume und Plantagen hergaben. Und zusätzlich, wenn die Devisen bei den regierenden Greisen mal locker saßen, im Dezember auch Orangen, manchmal mitten im Jahr auch Bananen.

Aber frische Erdbeeren, Pfirsiche oder Weintrauben im tiefsten Winter, so wie das heute leicht zu konsumieren möglich ist? Niemals! Es war einfach undenkbar!

Heute ist es ohne Weiteres und rund um die Uhr, zu jeder Jahreszeit möglich, alle Früchte und Gemüse-Sorten dieser Welt zu bekommen. Schon 1989 präsentierte zum Beispiel das Berliner KaDeWe den staunenden Ostdeutschen das pralle, diesbezügliche Angebot.

Nun – 25 Jahre später dürften den meisten ehemaligen Ossis der Appetit auf derlei Kost vergangen sein. Zu viele Keim- und anderweitige Skandale! Von der Umweltverschmutzung, wenn solche Lebensmittel tausende Kilometer via Flieger zu uns gebracht werden, ganz zu schweigen.

Lifestyle – den pflegte man auch zu DDR-Zeiten!

Immer öfter hört und liest man jetzt von Menschen, die sich mit ihren Essgewohnheiten dem saisonalen Obst- und Gemüse-Angebot heimischer Gefilde anpassen. Häufig fällt dann in diesem Zusammenhang das Wort „Lifestyle“. Hier sind es dann wahrscheinlich die Ossis, die zuletzt (darüber) lachen…! Pflegten sie doch schon seinerzeit diesen heute so gepriesenen „Lifestyle“ – meist garniert mit dem Zusatz „Öko“ oder auch „Bio“. Wobei letzteres schon eine Frechheit, wenn nicht gar Zumutung ist, denn wenn alles – vermeintlich bessere – BIO ist, was ist dann das, das „un-BIO“ von Mutter Natur geliefert wird?

Nun ja – vielleicht erfindet ja mal jemand den Preis für das „Zweimal erfundene Rad“. Dass den dann ein „Wessi“ bekommt, steht wohl außer Frage…!

Bildnachweis: Fotolia, http://de.fotolia.com/id/6124952 – #6124952 –© Wildis Streng

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