Der Psychothriller „Wo ist Jay?“

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 Genialer Thriller über die Maske der Verlogenheit (WAZ).

In Astrid Kortens Thriller „Wo ist Jay“, der die Thalia Bestseller-Liste erklimmt, tost der Verrat an die Freundschaft wie ein Sturm und lässt nur Verlierer zurück.“ WAZ

Mit guten Freunden haben wir viel gemeinsam, so die landläufige Meinung. Doch ähnliche Interessen und Charakterzüge spielen nur eine Nebenrolle.

In „Wo ist Jay“, dem neuen Psychothriller von Astrid Korten, geht es um Menschen, die über viele Jahre miteinander befreundet sind.

Sie befolgen die klassischen Regeln der Freundschaft: spielen miteinander Tennis, treffen sich jeden Freitagabend zum Stammtisch, besuchen sich gegenseitig.

Zitat aus dem Buch:

Es sind jene Freitage, an denen deine Freunde dich lieben, Jay – und sich hassen. Jeder von ihnen würde alles für dich tun, und du alles für sie, aber würden sie einander nicht auch alles antun?

ZERO WA München/FinePic/Shutterstock

Astrid Korten hat mit ihrem neuen Thriller „Wo ist Jay“ nicht nur einen spannungsgeladenen Roman geschaffen, in dem der Verrat an die Freundschaft wie ein Sturm durch das Buch nur so tost. Wo ist Jay ist auch eine messerscharfe literarische Analyse eines Gesellschaftsphänomens: der Verlust von Scham. So spannend, so traurig, dass wir froh sind, keine Antworten schreiben zu müssen, sondern nur mitlesen dürfen.

Der Roman spielt in Aachen über einen Zeitraum von 30 Tagen. Er beginnt mit der jungen Silly, die im Stadtpark überfallen wird und im Krankenhaus ihren Verletzungen erliegt. Nicht unweit vom Tatort entfernt lebt die Tierärztin Mia Becker mit ihrer Familie. Eines Tages verschwindet Mias beste Freundin, die charmante, gut aussehende Jay de Winter, spurlos. Mia beschleicht das unheimliche Gefühl, dass Jay ihre Familie nicht freiwillig verlassen hat, zumal die Tote Jay verblüffend ähnlich sieht.

Wo ist Jay? Außer Mia, fragt sich das niemand. Die Freunde benehmen sich seltsam und hüllen sich in Schweigen, obwohl Jay der strahlende Mittelpunkt der Clique ist. Auf der Suche nach Jay beginnt für Mia ein Alptraum. Sie wird in ein Netz aus Lügen und Intrigen und Neid verstrickt. Was verbergen die Freunde?

Der Psychothriller  erzählt von der Suche nach der Wahrheit hinter dem Spiegel der Verlogenheit. Wir sehen in die Köpfe von Freund und Feind. Wo ist Jay ist ein Buch, so bildgewaltig, dass man Liebe, Lust, Neid und Hass und den Verrat an die Freundschaft wie ein Sturm tosen hört. Und so raffiniert und nervenzerreißend, dass man das Buch nicht mehr aus den Händen legen kann.

Die Autorin zeigt uns damit eine völlig neue Seite ihres Könnens. Messerscharf seziert sie falsche Freunde und das tut sie so raffiniert und nervenaufreibend, dass man zwischendurch nach Luft schnappt. Dabei verzichtet Astrid Korten ganz bewusst auf blutige Szenen. Denn es geht in erster Linie um unsägliches Leid, um Menschlichkeit, Treue, Loyalität, Eifersucht, Hass und Verrat.

Wir erfahren was Verwundungen aus Menschen machen. Wie Menschen kämpfen. Wie sie die Muster ihres Lebens erkennen und dann doch wiederholen. Wie sie sich nach Liebe, Anerkennung und danach sehnen, endlich verstanden zu werden. Freunde, die sich unbedingt verändern möchten und alle Möglichkeiten dazu haben und sich trotzdem erneut in Gefangenschaft begeben. Auch Mia selbst hat ein Problem. Ihre Suche nach Jay ist gleichzeitig die größte Leistung ihres Lebens. Sie erschafft sich neu.

Voller Wahrheiten und zugleich fremdschämend ist der Thriller zu lesen. Wenn wir uns für Freunde interessieren, wenn wir ernsthaft wissen wollen, warum ein Freund gestern wurde, dann erst schaffen wir die Verbindungen, die wir brauchen, und begreifen auch ein wenig mehr über uns selbst.

Die Bloggerin Lena Felten fasst den Thriller wie folgt zusammen:

Meine Meinung: Mit „Wo ist Jay“ ist der Autorin ein eindrucksvolles Werk gelungen. Sie zeigt, wie fragil Freundschaften sein können. Mich hat dieses Buch tief berührt und sehr zum Nachdenken gebracht.

ZERO WA München/FinePic/Shutterstock

Manuela Hahn von „Lesenswertes aus dem Bücherhaus“ meint:

Warum verschwand Jay? Um die Frage nach dem „Warum“ zu beantworten, muss man sich zu allererst mit dem Thema Freundschaft beschäftigen. Was bedeutet Freundschaft? Reicht es aus, sich regelmäßig zu treffen und Spaß zu haben, oder sollte Freundschaft nicht mehr sein? Mia muss bei ihrer Suche nach Jay feststellen,  dass Neid und Missgunst, Eifersucht und unerfüllte Liebe, die vorherrschenden Gefühle sind. Astrid Korten hat es mal wieder geschafft, ein Buch zu schreiben, das weit über 08/15 Unterhaltung hinausgeht.

Sie serviert ihren Lesern mehr als einen Thriller, sie zwingt sie fast über ihr eigenes Leben, die Freundschaften und die Liebe nachzudenken.

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt zahlreiche Regeln, nach denen wir Freundschaften knüpfen, pflegen – oder aufgeben, wie beispielsweise in schlechten Zeiten seine Hilfe anzubieten, Kontakt zu halten und sich füreinander Zeit zu nehmen, persönliche Gefühle und Gedanken zu offenbaren und Anvertrautes für sich zu behalten. Doch auch gute Laune zu verbreiten, den anderen in seiner sozialen Zugehörigkeit zu bestätigen und zuzuhören sind die Fundamente einer guten Freundschaft. Wenn der Freund seelische Unterstützung verweigert oder Sie nicht vor Kritik in Schutz nimmt, dann vergessen Sie ihn ganz schnell. Der beste Freund kann nur jemand sein, der Ihnen das Gefühl gibt, von ihm in der eigenen Identität anerkannt und bestätigt zu werden.

WO IST JAY ist eines der besten Bücher, wenn nicht sogar das Beste, das ich dieses Jahr gelesen habe und  verdient das Prädikat wertvoll, denn er ist so intensiv und fesselnd, dass man das Ende des Buches fürchtet und sich doch nicht daraus lösen kann, eine Geschichte aus dem Leben und über die Maske der Verlogenheit. Gleichzeitig ist der Spannungsroman eine Lobpreisung auf die wahre Freundschaft. Ich kann Ihnen Wo ist Jay wärmstens empfehlen.

Freundschaft ohne Verschiedenheit ist erstickend. Verschiedenheit ohne Freundschaft ist loser Sand. Echte Freunde brauchen einander mehr, als ihnen bewusst ist. Deshalb: passen Sie gut auf sich auf!

Herzliche Grüße,

Ihre Linda

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