Deutschland 2017 – wären wir dafür `89 auf die Straße gegangen?

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Ein Gastbeitrag von Maria.

„Der Irrsinn, der hier derzeit passiert, übersteigt fast mein Vorstellungsvermögen“ so sagte ein Freund gestern am Telefon zu mir.

Er stammt aus dem Westen Deutschlands, lebt aber lange schon in sächsischen Gefilden. Es ging um Genitalverstümmelungen, die leider nun auch in unserem Land ein Thema sind.

Egal – mit wem man momentan spricht: die politische Situation in diesen Tagen ist immer ein Thema.

Vor allem unter uns Ossis.

„Hätte jemand 1989 ein Loch in die Mauer gehackt und dort in einer Art Schnelldurchlauf-Zeitmaschine präsentiert, was uns – die wir auf der Straße gegen das System der Betongenossen demonstrieren – erwartet, ich höchstpersönlich hätte das Loch wieder zugemauert“ so äußerte sich ein anderer guter Freund von mir kürzlich.

Deutschland im Sommer 2017. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, diesen Irrsinn zu beschreiben, der seit zwei Jahren das Land in Atem hält.

Zumal es ja so ist, dass vieles, was im Land schief läuft, nicht erst seit 2015 an der Tagesordnung ist, nur tritt es offener zutage, seit die Kanzlerin – völlig am Gesetz vorbei – Millionen Fremde ins Land gelassen hat (und noch lässt), die bar jeder Grundlage Gelder, Obdach und diverse Vergünstigungen und Gratis-Leistungen erhalten.

Demgegenüber lesen sich die täglichen Zeitungsmeldungen, wonach für so vieles, was wichtig und dringend nötig wäre, angeblich kein Geld da ist, wie der blanke Hohn.

Hierzu muss man nicht mal den Blick in die großen, überregionalen Medien werfen, es genügt, wenn man den Lokalteil der eigenen Regionalzeitung studiert.

Da verrottet dort ein zu DDR-Zeiten liebevoll gepflegtes Naturbad, müssen da Eltern für einen Dorfspielplatz um Spenden bitten und kommt dort eine Mutter zu Wort, für deren behinderten Sohn die Krankenkasse kein Therapierad übernimmt.

Fassungslos steht man zudem auch bestimmten Vorgängen gegenüber, die einen selbst – privat – betreffen.

So flatterte mir, als Mama eines Kindergartenkindes, vor einigen Wochen eine Zahlungsaufforderung unseres Kindergartens ins Haus, in der es darum ging, dass ich sowohl für Sonnencreme und Backzutaten einen Obolus an den Kindergarten zu entrichten hatte. Er lag bei 9,00 €. Kein Ding, aber ich erkundigte mich dennoch beim Landesfamilienverband Sachsen, ob diese Zahlung überhaupt rechtmäßig von den Eltern der Kinder verlangt werden kann.

Nein – konnte sie nicht, denn nach Auskunft des Verbandes ist genau für solche Dinge ein Budget im sächsischen Bildungsplan eingestellt.

Mit dieser Info gewappnet, ging ich zum nächsten Elternabend, bei dem die besagte Zahlung auch ein Thema war. Ich gab kund, dass sie unrechtmäßig erhoben wird, aber mehr als Erstaunen war nicht drin – die anderen Eltern und Alleinerziehende scheuten das Risiko, wegen dieser Summe zu rebellieren, zumal die anwesende Kindergarten-Leiterin meine Info wortreich auseinandernahm und die Summe mit nichtssagendem Blabla zu rechtfertigen versuchte.

Diese Situation steht symptomatisch für den Zustand Deutschlands in diesem Sommer: dem Großteil der Bevölkerung ist klar, dass was schief läuft, aber der Großteil ist es eben auch, der sich dennoch geschlagen gibt, sich anpasst.

Einige wenige – im Verhältnis gesehen – gehen auf die Straße, veranstalten Demos. Diese richten sich vordergründig gegen die verheerende Asylpolitik, deren Konsequenz eine explodierende Gewalt gegen einheimische Bewohner, vornehmlich gegen Frauen, ist.

Die Absurditäten im Alltag jedoch werden von den meisten Einwohnern Deutschlands hingenommen. Mehr noch: sie werden mit gewissen Aktionen sogar noch gefördert und fest akzeptiert.

Da gehört die eingangs angerissene Spendensammlung für einen Spielplatz ebenso dazu wie die Eltern-Initiative, die kurzerhand selbst zu Farbe und Pinsel greift und den Schulflur, für dessen Renovierung angeblich kein Geld da ist, wieder flott macht.

Was ich damit sagen will: solange die Menschen nicht aufbegehren, gegen das asoziale Agieren des Staates, der sich gerade im Bereich Kinder, Senioren und Soziales immer mehr aus der Verantwortung stiehlt, solange wird sich nichts ändern.

So nehmen die Bewohner Deutschlands seit Jahrzehnten auch hin, dass schon auf Schulhöfen Drogen die Runde machen, das Teufelszeug an jeder Ecke zu haben und schon so manches Kind unter 18 angefixt ist.

Selbst die absolute Kapitulation des Berliner Senats, dem es bis heute nicht gelingt, die Drogen-Katastrophe im Görlitzer Park, der zu einem Kriminalitäts- und Dealer-Brennpunkt der Hauptstadt geworden ist, hat keinen nennenswerten Protest aus dem bürgerlichen Lager hervorgebracht.

Dabei wäre es so einfach, diesem Teufelszeug Herr zu werden – das hat man ja an der DDR gesehen. Wenn überhaupt, waren Drogen nur in verschwindend geringem Maß im Mauerstaat präsent.

Die rigorosen Grenzkontrollen machten es möglich. Ich möchte damit nicht die menschenverachtende Abschottungspolitik der Betongenossen legitimieren, sondern nur aufzeigen, dass es machbar wäre, ein Land nahezu drogenfrei zu halten.

Wenn aber schon in Regierungskreisen Drogen konsumiert wurden oder vielleicht sogar noch werden, darf man wohl nicht davon ausgehen, dass diesbezüglich eine härtere Gangart eingelegt wird. Nebenbei gesagt verwundert es mich auch nicht, dass die einzig mir bekannten Anti-Drogen-Aktionen im sächsischen Dresden stattfanden und immer noch stattfinden.

Aber zurück zum Hauptthema. Was nun haben wir erreicht, mit dem Mauerfall? Mit den Demos, bei denen auch ich 1989 – mit 17 Jahren -, gemeinsam mit meinen Eltern, mitlief?

Wir haben ein Gesundheitswesen, in dem man für Facharzt-Besuche monatelang auf einen Termin warten und für viele Leistungen nicht zu knapp zuzahlen muss. Wir haben Kliniken, in denen es nur um Effizienz und lange schon nicht mehr um Menschlichkeit geht. Der Patient ist nur mehr noch ein Geldbringer, der nach einer erfolgten Behandlung oder OP bitte rasch das Krankenhaus wieder verlassen soll, damit sein Bett frei wird für den nächsten Kranken, der Geld in die Kasse spült.

Wir haben Krankenkassen, die Rücklagen in schwindelerregenden Höhen angehäuft haben, aber oftmals nicht bereit sind, ihren Versicherten einen Spezialrollstuhl oder eine vielversprechende Therapie zu übernehmen. Die vielen medialen Spendenaufrufe kranker Menschen, sind mehr als bezeichnend – sie sind Schande und Beleg zugleich, für dieses asoziale System.

Wir haben die Reisefreiheit aber ständig steigende Lebenshaltungskosten, so dass sich selbst viele Familien mit einem normalen Einkommen oft keinen Urlaub mehr leisten können.

Mit der Einführung des Euro wurden auf nahezu jedem Terrain des Alltags die Kosten verdoppelt.

Wer früher 500,00 Mark Miete für eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung zahlte, zahlt heute 500,00 €, also Tausend Mark und damit das Doppelte.

Wer sich beim Bäcker ein Stück Kuchen holt, muss meistens um 1,20 € aufwärts berappen, das sind 2,40 Mark. Im Restaurant kostet eine Vorsuppe 4,00 €, das sind 8,00 Mark. Wer bitte hätte früher für 8,00 Mark eine Suppe im Restaurant gegessen? Dafür bekam man seinerzeit schon eine Hauptmahlzeit.

Doch obwohl diese Ungeheuerlichkeiten alle Menschen im Land betreffen dürften, rebelliert kaum jemand dagegen an.

Was aber auch daran liegen könnte, dass die Bürger in ihrem Alltag damit beschäftigt sind, die absurd hohen Kosten für dieses feiste System zu erarbeiten.

Der normale Arbeiter wird hier genauso geschröpft, wie der Freiberufler, der Grundstückseigentümer (Grundsteuer für eigenen Besitz – eigentlich eine Absurdität!), der Selbständige, der Rentner, die Familie mit Kindern.

In einem der reichsten Länder der Welt gibt es Kinder, deren Eltern sich die Kosten für eine Klassenfahrt nicht leisten können, gibt es Alleinerziehende, die ab Mitte des Monats nur noch Nudeln servieren können, Senioren, die Flaschen sammeln und sich mit einer Mini-Rente begnügen müssen.

„Geld regiert die Welt“ – dieser Spruch, den meine Oma so oft sagte, trifft auf unser Land zu, wie die Faust aufs Auge.

Kindergartengebühren, Verwaltungsgebühren für jede Kleinigkeit, Parkgebühren, Steuern für alles und jeden, Zuzahlungsgebühren, GEZ-Gebühren, Müllgebühren, Wasser- und Abwassergebühren (deren Satzungen für den Normalbürger mehr als undurchschaubar sind), Mahngebühren, und, und, und….In diesem Land – so scheint es – sichert sich nur noch eine kleine Minderheit ihren Wohlstand.

Das war in der DDR anders. Im Bereich Soziales und Kinder war fast alles extrem kostengünstig oder ganz kostenlos. Niemand verlor sein Haus an ein gieriges Finanzamt und Eltern konnten gewiss sein, dass ihre Kinder in den Sommerferien in Kinderferienlager fahren konnten, ohne dass die Geldbörse strapaziert wird.

Zudem war im einstigen Mauerstaat die Kriminalitätsrate gering. Straftaten und Verbrechen wurden hart geahndet, das ist kein Vergleich zur heutigen Kuscheljustiz, wo fast jeder Kopftreter oder Vergewaltiger lachend den Gerichtssaal verlässt.

NO GO Areas gab es nicht und schon gar keine Clankriege, Messerstechereien oder Grabschereien. Frauen konnten nahezu alle öffentliche Orte zu jeder Tages- und Nachtzeit frequentieren, ohne angegriffen oder behelligt zu werden. Ausländer, die das Messer zückten (das gab es viel in der DDR, siehe auch diesen Bericht hier: https://frauenpanorama.de/auslaender-in-der-ddr-zeitzeugen-im-interview/) wurden am nächsten Tag ausgeflogen.

Und heute? Vergeht kein Tag, an dem nicht irgendein “Flüchtling“ mit einer – oft brutalen – Straftat von sich reden macht. Und das in einer Situation, wo man noch nicht mal die deutschen Kriminellen im Zaume halten kann, Stichwort: Beschaffungskriminalität.

Mit der illegalen Massenzuwanderung wurde auch verrohteste und aggressivste Kriminalität importiert. Was freilich immer vehementer unter den Tisch gekehrt werden soll, je mehr diese Gewalt um sich greift. Das wiederum erinnert – wie auch die seit zwei Jahren gleichgeschaltete Presse – extrem an die DDR.

Nicht zuletzt, weil die amtierende Regierung nun auch missliebige Meinungen per Gesetz (Stichwort: Netzwerkdurchsetzungsgesetz) unterdrücken möchte.

Deshalb: wir, die wir 1989 auf der Straße waren, sind heute in einem einzigen Albtraum angekommen. Für diese Lebensweise – da bin ich ganz ehrlich – wäre ich im Revolutions-November 1989 NICHT auf die Straße gegangen.

Im Rückblick gesehen, denke ich: eine reformierte DDR hätte es auch getan.

Bildnachweis: privates Zeitungsexemplar, FREIHEIT, Ausgabe 5.4.84

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