Deutschland 2019: Mama bekommt Arzt-Termin für unheilbar krankes Kind nur über Beziehungen!

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Ein Gastbeitrag von Manuela.

Augenarzt, Orthopäde, Hautarzt – stehen diese Termine für mein Kind an, ist das selbstredend schon ein halbes Jahr vorher in meinem Terminkalender eingetragen. Denn: im „Gut-und-gerne-leben-„Land kann man nicht mal eben so einen Arzt-Termin für den Augenarzt oder Orthopäden für in einer Woche vereinbaren.

Monate im Voraus hat man diese Termine anzufragen! Und kommt man an eine Praxis, wo man bislang überhaupt noch kein Patient war, dann wird man manchmal nicht mal aufgenommen. Ist mir auch schon passiert. Mit dem Orthopäden. Und viele Mütter erzählen dieses Dilemma sogar in Sachen Kinderarzt. Es gibt nicht wenige Praxen, die so voll sind, dass sie keine neuen kleinen Patienten mehr aufnehmen.

Arzt-Termin erst nach Monaten: viele Eltern verzweifeln fast!

Viele Eltern sind deshalb verzweifelt. Eine Freundin von mir, der es so geht, wollte sich kürzlich mit dem Facharzt-Service der Krankenkassen behelfen, denn es gibt in der Tat eine offizielle Stelle, die Facharzt-Termine binnen kürzester Zeit vermittelt. Sie rief an und erfuhr dort aber, dass sie erst zu ihrem Hausarzt zu gehen hat, der ihr eine Überweisung schreibt, die als „dringlich“ einzustufen ist. Sie lebt auf dem Land und die Wartezeiten bei ihrem über 70jährigen Hausarzt (einen Nachfolger fand der bis jetzt nicht..) sind selbst für ein Rezept immens.

Was sich für mich und befreundete Mütter nach und nach anfühlt, als wenn wir in Sachen Gesundheit/Arzt-Termin in einem Drittwelt-Land leben, ist aber gar nichts gegen einen Fall, denn die Lüneburger Nachrichten am 17. März 2019 online veröffentlichten.

Es geht um eine alleinerziehende Mama aus Potsdam, die lange nicht wusste, wie schlecht es wirklich um den Gesundheitszustand ihrer heute vierjährigen Tochter bestellt ist.

Die Lüneburger Nachrichten schreiben in ihrer besagten Online-Ausgabe folgendes:

„(…)Lotta ist unheilbar krank. Wie viel Zeit ihr noch bleibt, weiß niemand, denn Lottas Krankheit ist kompliziert und extrem selten. Dabei gehen Nervenzellen fortschreitend zugrunde – jeden Tag verliert Lotta ein wenig mehr von ihrer Lebenskraft. Sie kann kaum laufen, kaum noch sehen. „Aber sie jammert nicht, sie weint nicht – sie macht bei den Ärzten alles geduldig mit, während ich vor Angst und Sorge am liebsten schreien würde“, sagt Lottas Mutter Sandra Rathgeber (33). „Sie ist mein tapferes Mädchen. Ich habe so viel Glück mit ihr gehabt.“(…)“

Lange Zeit wusste betroffene Mama nicht, was Auffälligkeiten bedeuteten

Dann geht das Medium auf die lange Zeit ein, in der die kleine Familie – vor allem die Mutter – noch nicht wusste, was sich wirklich hinter den Auffälligkeiten im Zusammenhang mit der Entwicklung des kleinen Mädchens verbarg.

Und so ist in dem Beitrag der Lüneburger Nachrichten über die tapfere Kleine, die im Jahr 2015 zur Welt kam, weiterhin zu lesen:

„(…)Um Lottas zweiten Geburtstag herum wächst in der Familie die Gewissheit, dass etwas nicht stimmt. Auch die Füße knicken wieder nach innen. Die Kinderärztin meint, dass Lotta viel barfuß laufen sollte. „Mit zweieinhalb war’s immer noch nicht besser“, erzählt Sandra Rathgeber. „Lotta lief da fast schon auf den Knöcheln.“ Ein Orthopäde verschreibt Einlagen, doch das kleine Mädchen wackelt und hangelt sich weiter durch die Welt.(…) Ostern 2018 macht die Familie eine verunsichernde Entdeckung. Bei einem Ausflug mit dem Tretboot wird Sandra Rathgeber, die alleinerziehend ist, und den großen Töchtern klar, wie schlecht es um Lottas Augen steht. „Wir haben die Enten gefüttert, die fast auf dem Boot standen, aber Lotta hat überhaupt nicht reagiert: Sie hat die Enten nicht gesehen.“ Auch ihre Bücher hält sich Lotta nun und immer näher an die Nase. Über Bekannte von Bekannten ergattert Sandra Rathgeber einen Termin beim Neurologen. Sie muss „nur drei Wochen“ warten: „Ich hatte davor ganz Berlin-Brandenburg abtelefoniert – ein halbes Jahr Wartezeit war das Kürzeste.“(…)“

„Nur drei Wochen“ – es treibt einem die Tränen in die Augen, wenn man von dem Schicksal der alleinerziehenden Frau hört! Warum gibt es für solche dringenden Fälle keine sofortigen Facharzt-Termine? Ja, ja – ich höre sie schon wieder, die mahnenden Stimmen, die vom Fachkräftemangel sprechen und von den vielen kranken Bürgern, die alle irgendwie beim Arzt schnell dran kommen wollen.

Ganz klar.

Dennoch denke ich, dass der steuerzahlende Bürger eine Lösung erwarten darf, die im Ernst- oder Notfall einen Facharzt-Termin bietet.  Auch ohne die angeblich helfende Vermittlung der „Facharzt-Terminvergabe“, die wahrscheinlich sowieso nur die wenigsten Leute kennen.

Und – ja  – ich weiß, dass man auch in die Notaufnahme der Kliniken gehen könnte, doch was da los ist, weiß doch mittlerweile auch jedes Kind!

Top-Kräfte verlassen Deutschland in Massen!

Inzwischen haben wir in diesem Land doch irgendwo fast überall einen Fachkräftemangel, ganz gleich, ob es um (Fach)Ärzte, Lehrer oder Pflegepersonal geht. Und dass gut ausgebildete Leute zudem ihre Heimat Deutschland, die gefühlt für alle da ist, nur nicht in erster Linie für die eigene Bevölkerung, verlassen, ist auch kein Geheimnis.

Natürlich ist mir bewusst, dass jahrzehntelange politische Fehlplanungen nicht von heute auf morgen gerade zu biegen sind. Doch: die für die Fehlplanungen verantwortlichen Leute sind heute entweder mit üppigen Bezügen in Pension oder arbeiten sich weiterhin an der Problemlösung für Fremde, für das angeblich baldige Sterben unseres Planeten, für die EU oder für ihre eigenen Vorteile ab.

Denn sind wir mal ehrlich: solche Fälle, wie das Schicksal der jungen Mutter und ihrer kranken Maus sind immer wieder in den Medien präsent. Vorzugsweise auch im Advent – da wird dann häufig auf Fälle aufmerksam gemacht, bei denen medizinische Hilfsmittel für Alte oder Kinder benötigt werden, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Obwohl es sich meist – im Vergleich zu den fetten Konten der Krankenkassen – um finanzielle Petitessen handelt.

Betroffene Mama erlebte schlimme Minuten

Aber zurück zu dem Fall der Potsdamer Mama mit ihrem unheilbar kranken Lotta. Hierzu ist in den Lüneburger Nachrichten weiterhin zu lesen:

„(…)Der Neurologe geht davon aus, dass Lottas Gang nicht allein von der Fehlstellung der Füße herrührt. Er ordnet weitere Untersuchungen an, vor allem ein MRT. Was würden die Ärzte in Lottas Kopf finden? Einen Tumor? Ein Aneurysma? „Das waren die schlimmsten 20 Minuten überhaupt“, sagt Sandra Rathgeber.

Das MRT bleibt ohne Befund, dutzende Untersuchungen folgen. Eine ganze Woche bleiben Lotta und ihre Mama im Klinikum. „Als wir entlassen wurden, konnten die Ärzte alles ausschließen, was sie vermutet hatten: keine Stoffwechselerkrankung, keine Tumore, kein Krebs, nix. Wir waren wieder bei Null.“ Erst Gen-Tests bei Lotta und ihren Eltern bringen nach Monaten ans Licht, was das Kind hat. „Als die Ärztin darauf bestand, dass eine Psychologin bei der Auswertung dabei ist, wusste ich, es wird schlimm“, sagt Sandra Rathgeber.

Lotta leidet an zwei sehr seltenen Untergruppen einer spinozerebellären und einer spastischen Ataxie. „Bisher ist in Deutschland kein Fall davon bei Kindern in ihrem Alter bekannt“, so Sandra Rathgeber. „Das heißt: Wie es weiter geht, wohin es uns führt, das kann uns niemand genau sagen. Nur, dass Lotta nicht so alt wird wie ihre Geschwister heute sind.“(…)“

Der kleinen Familie kann man nur unendlich viel Kraft wünschen! Und warum nicht auch auf ein Wunder hoffen? Vielleicht entwickelt sich das Leben der kleinen Lotto ja doch noch anders, als es die Ärzte jetzt prophezeien, wer weiß das schon?!

Würdevolle Behandlung ist zu wünschen!

So oder so: dem Kind ist wohl am meisten zu wünschen, dass es –  gemeinsam mit seiner Mama – eine würdevolle Behandlung erfährt. Ohne endlose Termin-Warterei und womöglich noch Stress mit der Krankenkasse, weil vielleicht dieses oder jene Hilfsmittel/Medikamt/Therapie nicht übernommen wird. Und der Betroffenen als auch den Angehörigen somit noch mehr Energie geraubt würde.

Es wäre ja leider nicht der erste Fall – ein kontinuierlicher Blick in die hiesige Medienlandschaft des Landes, in dem doch angeblich „gut und gerne gelebt wird“ bestätigt das!

Wer den Original-Artikel lesen möchte, hier. Zudem betreibt die Mutter der kleinen Lotta eine Facebook-Seite – diese finden Sie hier.

Quelle Bild (Symbolbild): pixabay.com

Inhalt: Lüneburger Nachrichten online

 

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