„Die traut sich was!“ – Ehemalige MDR-Journalistin rechnet mit MDR ab / Buchrezension

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Dass es beim Mitteldeutschen Rundfunk drunter und drüber gehen soll – das wird in Leipzig schon lange gemunkelt. Alte Stasis und neue Wessis sollen sich dem Vernehmen nach tagtäglich einen Schlagabtausch liefern, was wie gesendet wird.

Zwischendrin, so sagt man, sollen jene wenige Redakteure sein, die die Lage realistisch einschätzen und berichten wollen, was ist (diese sollen allerdings dem Vernehmen nach selten zum Zug kommen…).

Man weiß es ja: Seit 2015 befindet sich die gesamte Alt-Journalisten-Clique im Willkommens- und Zuwanderungswahn und möchte einem am liebsten rund um die Uhr einhämmern, wie bereichernd das massenhafte Kommen von ungebildeten und oftmals hochaggressiven #EinMännern doch angeblich ist.

Kein Wunder, dass immer mehr Leute diese schmierigen Sender nicht mehr konsumieren.

Katrin Huß war lange Jahre das Gesicht der MDR-Sendung „Hier ab vier“

Katrin Huß (im Bild), das langjährige MDR-Gesicht der Sendung „Hier ab vier“ (später „MDR um 4“) dürfte zur Kategorie der Journalisten mit einem noch gesunden Menschenverstand gehören, was ihr beim Sender nicht nur Freunde eingebracht hat. Bekanntlich gipfelte es darin, dass die Journalistin nicht lange nach einem denkwürdigen Auftritt eines Experten, der Merkels Selbstherrlichkeit in Sachen illegaler Zuwanderung in ihrer Sendung harsch kritisierte, hinschmiss und dem MDR den Rücken kehrte. Dazu später mehr.

Katrin Huß berichtet in ihrem Buch „Die traut sich was!“ über ihre Jahre beim Mitteldeutschen Rundfunk, aber auch über die Anfänge ihrer Journalistenkarriere. Das Buch liest sich von Anfang an unterhaltsam und spannend – unter anderem erfährt man zu Beginn, dass Huß neben Journalismus auch Sport studiert hat. Viele Leute, die die Moderatorin mit dem MDR verbinden, werden das vielleicht gar nicht wissen.

Im Buch beleuchtet Katrin Huß auch ihr Leben abseits der Kameras

Geschildert werden ihre Anfänge beim Radio in den wilden Nachwende-Jahren in Leipzig. Zwischendurch erfährt man auch, dass die Fernsehfrau schon erfolgreich bei Miss-Wahlen mitgemacht und dort sogar beachtliche Siege („Miss Ostdeutschland“, „Miss Sachsen“) errungen hat. Ihre Miss-Laufbahn führte sie auch zu einem Wettbewerb nach Korea. In diesem Zusammenhang erfährt der Leser zudem, dass Katrin Huß in den frühen 90ern bei einer Modegruppe tanzte und in einer Posing-Show auftrat, um sich neben dem Studium etwas Geld zu verdienen.

Die Zeit von Katrin Huß beim MDR nimmt – klar! – den meisten Inhalt des Buches ein. Sehr  interessant sind die Stories, in denen sie über Lustiges, Skurriles und auch Trauriges im Zusammenhang mit Prominenten, die bei ihr in der Nachmittagssendung zu Gast waren, berichtet. So hat sie beispielsweise mal einem Schlagersänger die Haare kürzer geschnitten (was dieser gar nicht gut fand) und auch einen Schauspieler in der Live-Sendung gehabt, der kurz zuvor seine Tochter verloren hat. Interessant auch die Episode, in der Huß über den Auftritt von Walter Kohl – Sohn von Helmut Kohl – schreibt.

Geschichten, die auch von Intrigen, Mobbing und Missgunst handeln

Die kleinen Geschichten rund um die MDR-Nachmittagssendung, deren Gesicht Katrin Huß so lange war, handeln immer wieder von Intrigen, Mobbing und Missgunst. Laut Huß gab es etliche MDR-Kollegen oder Vorgesetzte im Sender, die offenbar mit der Art der beliebten Fernsehfrau ein Problem hatten.

Wie tief diese Probleme lagen, zeigt sich in dem Auftritt von Dr. Hans-Joachim Maaz in der Sendung von Katrin Huß im Januar 2016. Maaz, seines Zeichens ein namhafter Psychiater, Psychoanalytiker und Autor, ging in dem Interview, in dem es unter anderem auch um die Bürgerbewegung PEGIDA aus Dresden ging, hart mit der Regierung Deutschlands ins Gericht. Als „fast hetzerisch“, „feindselig“ und „diffamierend“ bezeichnete der Experte die Reaktionen der Altparteien gegenüber den Demonstranten aus Elbflorenz. Seine Aussagen gingen einher mit der Kritik an Angela Merkel. Auch die Befürchtung, dass Deutschland durch den Massenzustrom von Zuwanderern überfremdet werden könnte, teilt Maaz mit nicht wenigen Menschen in Deutschland. In dem Beitrag, der übrigens hier zu sehen ist, sprach er frank und frei über die Probleme, mit denen unser Land durch die vielen kulturfremden Menschen zukünftig zu kämpfen hat.

Huß hätte laut dem MDR in das Gespräch mit Maaz eingreifen sollen

Der Auftritt von Hans-Joachim Maaz sollte für Katrin Huß Folgen haben. Sie beschreibt in ihrem Buch sehr ausführlich, wie Kollegen und Vorgesetzte sie nach diesem Auftritt versuchten fertig zu machen.  Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, nicht in die Monologe des Experten eingegriffen zu haben. Man ging beim MDR sogar so weit, den Auftritt von Maaz mit einer Pegida-Demo zu vergleichen. Der Höhepunkt des Ganzen war, dass man der Moderatorin sagte, dass sie verantwortlich wäre für das, was die Gäste von sich geben.

Im Buch hat Katrin Huß die Worte, die man ihr sagte, wortwörtlich wiedergegeben. Sie lauten:

„Sie sind haftbar und verantwortlich für das, was die Gäste in der Sendung sagen, und Sie haben politisch einzuschreiten im Sinne des MDR“

Später, nachdem Katrin Huß dem MDR den Rücken gekehrt hatte, machten diese Worte im Internet die Runde und bestätigte jene, die die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien seit 2015 als „unwahr“ und „oberlehrerhaft“ wahrnehmen, einmal mehr.

Huß selbst schreibt in ihrem Buch über diesen Satz folgendes:

„Dieser Satz hat sich wortwörtlich in mein Gedächtnis eingebrannt, und ich habe ihn mir danach aufgeschrieben. Was genau war denn im Sinne des MDR? Mir kam das Lied in den Kopf: Die Partei, die Partei, die hat immer recht“

Das legendäre Interview sollte für Katrin Huß Folgen haben

Dieser fast schon legendäre Auftritt sollte das Ende der Karriere beim MDR von Katrin Huß einleiten. Die Journalistin beschreibt detailliert, wie es danach weiterging und wie unwohl sie sich mehr und mehr beim Sender fühlte.

Die Leserschaft erfährt, dass es letztlich die Konzentration auf Yoga war, die dem bisherigen Leben von Katrin Huß, die auch ausgebildete Yoga-Lehrerin ist, eine andere Richtung gab. Wie diese ausschaut, soll hier nicht vorweggenommen werden, denn mit dieser Rezension soll die Lust auf das Buch, das wirklich sehr lesenswert ist, geweckt werden.

Nur so viel: Für Katrin Huß hat das Mediale in ihrem aktuellen Leben längst nicht mehr den Stellenwert wie früher. Die sympathische und sportliche Frau hat etliche Möglichkeiten jenseits der Kamera entdeckt, die für sie im Leben bereichernd sind und sich zwischenzeitlich neuen Projekten gewidmet.

Welche das sind?

Nun: Einfach das Buch lesen – es lohnt sich! Und wer schon immer mit dem schlechten Stil des MDR im Zusammenhang mit Politik ein Problem hatte, der darf sich mehr als bestätigt sehen!

Das Buch von Katrin Huß mit dem Titel „Die traut sich was!“ ist im KOPP Verlag erschienen und kostet 19,99.

Bildnachweise (Bildmontage): picture alliance / ZB | Thomas Schulze und kopp-verlag.de

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Claus-Jürgen Schmohl
Claus-Jürgen Schmohl
1 Monat zuvor

Katrin Huss ist für mich eine Journalistin, welche mit Leidenschaft recherchiert, und auch kein Blatt vor den Mund nimmt. So sollte Jounalismus sein, freiheitlich und kritisch, kein gleichgeschalteter Mainstream, das hatten wir im Sozialismus, keiner will soetwas mehr haben. Jeder hat ein Recht dazu, seine Meinung öffentlich zu äußern, ohne dabei diffamiert zu werden!

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