Ein einziger Satz offenbart das Versagen vieler Eltern

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Shot of two girls hugging in a classroom

Ein Gastbeitrag von Monique.

„Für viele Kinder ist es das Frühstück, weil zu Hause keine Zeit ist“.

Dieser schlichte Satz, ausgesprochen von der ehrenamtlichen Helferin Carmen Schulze in einer Grundschule, gegenüber einer Lokalzeitung des Heide-Ortes Bad Düben, sagt viel über unsere Gesellschaft aus.

Vor allem aber über nicht wenige Eltern, Mamas und/oder Papas.

Im besagten Beitrag ging es um das von Uschi Glas ins Leben gerufene Charity-Projekt „brotZeit“, bei dem (ehrenamtliche) Helfer in Schulen dafür sorgen, dass die Kinder dort ein Frühstück bekommen.

Vor dem Hintergrund, dass eben viele Eltern(teile) genau DAS ihrem Nachwuchs daheim NICHT zubereiten und servieren.

Man ist ja in dieser Gesellschaft über so vieles fassungslos, gerade im Hinblick auf das Versagen von Erziehungsberechtigten.

Dort ein Säugling tot geschüttelt, da ein Kind in brütender Sommerhitze im Zimmer unterm Dach gelassen….Brutale Einzelfälle – ja. Sie sind es, die für Schlagzeilen, Entsetzen und Empörung sorgen, ganz zu Recht natürlich.

Währenddessen aber gibt es im „Kleinen“ eben auch viele Dinge, die zwar nicht unter die Kategorie „Kindesmisshandlung“ fallen, aber dennoch unverständlich sind.

Dazu gehört die Tatsache, dass bundesweit –zig tausende Schulkinder ohne Frühstück zur Schule gehen. Solche Aktionen, wie oben erwähnt, sind super und bewundernswert, aber mal ehrlich: ist es nicht auch eine Schande, dass es sie geben muss?

Denn dem Nachwuchs ein Frühstück zuzubereiten, es im Idealfall auch zusammen mit ihm zu genießen, ist ja nun weniger eine hoch materielle Sache, bei der es  verständlich wäre, wenn sie nicht leistbar ist, sondern einfach eine Sache, die mit Geborgenheit und Struktur zu tun hat und – so behaupte ich mal – für jeden gesunden Menschen machbar ist.

Und es ist ja nicht so, dass Kinder ohne Frühstück aus dem Haus gehen, weil sie Eltern haben, die dazu nicht in der Lage sind. Es sei denn, man definiert das „nicht-in-der-Lage“-sein, wenn es um einen Zustand geht, der mit Alkohol zu tun hat. Zum Beispiel.

Nie werde ich den Satz eines Helfers eines Vereins, der Kindern hilft, vergessen, den er mir mal im Rahmen eines Kirmes-Besuches für sozial benachteiligte Kinder gesagt hat, damals kurz nach 14.00 Uhr am Nachmittag:

„Um diese Zeit liegen die meisten der Eltern dieser Kinder hier noch betrunken im Bett“.

Ich war entsetzt damals, das weiß ich noch wie heute.

Mittlerweile habe ich selbst Kinder und das Frühstück mit ihnen ist bei uns eine Selbstverständlichkeit.  Auch wir, mein Partner und ich, haben einen beruflich umfangreichen Alltag, aber die Zeit für ein gemeinsames Frühstück – und ebenso das Abendbrot – ist in unserer Familie ein MUSS!

Natürlich kann ich mich nicht darüber erdreisten, wenn andere Familien das so nicht handhaben, aber aufregen tut `s mich schon…! Vor allem deshalb, weil bekannt ist, dass es eben NICHT nur in Problemfamilien (Alkohol, Drogen) oft kein Frühstück am Morgen gibt.

Warum aber regt mich das so auf?

Weil ich finde, dass diese kleine Zeitspanne – am Morgen mit dem Kind ein Frühstück einzunehmen oder zumindest eines herzurichten – bei jedem drin ist!

Und – ja – ich sehe es als  Versagen an, wenn Eltern(teile) DAS nicht auf die Reihe bekommen!

Wie schon angerissen: es macht ja in der Tat einen Unterschied, ob gewisse Dinge definitiv nicht drin sind (Designer-Klamotten, Fernreisen usw., usf….), oder ob einfach Faulheit oder Gleichgültigkeit im Spiel sind, wenn man den Nachwuchs mit knurrendem Magen zur Schule gehen lässt.

Eine Bekannte von mir, alleinerziehend, hat zwei Jobs, mit der sie ihre kleine Familie über Wasser hält. Bei einem der Jobs beginnt der Tag noch vor dem Morgengrauen. Natürlich hat sie deshalb keine Möglichkeit, mit ihrem Sohn ein Frühstück zusammen einzunehmen (um halb fünf morgens würde sie ihn auch ungern aus dem Bett holen), aber sie bereitet es vor und stellt es ihm – nebst Gedeck – bereit.

Der Sohn selbst ist fast im Teenie-Alter, so dass sie es verantworten kann, dass er das Haus alleine verlässt und zur Schule geht. Mit einem Frühstück!

Keine ideale Situation freilich, aber sie macht halt das Beste draus…!

Um auf den eingangs erwähnten Zeitungsartikel zurück zu kommen: mir ist es  unbegreiflich, wieso für ein Frühstück mit dem eigenen Kind, den Kindern, keine Zeit sein soll!

Was spricht denn dagegen, einfach den Wecker 20 bis 30 Minuten eher zu stellen und – zumindest mal ein Viertelstündchen – bei einem Frühstück zusammen zu sitzen?

Im Gegensatz zu vielen Dingen, die man im Leben leider nicht beeinflussen kann, ist sowas doch machbar und eine der leichtesten Übungen!

Ich denke, jede(-r) bekommt es auf die Reihe, statt um 6.45 Uhr um 6.00 Uhr (zum Beispiel) aufzustehen und die gewonnene Zeit für die erste gemeinsame Mahlzeit am Morgen zu nutzen.

Außerdem bedeutet ja „zusammen frühstücken“ nicht nur, den Magen zu füllen, sondern auch, den Tag zu besprechen, Bevorstehendes noch mal durchzugehen, den Nachwuchs – im Falle, wichtige Dinge, wie eine Mathearbeit stehen an  – für die kommenden Stunden zu bestärken und ihm zu übermitteln, dass man ihm die Daumen drückt und er das schon schafft!

Aber apropos „schaffen“  – es gibt eben viele Eltern, viele Mütter und/oder Väter, die genau das eben nicht SCHAFFEN (wollen?).

Und das finde ich unverständlich. Total! Vor allem aber eines: sehr, sehr traurig!

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/107238047

Datei: #107238047 | Urheber: Photographee.eu

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