Elternzeit und dann? 6 Tipps für Ihren beruflichen Wiedereinstieg

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„Aller Anfang ist schwer“ – dieses altbekannte Sprichwort trifft wohl auch auf viele Mütter zu, die nach der Elternzeit im Beruf wieder voll durchstarten wollen.

Die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz ist oft alles andere als leicht. Job, Haushalt und Kind müssen unter einen Hut gebracht werden.

Dann wäre da noch die Frage nach Ihrer genauen Tätigkeit im Unternehmen. Einen Anspruch auf exakt dieselbe Stelle haben Eltern nach der längeren Auszeit nämlich nicht.

Daher kann es passieren, dass Ihr bisheriger Arbeitsplatz im Betrieb bereits neu besetzt ist. Wird keine gleichwertige Position gefunden, können Sie zwar auf eine weitere Anstellung bestehen oder sogar klagen, eine langfristige Stelle wird Ihnen dadurch jedoch nicht garantiert. Vergessen Sie nicht: Mit Ablauf der Elternzeit endet auch Ihr Kündigungsschutz. Somit kann Ihnen der Arbeitgeber ohne Probleme fristgerecht kündigen.

Beruflichen Wiedereinstieg gut meistern!

Doch lassen Sie den Kopf nicht hängen! Wir verraten Ihnen, wie Sie die Herausforderungen, die ein beruflicher Wiedereinstieg mit sich bringt, meistern und was Sie beachten müssen, damit Ihnen eine unangenehme Situation erspart bleibt. Mit diesen 6 sinnvollen Tipps gelingt Ihnen sicher ein erfolgreicher Start in den Arbeitsalltag.

  1. Frühzeitig mit dem Chef sprechen

Um ein böses Erwachen zu vermeiden, sollten Sie sich bereits einige Monate vor Ablauf der Elternzeit bei Ihrem Chef melden. Möchten Sie auf Nummer sicher gehen, können Sie sogar schon vor Beginn der Elternzeit ins Gespräch kommen und Ihre Vorstellungen für den Wiedereinstieg äußern. So kann sich Ihr Arbeitgeber bestmöglich auf Ihre Rückkehr einstellen und Ihre Zukunft im Betrieb kann gemeinsam geplant werden. Natürlich dürfen Sie Wünsche äußern, müssen sich aber, wie schon erwähnt, auch auf mögliche Kompromisse einstellen.

Alles müssen sie sich jedoch nicht gefallen lassen: Bietet der Chef Ihnen beispielsweise nur eine schlechter bezahlte Stelle an oder möchte Sie überhaupt nicht wiedereinstellen, sollten Sie ihn auf Ihre Rechte aufmerksam machen und diese im Notfall auch wahrnehmen. Um gut auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, müssen Sie sich vorab gründlich mit den gesetzlichen Regelungen zur Elternzeit und zum Arbeitsschutz auseinandersetzen.

  1. Nach der Elternzeit flexibel und engagiert sein

Zwar muss Ihr Arbeitgeber eine Wiedereinstellung nach der Elternzeit garantieren, diese muss aber ausschließlich zu den gleichen Bedingungen wie zuvor erfolgen. Im Klartext heißt das: Sie können beispielsweise auch in eine andere Abteilung versetzt werden. Hauptsache ist, dass sich Standort, Gehalt und Arbeitszeit nicht ändern.

Flexibel sein und engagiert!

Daher ist es wichtig, flexibel und engagiert zu sein. Natürlich ist es mitunter ärgerlich, wenn Sie Ihre bisherige Stelle nicht wieder antreten können und selbstverständlich dauert es eine Zeit, bis Sie sich an Ihren neuen Arbeitsplatz gewöhnt haben. Versuchen Sie aber, trotzdem zuversichtlich zu bleiben und sich mit der Situation zu arrangieren. Wer weiß, vielleicht passt die neue Position im Betrieb ja sogar besser zu Ihnen als Ihre vorherige.

Sollten Ihnen Ihre Tätigkeit gar nicht gefallen und Sie merken, dass Sie unglücklich sind, gilt es, dass Gespräch mit Ihrem Chef zu suchen. Bleiben Sie realistisch und seien sie ehrlich, falls Ihr Aufgabenbereich sie überfordert oder nicht zu schaffen ist. Bringt eine Aussprache keine Besserung oder verschlimmert sich die Lage der Dinge sogar, können Sie natürlich auch fristgerecht kündigen und einen beruflichen Neustart wagen.

  1. Die Nähe zum Unternehmen aufrechterhalten

Selbst wenn Sie während der Elternzeit nicht im Unternehmen tätig sind, lohnt es sich, den Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber aufrechtzuerhalten. Melden Sie sich von Zeit zu Zeit und informieren Sie sich zwischendurch über den neuesten Stand der Dinge. So signalisieren Sie Interesse und Engagement.

In Kontakt bleiben

Manche Betriebe senden Ihren Angestellten auch regelmäßige Newsletter zu oder bieten Ihnen ein sogenanntes Patenmodell an. Dabei werden die Mitarbeiter von ihren Kollegen während der Elternzeit auf dem Laufenden gehalten und zu Betriebsversammlungen oder Firmenfesten eingeladen. Falls eine solche Möglichkeit von Ihrem Betrieb angeboten wird, sollten Sie sie auf jeden Fall wahrnehmen.

  1. Während der Elternzeit arbeiten oder weiterbilden?

Spaß am Beruf, finanzielle Aspekte oder Motivation – es gibt zahlreiche Gründe, während der Elternzeit zu arbeiten. Das ist an sich auch gar kein Problem. Solange Sie nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten und sich rechtzeitig mit Ihrem Chef absprechen. Sie sollten ihm spätestens 7 Wochen vor Beginn mitteilen, wie viele Stunden Sie arbeiten können und wie Sie diese verteilen möchten.

Viele Arbeitgeber sehen die Arbeit während der Elternzeit als positiv an. Sie freuen sich, dass Ihre Mitarbeiter weiterhin erhalten bleiben, wenn auch nicht in Vollzeit. Wenn Sie sich für eine Teilzeitbeschäftigung entscheiden, müssen Sie allerdings beachten, dass Ihr zusätzliches Einkommen mit dem Elterngeld verrechnet wird. Dieses wird dementsprechend geringer ausfallen. Trotzdem kann sich die Tätigkeit im Betrieb durchaus lohnen.

Wenn Sie während der Elternzeit nicht arbeiten wollen oder können, ist das nicht schlimm. Es gibt auch andere Möglichkeiten, sich im Betrieb einzubringen. Beispielsweise können Sie an möglichen Fort- und Weiterbildungen teilnehmen. So erhalten Sie die Nähe zum Unternehmen aufrecht und erweitern gleichzeitig Ihre Kenntnisse. Also eine Win-win-Situation für beide Seiten.

  1. Die Arbeit nach der Elternzeit ruhig angehen lassen

Auch wenn sich die ersten Tage nach der Rückkehr für Sie noch ungewohnt anfühlen: Bleiben Sie gelassen – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Niemand erwartet von Ihnen, dass sie von heute auf morgen wieder Ihre alte Arbeitsleistung erbringen. Schließlich waren Sie über einen längeren Zeitraum nicht im Betrieb und brauchen selbstverständlich etwas Zeit, um sich wieder einzufinden.

Fragen stellen und auf die Hilfe von Kollegen zählen!

Haben Sie außerdem keine Hemmungen davor, Fragen zu stellen oder Ihre Kollegen um Hilfe zu bitten. So fällt es Ihnen mitunter leichter, sich mit Ihren Aufgaben im Betrieb vertraut zu machen und Ihren alten Rhythmus wiederzufinden.

Wenn Sie schon vor Ende der Elternzeit wissen, dass Sie in einem neuen Bereich eingesetzt werden oder andere Aufgaben auf Sie zukommen, sollten Sie Ihr Wissen bereits vorab auffrischen. Das kann Ihnen den Wiedereinstieg deutlich erleichtern.

  1. Berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit

Sie merken nach der Rückkehr in Ihren Betrieb, dass Sie einfach unzufrieden sind? Oder Sie möchten nach der Elternzeit gar nicht erst zurück an Ihren alten Arbeitsplatz? Eine berufliche Neuorientierung ist durchaus keine Seltenheit und bietet Ihnen mitunter die Chance, einen flexibleren Arbeitsplatz zu finden oder sich neu zu entfalten.

Doch bevor Sie einen Neustart wagen, sollten Sie Ihren Chef über diesen Schritt informieren. Dieser denkt schließlich, dass Sie nach Ende der Elternzeit wieder in den Betrieb zurückkehren und verlässt sich auf Sie. Sobald Sie Ihre Entscheidung getroffen haben, gilt es daher, das Gespräch zu suchen.

Einen Neustart wagen? Auch das geht!

Versuchen Sie, gemeinsam mit Ihrem Chef herauszufinden, ob bzw. welche Möglichkeiten und Lösungen es für Ihre Situation gibt. Manchmal findet sich doch ein Weg, um in Ihrem Unternehmen zu bleiben. Beispielsweise durch einen Wechsel des Arbeitsplatzes oder andere Arbeitszeiten. Sind Sie sich hingegen sicher, dass Sie den Betrieb verlassen wollen? Dann sagen Sie dies Ihrem Chef ganz klar. Nachdem Sie entsprechend zum Ende der Elternzeit gekündigt haben, steht einer neuen beruflichen Karriere nichts mehr im Wege.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass es nicht den einen, richtigen Weg für Ihren beruflichen Wiedereinstieg nach der Elternzeit gibt. Haben Sie keine Angst vor der Rückkehr in den Betrieb und lassen Sie sich nicht von anfänglichen Schwierigkeiten oder Problemen unterkriegen.

Wenn Sie rechtzeitig mit Ihrem Chef sprechen und bereits früh Ihre Vorstellungen äußern, stehen Ihre Chancen auf einen zufriedenstellenden Wiedereinstieg sicherlich gut. Und wenn Sie in Ihrem alten Betrieb trotzdem nicht glücklich werden, denken Sie immer daran: Es ist nie zu spät für einen beruflichen Neuanfang!

Bildnachweis / Copyright:

Fotolia.com, #193429017 | Urheber: FotoIEdhar

 

 

 

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Nele
Nele
2 Jahre zuvor

Der Artikel fasst die wesentlichen Themen rund um den Wiedereinstieg in den Beruf nach der Elternzeit gut wieder. Ich hatte auch etwas Bammel, doch hat es dann bei einem neuen Arbeitgeber geklappt. Ist nicht immer einfach aber ich bereue den Schritt nicht…

Zusätzlich zu dem Link im Text gibt es einen weiteren Artikel zum Thema Bewerbung nach der Elternzeit mit guten Tipps (https://www.tt-bewerbungsservice.de/bewerbung/hinweise-bewerbung/bewerbungssituation/bewerbung-nach-elternzeit.html).

Ich wünsche Euch allen viel Glück für die Familie und für den Job! 😉

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