Essen für`s Klima – aktueller Öko-Trend war in der DDR Alltag

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Frau mit Obstkorb

Essen für das Klima – der angeblich hippe Trend ist uralt

Nach vegetarisch, vegan, glutenfrei, paleo und Superfood kommt jetzt das Essen für das Klima. Und es wird klimatarisch. Oder soll man besser schreiben: idiotisch? Denn dieser neue Ernährungs-Lifestyle entpuppt sich als nichts anderes als der bekannte „alte Wein in neuen Schläuchen“. Nur dass dieser Trend angesichts des Themas „Klima“ als was ganz neues und hippes verkauft wird.

Folgender Beitrag fand sich dazu am 27. April 2019 in der Leipziger Volkszeitung:

„Essen gegen die Erderwärmung: Klimatarier zählen keine Kalorien, sondern CO2-Emissionen. Um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, verzichten sie auf Fleisch, Butter oder Importware und greifen stattdessen zu saisonalen und regionalen Bioprodukten. Stoppt das den Klimawandel?(…)“

Essen für das Klima nennt man „klimatarisch“

Nach dieser Einleitung folgte ein Verweis auf eine sogenannte Food-Bloggerin aus Österreich und deren ernährungstechnischen Alltag.

Lesen Sie mal:

„Als Catrin Neumayer Mutter wurde, veränderte sich nicht nur ihr Leben komplett, sondern auch ihre Ernährung. „Mir war plötzlich nicht mehr egal, was ich in den Kochtopf werfe“, sagt die 31-Jährige. „Ich fing an, mir über die Herkunft unseres Essens Gedanken zu machen.“

Steak, Avocado, Banane oder Camembert – als ihr klar wurde, wie klimafeindlich der Verzehr bestimmter Nahrungsmittelist, hat sie die Reißleine gezogen. Viereinhalb Jahre ist ihr Kind jetzt alt, viereinhalb Jahre ernährt sich die österreichische Foodbloggerin nun schon klimatarisch. Soll heißen: Sie isst nach ökologischen Gesichtspunkten und sucht gezielt die Lebensmittel aus, deren Produktion möglichst wenig Ressourcen verbraucht – und die wenig Treibhausgase verursachen. Steak, Avocado, Banane oder Camembert – als ihr klar wurde, wie klimafeindlich der Verzehr bestimmter Nahrungsmittelist, hat sie die Reißleine gezogen. Viereinhalb Jahre ist ihr Kind jetzt alt, viereinhalb Jahre ernährt sich die österreichische Foodbloggerin nun schon klimatarisch. Soll heißen: Sie isst nach ökologischen Gesichtspunkten und sucht gezielt die Lebensmittel aus, deren Produktion möglichst wenig Ressourcen verbraucht – und die wenig Treibhausgase verursachen.

In der Praxis bedeutet das, dass Catrin Neumayer jeden Tag selbst kocht, hinterm Haus Kartoffeln anbaut und Milch und Eier beim örtlichen Bauern kauft. Heimisch, regional, saisonal, bio – das sind die Zauberworte, die ihre Küche seither bestimmen. Statt importierter Erdbeeren gibt es im Winter eingelagerte Äpfel, statt spanischer Tomaten Wirsingkohl aus dem Garten, statt Flugmangos aus Afrika Pflaumen vom Baum, statt Hackbraten eine Eierspeise.(..)In der Praxis bedeutet das, dass Catrin Neumayer jeden Tag selbst kocht, hinterm Haus Kartoffeln anbaut und Milch und Eier beim örtlichen Bauern kauft. Heimisch, regional, saisonal, bio – das sind die Zauberworte, die ihre Küche seither bestimmen. Statt importierter Erdbeeren gibt es im Winter eingelagerte Äpfel, statt spanischer Tomaten Wirsingkohl aus dem Garten, statt Flugmangos aus Afrika Pflaumen vom Baum, statt Hackbraten eine Eierspeise. „Ich stelle mir immer die Frage: Wann ist etwas verfügbar, wann muss es nicht um die halbe Welt geflogen werden, wie viel Wasser und Energie gehen dafür drauf“, erläutert die Klagenfurterin.(..)“

Wer sich jetzt ob dieses Lebensstils an die DDR erinnert fühlt (vorausgesetzt freilich, er oder sie hat den Mauerstaat noch erlebt), der liegt richtig. Goldrichtig sogar. Und kann sich heutzutage sogar symbolisch auf die eigene Schuler klopfen, dass er bereits zu DDR-Zeiten in Sachen Klima vorbildlichste Verhaltensweisen an den Tag gelegt hat. Obgleich sich seinerzeit kein Mensch ums Wetter und die Regierenden sich kaum um die oftmals unerträgliche Luftverschmutzung geschert haben. Damals gab es allerdings keine Großdemos auf der anderen Seiten der Mauer, auf denen eine saubere Luft auch für DDR-Bürger gefordert wurde.

Klima-Hysterie bringt neuen Lifestyle-Humbug mit sich

Dafür gibts die heute und in deren Windschatten blühen recht eigenartige Trends und Meinungen. So mancher nutzt die Hysterie, um neue Lifestyle-Ideen zu kreieren, wovon das „Essen für das Klima“ definitiv eine ist.

Der klimatarische Ernährungsstil ist allerdings nichts anderes, als die Besinnung auf regionale Produkte. Und da – um wieder auf die DDR zu kommen – im Mauerstaat kaum einer was anderes hatte, als das, was Mutter Natur lieferte, ernährten sich fast alle DDR-Bürger von regionalen Erzeugnissen. Und ihre Vorfahren auch. Selbst vor der Teilung Deutschlands dürfte sich der Großteil der Menschen nahezu ausschließlich auf diese Art und Weise ernährt haben.

Erdbeeren im Winter gab es nicht, genau so wenig wie exotische Köstlichkeiten, die am anderen Ende der Welt wachsen und mit dem Flugzeug oder dem Schiff zigtausende Kilometer zurücklegen müssen, um nach Deutschland zu gelangen.

Auch die im LVZ-Beitrag erwähnten eingelagerten Äpfel waren Bestandteil der DDR-Kulinarik, ebenso wie Pflaumen vom Baum und Kohl aus dem Garten. Zwar hatte auch nicht jeder in der Deutschen Demokratischen Republik einen Garten, aber die meisten hatten Verwandtschaft auf dem Land. Oder den KONSUM an der Ecke. Und der vertrieb ausschließlich regionale Lebensmittel. Von der Milch über das Ei bis hin zum Kohlrabi. Bio war übrigens ein Fremdwort. Was nachvollziehbar ist, wenn ein Gemüse oder ein Obst direkt vom Baum oder vom Feld respektive aus dem Beet kommt.

Regionale Lebensmittel – ein alter Hut, Klima hin oder her!

Wenn es jetzt allethalben heißt, dass die Leute sich ernährungstechnisch wieder mehr auf das besinnen, was vor ihrer Haustüre wächst, dann kann man als gelernter DDR-Bürger nur schmunzeln. Nicht zuletzt deshalb, weil der klimatarische Lebensstil nicht der erste Trend ist, der einem als neu verkauft wird. Heutzutage werden ja selbst Reparaturwerkstätten oder „Do-it-yourself“-Werkstätten gehypt wie verrückt. Umso mehr, wenn sie in angeblichen In-Vierteln, wie dem Prenzlberg in Berlin, ihre Pforten öffnen.

Da staunt nämlich mancher nach 1989 geborene! Ganz gleich, ob er so einen Laden selbst nutzt oder als „irgendwas-mit-Medien“-Heini darüber schreibt und sich nicht mehr einkriegt vor Begeisterung. Dass Dinge nämlich auch (wieder und wieder) repariert werden können, scheint so mancher heutzutage gar nicht mehr zu wissen. Kein Wunder – wenn doch ganze Generationen umgeben sind von Geräten, die nach einer gewissen Laufzeit ihren Geist aufgeben oder sogar schon so konstruiert werden, dass sie am Tag X kaputt sind.

Geht es dann mal andersherum und besinnt man sich auf das Bleibende, wird das Ganze oftmals als „Innovation“ verkauft. Oder gar als Neuheit. Die Leute hinter diesen Konzepten werden nicht selten gefeiert wie VIP´s. Öko-VIP`s – versteht sich.

Ich werde nie vergessen, wie mir vor vielen Jahren eine Werbung unterkam, in der für Milch in Plastiktüten geworben wurde. Das dazugehörige Plastik-Teil, in das man das Milchpäckchen rein tun konnte, damit es Stand hat, wurde in diesem Zusammenhang auch erwähnt. Ich meine mich zu erinnern, dass das seinerzeit (lange nach der Wende) als Neuerung angepriesen wurde.

Klimatarische Ernährung ist nichts Neues

Allerdings waren diese Milchpäckchen nebst Plastik-Standteil in der DDR Standard. Kaum ein Haushalt, der diese so gelagerte Milch nicht im Kühlschrank hatte! Eine Neuheit war das deshalb mitnichten.

Ebensowenig wie die klimatarische Ernährung nun was Neues ist. Wohl die ganze DDR hat sich so – und nur so! – ernährt. Damals wäre es allerdings keinem Menschen eingefallen, sich dem Klima wegen so zu ernähren – ganz klar! Zu diesen Zeiten waren Mütter und Väter in DDR-Chemie-Regionen dankbar, wenn sie das eigene Kind in eine Kur im Thüringer Wald unterbringen konnten. Oder gar das Riesenglück hatten, ein Wochenend-Grundstück im Grünen zu ergattern.

Vielleicht liegt es an einer gewissen Wohlstandsverwahrlosung, wenn Leute heute meinen, sich wegen dem Klima einer anderen Ernährung zuzuwenden. Denn immerhin hätten sie ja schon Jahre vor dem Auftreten der behinderten Klima-Greta regionale Erzeuger mit dem Kauf entsprechender Produkte unterstützen können. Und das nicht nur im Bereich der Lebensmittel, nein! Man hätte gut und gerne auch Aktivismus gegen den Ausverkauf/die Abwanderung deutscher Marken nach China betreiben können. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Das wahrscheinlich viele Wohlstandsverwahrloste nicht einmal begreifen!

Bildnachweis (Symbolbild): pixabay.com

Recherche: LVZ.de", 27.4.19

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