Mutter bekennt: auf ihr 2jähriges Kind wartet nach langem Tag in Kita die Babysitterin

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Kind traurig

Nach einem langem Kindertag ohne die Mama zu sein, belastet wohl jedes Kind.

Krudes Mütterbild verfängt

Mütter sollen arbeiten, Mütter sollen ihr Kind in die (Ganztags)Betreuung geben, Mütter können alles erreichen, Mütter können eine Selbständigkeit nach der Geburt doch mit links wuppen, Mütter sollen mal nicht so an ihrem Nachwuchs hängen, aufhören Kuchen zu backen und am besten das Wort „Mama“ gar nicht nutzen.

So in dem Tenor lesen sich Artikel, die in den etablierten (aber sich zumeist im Sinkflug befindlichen) Medien tagein-tagaus erscheinen. Nicht erst seit gestern, nein: mir fiel dieses Mütter-Bashing schon kurz nach der Wende auf, als ich mir die heiß ersehnten Westzeitschriften endlich selbst kaufen konnte.

Vor allem die bekannten Frauenzeitschriften betrieben schon damals in meinen Augen eine regelrechte Ausgrenzung von Müttern. Porträtiert wurden fast nur weibliche Zeitgenossinnen, die in einem Vorstand, im gehobenen Management, prominent oder Chefin einer PR-Agentur waren. Da ich letzteres selbst fast zwei Jahrzehnte lang war, weiß ich, dass diese Art Beruf eher eine Ausnahme ist. In den etablierten Frauenzeitschriften aber wird so getan, als sei er die Regel.

Seit Jahrzehnten zeichnen Frauenzeitschriften krudes Mütterbild

Mütter kamen und kommen meiner Meinung darin nicht so gleichberechtigt vor, wie die hochgelobten DAX-Vorstandsfrauen und Top-Managerinnen. Und wenn sie erwähnt werden, dann sind sie gleich alles in einem: Mutter UND Managerin. Und womöglich noch Weltenretterin. Wird separat über Mütter berichtet, dann triefen die Beiträge vor versteckten, eher extrem-feministischen, „Sie-müssen“-Botschaften. Oder „Du-musst..“ – wie der Ton ja heutzutage im infantilen Hipster-Sprech die Musik macht. Die BRIGITTE-MOM, in der gleich mal das kiffen verklärt wird, ist da das beste Beispiel.

Diese Botschaften – auch in solchen angeblichen Mütter-/Eltern-Zeitschriften – gleichen sich fast immer, egal ob offen ausgeschrieben oder versteckt. Sie sagen zumeist folgendes aus:

  • Karriere ist wichtiger, als sich ein Kind anzuschaffen,
  • Geben Sie Ihr Kind ruhig rasch in die Fremdbetreuung – das ist kein Problem,
  • Sie sind rückwärtsgewandt, wenn Sie lieber daheim bleiben und sich um Haus und Kinder kümmern wollen,
  • Wer als Frau nicht mindestens nach einer Managementposition strebt, verschenkt sein Leben,
  • Die Liebe zu einem weißen, heterosexuellen Mann hat was anrüchiges,
  • Gründen Sie mit einem Partner eine Familie und arbeitet erstmal nur ER, machen Sie sich abhängig – das geht nicht,
  • Trauen Sie sich, Ihr eigenes Start-up zu gründen – das geht auch mit zwei oder drei Kindern, vor allem in der Elternzeit,
  • Sie könnten als abgehängt gelten, wenn Sie nicht sofort mit dem Neugeborenen eine Weltreise machen – das geht auch als Alleinerziehende,
  • Sie wollen doch nicht nur Mutter sein?
  • Sich nur auf die Mutterrolle zu konzentrieren, ist falsch,
  • Hausfrauen sind von gestern,
  • Das gute Leben ist vorbei, sobald man Mutter ist,
  • soundso viele Frauen bereuen die Mutterschaft,
  • Mütter haben schlechtere Chancen im Berufsleben,
  • Wer sich mit „Mama“ anreden lässt, ist infantil.

So und ähnlich geht es in einem fort, mit der Propaganda gegen Mütter und Familie. Und wie das mit Propaganda so ist, geht eine Minderheit ihr tatsächlich auf den Leim.

2jähriges Kind nach langem Kita-Tag bei Babysitterin

Als bestes Beispiel kann hier ein Artikel dienen, der auf dem Blog „Stadtlandmama“ bereits 2016 erschienen und dieser Tage von den Macherinnen des Blogs noch einmal gepostet (und von Usern rege diskutiert) worden ist. Und in dem eine Mutter, die zudem einen Job als Führungskraft hat, offen darüber schreibt, dass ihr 2jähriger Sohn viele Stunden in den Kindergarten geht und danach von einer Babysitterin betreut wird. Der Autorin ist es offenbar wichtiger, vor den Kollegen im Job einen guten Eindruck zu machen, statt für das Kind nach einem solchen langen Tag als Mama da zu sein. Oder sich dem eigenen Kind gar ganztägig zu widmen.

Lesen Sie mal:

„(…)Eines vorweg: Ich liebe meine Arbeit ich arbeite nicht nur wegen des Geldes (aber auch) und ich habe (bisher) geglaubt, dass man gut im Job und gut als Mama sein kann.

Doch es gibt Tage (und es sind recht viele), an denen ich den Glauben daran verliere. An diesen Tagen wische ich mir schon morgens heimlich im Auto die ersten Tränen aus den Augen, nachdem ich meinen knapp 2 Jahre alten Sohn in die Kita gebracht habe. „Mama, Hause. Nein, Kita, Mama!“ sagte er immer wieder. Ich höre ihn noch im Kita-Flur heulen, während ich zum Auto hetzte.

Manchmal fliegt der Arbeitstag dann an mir vorbei. Manchmal aber wird mein Herz schwer und ich schaue mir immer wieder Fotos von meinem Sohn auf dem Handy an. Besonders Nachmittags um 16 Uhr schlägt die große Schlechtes-Gewissen-Stunde. Mein Kind hat dann einen 8-Stunden-Tag hinter sich – genauso lange wie manch durchschnittlicher Arbeitnehmer.

Dann komme aber nicht etwa ich, seine Mama, hole ihn von der Kita ab und schließe ihn in die Arme. Ich sitze zu dieser Zeit noch immer im Büro und schaue auf die Uhr. In die Arme nimmt ihn stattdessen Dani, seine Babysitterin. Ab dann beginnt bei mir Stress im Kopf UND Stress im Herzen: Werde ich es pünktlich aus dem Büro schaffen, um ihn ins Bett zu bringen? Oder schafft es wenigstens mein Mann? Ich kann die Kollegen doch nicht mit der Arbeit sitzen lassen…

Wenn ich Abends endlich nach Hause komme, ist es kurz vor Bettgeh-Zeit und ich mutiere ich zur Klammeraffen-Mama. Ich will mir in dieser kurzen Zeit meinen verpassten Tag mit ihm zurückholen.(…)“

Feindbild „fürsorgliche Mutter“ wirkt bei einer Minderheit

Angesichts solcher Auslassungen kann man nur noch mit Bestürzung und Entsetzen erahnen, was das seit langem propagierte, krude Mütterbild mit einigen jungen Frauen der aktuellen Generation macht. Allerdings: wer sich in seinem Umfeld umschaut, vor allem, wenn er ländlich wohnt, wird bestätigen können, dass Mütter, die sich so arg ihrem Job verbunden fühlen, dass sie das Kind nach einem langen Kindergarten-Tag lieber der Babysitterin überlassen, als es selbst in die Arme zu schließen, absolut in der Minderheit sind.

Doch da wir in Zeiten leben, in der eine Minderheit derartig laut ihre Positionen kundtut, dass so mancher glauben muss, dass sie richtig sind, ist es wichtig, ein solches Agieren zu thematisieren. Denn wenn das Mütter-Bashing nicht so langsam mal aufhört, wird es mehr und mehr Mütter geben, die es nicht mehr als normal erachten, in den ersten drei Lebensjahren (oder gar darüber hinaus) bei ihrem Kind zu bleiben. Selbstredend kommt das dem Gierkapitalismus enorm entgegen – kann er doch auf seine „Dieneknüppel“ jederzeit zurückgreifen. Und auch den volksfeindlichen Politikern, die aktuell am Ruder sind und eine adäquate  Familienpolitik für Einheimische als nicht für nötig erachten, dürfte das nicht allzu sehr stören.

Womit wir beim Stichwort wären – Familienpolitik.

Familienpolitik in Deutschland nicht adäquat

Dass diese hierzulande zum Himmel stinkt und den Namen freilich nicht verdient, sollte sich herum gesprochen haben. Und: sie ist auch der Auslöser, warum manche Frauen, die vielleicht (einige Zeit) nur Mutter und daheim sein wollen, in die Hamstermühle zurück müssen. Der teure Alltag lässt grüßen. Und die Nicht-Familienpolitik – wie man das krude Agieren der Verantwortlichen auch nennen kann – dürfte auch der Grund sein, warum viele Frauen sich erst gar kein Kind anschaffen. Deutsche Frauen – versteht sich. Andere sind da sorgenfreier und gebären in die deutsche, soziale Hängematte hinein.

Allerdings ist ein Aufbäumen gegen die unerträgliche Nicht-Familien-Politik bislang nur von speziellen Vereinen, Initiativen und Verbänden zu vernehmen. Und das nicht mal breit gestreut. Eher nimmt man deren Aktivitäten nur wahr, wenn man sich damit beschäftigt. Sonst herrscht aber Schweigen im Walde und es geht hierzulande niemand auf die Straße, um wieder und wieder für eine bessere Familienpolitik oder/und die faire Anerkennung von Müttern zu protestieren. Da lieber hüpft man mit pickeligen Jugendlichen für das Klima (das sich seit jeher immer mal ändert und überhaupt kaum ein Problem darstellt), für Fremde aus aller Herren Länder und suhlt sich im „Wir-sind-bunt“-Gedanken. Auch der Blog Stadtlandmama.de macht da keine Ausnahme und lässt aufgrund seiner Ausrichtung auf eine enorme Verblendung in so manchen gesellschaftlichen Themen schließen.

Auch die Autorin des oben zitierten Artikels scheint so derartig verblendet zu sein. Denn würde sie sonst das Büro und die Kollegen dem eigenen, kleinen Kind vorziehen? Wohl kaum! Da eher spricht aus ihren Zeilen ein Weltbild, das gut und gerne durch das so lange schon propagierte, krude Mütterbild hierzulande entstanden sein kann.

Warum kein politischer Aktivismus für so wichtige Themen?

Denn dass sie auf`s Geld angewiesen ist und sie deshalb diese Hatz mitmacht, so klingt der Beitrag nicht. Umso trauriger stellt sich ihr bevorzugter Lebensstil dar.

Und wäre es dennoch anders und die Verfasserin des Artikels hat wenig Geld und muss deshalb so ein enormes Arbeitspensum auf sich nehmen – immerhin ein Schicksal, das unzählige (alleinerziehende) Mütter hierzulande ereilt – dann stellt sich die Frage, ob es ihr in den Sinn käme, sich mit Gleichgesinnten zusammenzutun und politisch gegen die Verhältnisse mobil zu machen?

Nun – angesichts der Themen, denen sich so viele Frauen hier widmen (Gender-Gaga, Gleichstellung, der verbissene Ruf nach einer Frauenquote, Refugees Welcome und Klima) ist das doch arg zu bezweifeln. Die Kinder werden deshalb wohl die Leidtragenden sein!

Wer weiterführend an dem Thema interessiert ist: in Sachen Mütter meldet sich auch stets die Autorin Birgit Kelle zu Wort. Wie Sie den ganzen Irrsinn sieht, hat sie in ihrem Buch Muttertier gut beschrieben.

Den im Artikel erwähnten Beitrag können Sie hier lesen.

Recherche: stadtlandmama.de

Bildnachweis (Symbolbild): pixabay.com

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