Ein Gastbeitrag von Susanne. Die große weite Welt, exotische Strände, relaxtes Flair – wen zieht es nicht zumindest einmal im Jahr in die Ferne? Mich auf jeden Fall – gerne auch öfter! Ich bin mein Leben lang gereist, habe fast schon die ganze Welt gesehen, aber muss immer wieder feststellen, dass es in der Heimat am schönsten ist.

Vor allem weiß man zu schätzen, was man an dem vertrauten Umfeld hat, wenn man häufig in der Fremde unterwegs ist.

Bewusst wurde mir das dieser Tage wieder einmal, als wir – mein Mann, meine beiden Kinder und ich – einen unserer wöchentlichen Nachmittagsausflüge machten. Es ging ins nahegelegene Bad Düben. Die kleine Stadt am Rande der Dübener Heide ist nur wenige Kilometer von unserem 200-Seelen-Dorf entfernt.

Wir sind erst vor einigen Monaten aufs Land gezogen und nutzen deshalb jede Minute, unser neues Umfeld zu erkunden, machen im Sommer Radtouren in die umliegenden Dörfer oder fahren jetzt, in den Wintermonaten, auch schon mal in der Woche am Nachmittag in die nahe gelegenen kleinen Städte.

Es ist nicht so, dass diese Gegend hier gänzlich neues Terrain für mich ist, nein. Nur lebte ich jahrzehntelang im nahegelegenen Leipzig und begeisterte mich – damals noch Single und ohne Kind – eher für den städtischen Trubel. Der kleine Ort, in den wir dann zogen, war Neuland für mich, klar, aber dennoch ist diese Region definitiv meine Heimat.

Das heißt aber eben nicht, dass man alles schon kennt, es gibt immer irgendwas Neues zu entdecken und das macht es so spannend!

So wusste ich zum Beispiel nicht, dass es in der Kurstadt Bad Düben noch eine Wassermühle gibt, die – in den 1600er Jahren eröffnet – sogar heute noch in Betrieb ist (siehe Bild).

Diese Entdeckung machten wir eher zufällig, bei einem Spaziergang dieser Tage, der uns diesmal über Wiesen und an der Mulde entlang führte, auf einem Weg, der sich wunderbar für die nachmittägliche Bewegung aller Familienmitglieder eignet. Obwohl ich seit meinem Umzug aufs Land schon mehrfach in der kleinen, charmanten Kurstadt Bad Düben gewesen bin, kannte ich dieses historische Kleinod, die alte Wassermühle, noch nicht.

Das meinte ich eingangs mit den Entdeckungen, die man auch immer noch in der Heimatregion machen kann – jederzeit und immer wieder!

Wahrscheinlich lässt sich selbst in einer Heimatstadt, von der man meint, jeden Stein und jedes Haus zu kennen, noch Neues entdecken. Mir jedenfalls wird in solchen Situationen immer wieder bewusst, welche großartigen Leistungen bereits unsere Vorfahren geschaffen haben und wie wichtig es ist, dieses Wirken nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Heimat, das sind für mich denn auch Werte, Traditionen und Bräuche – ein Selbstverständnis, das nicht weiter thematisiert werden muss.

Ich erfreue mich an ihr und an allem, was sie hervorbringt – ganz gleich, ob schöne Landschaften, historische Bauwerke oder auch ein stummes Stillleben im Fenster eines Hauses, das weihnachtlich geschmückt ist (siehe Bild). Solche kleinen Dingen sind es eben auch, die es mir warm ums Herz werden lassen.

Ich würde – trotz meiner Reiselust – deshalb nie woanders leben wollen, das Heimweh würde mich wohl zerreißen!

Kein Wunder: hat doch das HEIMweh in erster Linie mit HEIMat zu tun. Insofern: ein Hoch auf die gewohnte Umgebung und die Liebe zur Heimat!

Bildnachweis: privat

 

 

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