„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance!“ Diese Redensart trifft nicht nur auf die reale Welt zu, sondern lange schon auch auf den digitalen Kosmos.

Genauer gesagt: auf das Parkett des Online-Datings.

Im Gegensatz zur Offline-Welt, wo man ja vielleicht – bei einem etwaig schlechten Eindruck – immer noch was mit Gestik, Ausdrucksweise und gutem Benehmen korrigieren kann, entscheidet in der Welt der digitalen Partnersuche lediglich ein Foto, ob ein potentieller Interessent anbeißt.

Wer hier patzt, wird vergebens auf Anfragen und Mails anderer einsamer Herzen hoffen.

Denn wohl nirgendwo sonst, wird so schnell aussortiert, wie in den Singlebörsen. Ein unattraktives Foto, dazu womöglich noch eine Beschreibung, die haarsträubend ist (Rechtschreibfehler, Geprotze, anzügliche Ausdrücke) und raus ist man(n) – sprich: es wird weiter gescrollt, zum nächsten Single, der womöglich ein besseres Profilbild vorzuweisen hat.

Wer je als Frau in Singlebörsen unterwegs war, der kennt sie: die Männer, die im Unterhemd posieren, nicht selten noch vor Möbeln á la „Gelsenkirchener Barock“, dazu der gekachelte Fliesentisch, auf dem sich eine Cola, eine Fernbedienung und eine Fernsehzeitschrift befinden.

Oder – andere Aufmachung, aber nicht weniger abstoßend – man(n) posiert in Macho-Manier vor einem (geliehenen?) Ferrari oder Porsche oder gar auf einer Yacht.

Dazu noch ein Goldkettchen auf nackter Brust und weg sind sie – die ernsthaften Interessentinnen. Denn – mal ehrlich: wer möchte Menschen, die schon so grotesk auf Singlebörsen-Fotos posieren, noch real kennenlernen? Die Schar der Interessenten dürfte extrem überschaubar sein.

Aber dennoch ist gerade die Thematik des Singlebörsen-Fotos eine interessante – eine Online-Dating-Expertin hat die digitale Selbstdarstellung sogar penibel ausgewertet.

In einer der letzten SPIEGEL-Ausgaben kam Celia Schweyer zu Wort, die bei dem Portal zuzweit.de arbeitet laut dem Hambruger Nachrichtenmagazin  schreibe 22 Millionen (!) Profilbilder analysiert hat.

Sie hat – laut dem Blatt – herausgefunden, dass Männer auf ihren Singlebörsen-Bildern wenig lächeln. Suchenden Frauen hingegen bescheinigt die Expertin, dass sie auf ihren Profilfotos beim Online-Dating „auf eine gefällige Ästhetik achten, sich zurecht machen, lächeln.“

Angesprochen auf die Requisiten deutscher Online-Dating-Nutzer gab Celia Schweyer folgendes zu Protokoll: „Auf 47 Prozent der Profilbilder mit Hintergrund ist Strand zu sehen. Hunde sind mit Abstand das beliebteste Tier(…).“

Nun – ein Wunder ist das nicht, transportieren doch Bilder mit einem herrlichen Strand oder/und einem Hund eine gewisse Botschaft.

Der Single präsentiert sich auf diese Art mit einer kosmopolitischen Ader und ein Hund steht eigentlich immer für Sympathie. Sowohl für den Zwei- als auch für den Vierbeiner. Nicht umsonst gibt es ja die Redensart: „Wer keine Tiere liebt, liebt auch keine Menschen“.

Erfolgversprechend dürfte da definitiv die Kombination „Mann, Strand, Hund“ sein, da bei so einer Zusammenstellung eine äußerst sympathische Botschaft rüberkommt, die freilich beim Posieren vor einer schweren Eiche-Schrankwand gänzlich fehlt. Zudem: ein „Strand/Hund“-Foto, bei dem der männliche Single in Badehose zu sehen ist, wird garantiert immer noch positiver wahrgenommen, als eine Aufnahme vor „Gelsenkirchener Barock“ im weißen Unterhemd!

Obwohl – und auch das ist eine alte Singlebörsen-Regel – auf Fotos beim Online-Dating nackte Haut eigentlich außen vor bleiben sollte. Denn: die kommt noch früh genug zum Einsatz – wenn man(n) dann endlich die Frau für`s Leben gefunden hat.

Mit einem ansprechenden Profilfoto in der Singlebörse stehen die Chancen hierfür gut!

Bildnachweis: pexels.com

 

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