In Berlin: Neuntklässler (!) sollen ihre Schreibkompetenz durch Döner essen verbessern

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Döner

Schreibkompetenz mit Döner verbessern?

Hand auf`s Herz, liebe Leserinnen und Leser: wie stand es um Ihre Schreibkompetenz in der neunten Klasse? Damals dürften Sie um die 15 Jahre jung gewesen sein.

Sie konnten da schon einwandfrei schreiben? Klasse! Ich nämlich auch. Was offenbar wieder mal beweist, dass nicht alles schlecht war – früher. Und auch im Osten nicht. Die Bildung war nämlich selbst zu DDR-Zeiten erstklassig. Abgesehen von dem ganzen Ideologie-Kram, versteht sich!

Neuntklässler essen Döner für Schreibkompetenz

Wie es um die Bildung der heutigen Jugend steht, kann nahezu alltäglich in den Medien verfolgt werden. Ein Bundesland wie Sachsen schneidet hier nach wie vor erstklassig ab, trotz dem man dieses Völkchen im Freistaat unablässig verunglimpft. Aber die Sachsen, die sind helle – dummes Schlechtreden lässt man im Freistaat zumeist an sich abprallen. Wer zuletzt lacht, lacht immerhin am besten.

Und das werden garantiert nicht DIE Berliner Schüler sein, um die es in diesem Beitrag geht. Jugendliche, die nun mithilfe von Döner ihre Schreibkompetenz verbessern sollen. Was sich für Leute jenseits von Berlin völlig irre anhört, scheint in der immer mehr verwahrlosenden Hauptstadt der große Wurf zu sein. Das zumindest liest sich aus der Erklärung der Lehrerin, die das Ding mit den Dönern eingeführt hat, heraus.

Die BILD berichtet hier in ihrer Online-Ausgabe am 13. Mai 2019 wie folgt:

„(…)Schließlich sind die Jugendlichen nicht zum Spaß hier. Das Döner-Essen gehört zum Schulunterricht. Wie passen Fleischspieß, Knoblauchsauce und Schullehrplan zusammen? „Ganz einfach. Die Schüler trainieren damit ihre Schreibkompetenz“, sagt Franziska Geipel (32), Deutsch- und Geschichtslehrerin an der Carl-Zeiss-Oberschule in Lichtenrade. Sie hat die „Döner-Tasting“-AG ins Leben gerufen.(…)“

Berlin und seine Gaga-Ideen…!

Ganz ehrlich: wenn ich von solchen Deutsch- und Geschichtslehrerinnen höre, dann läuft mir ein eisiger Schauer über den Rücken! Und danach ein wohliger, weil ich eben zum Glück nicht in Berlin, wo solche Gaga-Ideen offenbar salonfähig sind, lebe.

Aber weiter zum Döner-Projekt für Schüler:

„(…)Allein in diesem Halbjahr hat der Kurs schon sechs Dönerbuden besucht. Jedes Mal machen sich die Schüler schon während des Essens kurze Notizen zur Qualität des Döners und zum Ambiente des jeweiligen Ladens. Im Anschluss müssen sie dann eine mindestens einseitige Gastro-Kritik verfassen. Die Jugendlichen lernen neue Begriffe, beginnen dadurch sich mit verschiedenen Wörtern auszudrücken. Mit der Zeit wird ihr Ausdruck besser, sie werden mutiger, was ihre Sprache angeht“, so Lehrerin Geipel.(…)“

Neue Begriffe lernen? Ja, kennen den Berliner (!) Neuntklässler etwa keinen Döner? Das ist doch sicher DIE Klientel, die solches Fast-Food häufig konsumiert. Und um seinen Lieblings-Döner zusammenzustellen, braucht man schon ein paar Kenntnisse dieser Speise, um das Ding so über den Tresen gereicht zu bekommen, wie es einem mundet.

Insofern wirkt die Erklärung der Lehrerin krude. Zumal man sich fragt, was denn an dem Lernstoff so besonders sein soll, wenn es um Döner geht? Wollen die Jugendlichen alle selbst mal zum Döner-Verkäufer mutieren oder wie ist das gedacht?

Mehr als eine Seite schreiben? Nein!

Um die Schreibkompetenz dieser Schüler zu erhöhen, wären doch sicher andere Maßnahmen viel wichtiger. Zumal vor dem Hintergrund der eigenen Aussage der Schüler.

Lesen Sie mal:

„(…)„Der letzte Döner war einer Kritik nicht würdig. Dieser hier ist besser.“ Haben die Jugendlichen schon jemals mehr als eine Seite vollgeschrieben? Die meisten schütteln den Kopf. Freiwillig, außerhalb der Schule, sowieso nicht. „Ich schreibe WhatsApp“, sagt Simon (14). „Nee, nicht mal. Ich verschicke nur Sprachnachrichten“, so Jean (14).“

Sprachnachrichten verschicken und die Unfähigkeit, noch nicht mal mehr als eine Seite vollgeschrieben zu bekommen – sehen so wirklich die Fachkräfte von morgen aus? Wohl kaum!

Allerdings scheint auch die Lehrerin keine selbige zu sein, denn was ein echter Lehrer ist, der weiß, wie er oder sie seinen oder ihren Schülern Schreib- und Sprachkompetenz beibringt. Es soll dazu auch Lehrbücher geben.

Offenbar – man ahnt es – kommen die in Städten wie Berlin wohl gar nicht mehr zum Einsatz. Zumindest bei einer bestimmten, bunten Klientel vielleicht nicht? Besuche im Museum, das Durchnehmen deutscher Dichter und Denker oder auch einfach mal nur die Erlebnisse der Schüler innerhalb der Familie runter schreiben lassen – wären das nicht eher Maßnahmen, die die Schreib- und Sprachkompetenz von Schülern fördern? Vielleicht könnten sie von ihrem Ausflug nach Sanssouci erzählen oder vom Besuch des Pergamon-Museums? Und darüber gleich mal einen Aufsatz schreiben.

Museumsbesuch wäre eine adäquate Maßnahme

Oder geht es hier gar um Schüler, deren Eltern noch nicht mal was von der Existenz von Sanssouci oder dem Pergamon-Museum gehört haben? Die vielleicht selbst nicht in der Lage sind, einen einfachen Satz in Deutsch und dazu noch fehlerfrei runter zu schreiben?

Nun ja – wenns mit der Sprach- und Schreibkompetenz bei „Berliner“ Schülern nicht klappt, kann ja vielleicht immer noch die gepflegte Drogen-Karriere ins Visier genommen werden. Immerhin weist Berlin dafür zwischenzeitlich schon Standflächen aus. Und das Beste: bei dieser Art Tätigkeit kommt es nicht mal mehr auf `ne Döner-Zutat noch an!

Bildnachweis: pexels.com

Recherche-Nachweis: BILD.de

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