Keine Kinderbilder ins Netz! Kinderhilfswerk appelliert an Eltern

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Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, Fotos vom eigenen Nachwuchs als das zu betrachten, was sie sind: höchst privat.

Doch weit gefehlt! Schaut man sich in den sozialen Netzwerken oder auch in Mama-Blogs um, wimmelt es nur so von Kindern, deren Fotos eingestellt sind.

Meist handelt es sich um Mädchen und Jungen im Baby-, Kleinkind- oder Grundschulalter. Abgelichtet wird so gut wie jede Situation – egal, ob ein Kind in der Natur die Pferde füttert oder als Säugling in der Wiege liegt.

Selbst intimste Situationen werden online präsentiert

Manche Mütter können sich ja nicht mal Schnappschüsse aus Geburtenstationen verdrücken, schwer „in Mode“ sind auch Aufnahmen direkt aus dem Kreißsaal, während oder nach der Geburt. Auch öffentliche Videos hierzu gibt es mittlerweile in nicht geringer Anzahl.

Ob Geltungsdrang oder Naivität dahinterstecken, ist oft gar nicht so einfach auszumachen. Fakt ist, dass täglich Millionen von Kinderfotos weltweit im Netz herumschwirren – kein Ende in Sicht.

Warnungen diesbezüglich beziehen sich meist auf den Missbrauch durch Pädophile, aber Experten vom Kinderhilfswerk haben  auch Zweckentfremdungen ganz anderer Art im Blick. Denn: so wie auch Politikerfotos im Netz häufig für Spott, Häme und  Satire völlig verfremdet werden, können das Leute, die sich bedenkenlos ins Netz gestellte Kinderbilder runter kopieren, auch mit Bildern fremder Minderjähriger machen. Heutzutage bekanntlich alles kein Problem.

Und weil die Zahl der Eltern, die unbedacht Bilder der eigenen Kinder oder Kinder von Verwandten, ins Internet stellen, nicht abreißt, hat aktuell das Kinderhilfswerk eine Kampagne zum Thema gestartet.

Kinderbilder können auf vielerlei Art zweckentfremdet werden

Kinderhilfswerk-Präsident Thomas Krüger sagte gegenüber  WELT.de:

„Es besteht die Gefahr, dass damit auf vielfältige Weise Missbrauch betrieben wird. Jede Information, die ins Netz gestellt wird, ist eine Einladung an andere, damit etwas anzufangen: darüber zu reden, zu diskutieren, zu lästern. Die Konsequenzen des Postens in den sozialen Medien haben dann meistens die Kinder zu tragen. Aber die werden in aller Regel gar nicht gefragt. Etwa zwei Drittel der Eltern sagen, dass sie ihre Kinder entweder gar nicht beteiligen oder erst im Nachhinein informieren, wenn sie etwas ins Netz gestellt haben. Das ist ein Verstoß gegen die UN-Kinderrechte.“

Zum Hintergrund der gestarteten Kampagne äußerte er sich auf dem Portal wie folgt:

 „Wir möchten mit unserer Kampagne an die Verantwortung der Eltern appellieren, sich genau zu überlegen, was sie in den sozialen Medien preisgeben. Wenn Informationen einmal im Netz sind, ist man nicht mehr Herr des Verfahrens, was damit passiert und ob sie nicht am Ende gegen einen verwendet werden. Soziale Medien sind ein wichtiges Kommunikationsmittel. Aber die Konsequenzen werden oft nicht bedacht. Und die Kinder müssen die Suppe auslöffeln, die ihre Eltern ihnen eingebrockt haben.“

Kampagne soll zum Nachdenken anregen

Ob die Kampagne Früchte trägt, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht erreicht sie ja tatsächlich den einen oder anderen Elternteil und regt diesbezüglich zum Nachdenken an.

Zu raten wäre dies vor allem den unzähligen Mama- und Eltern-Blogs, von denen viele bereits auch monetär profitieren.

Und auf denen nicht selten der Nachwuchs in voller Montur und in den verschiedensten Posten zu sehen ist. Auch Aufnahmen der Kinder von hinten oder von der Seite, wo sie nicht sofort direkt zu erkennen sind, sind nicht unproblematisch – können doch auch diese Aufnahmen für andere – im schlimmsten Falle kriminelle – Absichten zweckentfremdet werden.

Und das wird ja wohl keiner der Mamas und Papas wollen – egal ob (professioneller) Blogger oder nicht!

Bildnachweis: pexels.com

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