Mut zur Lücke: Elternzeit im Lebenslauf richtig angeben – so geht’s

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Bewerbung

Lebensläufe gestalten sich heute abwechslungsreich – kein Grund, vor einem Vorstellungsgespräch nervös zu sein!

Heutzutage ist es äußerst selten, dass ein Arbeitnehmer bis zur Rente bei ein und demselben Arbeitgeber bleibt. Solche gradlinigen Lebensläufe kommen fast nicht mehr vor. Das bedeutet aber auch, dass es manchmal etwas länger dauern kann, bis der künftige Traumjob gefunden ist. Schnell kann daraus die berühmt-berüchtigte Lücke im Lebenslauf werden. Kommen Kinder und Erziehungszeiten ins Spiel, kann die Zeitspanne, in der nicht gearbeitet wurde, auch schon mal etwas umfangreicher sein. Doch wie geht man damit am besten im Lebenslauf um?

Elternzeit im Lebenslauf … Lücke oder nicht?

Fakt ist: Mütter und auch Väter leisten mit der Familiengründung einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft. Und auch persönlich profitieren Eltern von der Kindererziehung. In der Elternzeit werden eine Menge neue Erfahrungen gesammelt, das Organisationstalent wird herausgefordert und zudem viel Spontanität abverlangt. Doch wenn der Wiedereinstieg in den Beruf oder womöglich in einen neuen Job erfolgen soll, stellt sich die Frage, wie diese durchaus positiven Erfahrungen möglichst vorteilhaft als Elternzeit im Lebenslauf eingebracht werden können. Oder droht unter Umständen die gefürchtete Lücke?

Man muss mit allem rechnen

Heutzutage sollte man davon ausgehen können, dass Mütter oder Väter, die sich für eine längere Elternzeit entschieden haben, bei Bewerbungsprozessen gleichwertig zu anderen Bewerbern behandelt werden. Doch leider muss man bei einer Bewerbung nach der Erziehungszeit alle Eventualitäten berücksichtigen. Denn nicht von allen Unternehmen wird eine Elternzeit im Lebenslauf als durchweg positiv bewertet. Zwar werden Elternzeiten immer populärer, doch einige Personaler und Arbeitgeber tun sich weiterhin schwer mit dieser Art von Karriere. Das bedeutet, dass man als Bewerberin oder Bewerber an dieser Stelle mit allem rechnen muss. Doch keine Sorge, wer weiß, wie die positiven Aspekte der Elternzeit hinsichtlich der persönlichen Entwicklung richtig dargestellt werden können, hat die größte Hürde der Bewerbung genommen.

Unbedingt ehrlich sein: Elternzeit im Lebenslauf angeben

Eines ist gewiss: Die Elternzeit sollte unbedingt im Lebenslauf als solche angegeben werden. Jeder sollte zu der Entscheidung stehen, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt zu haben. Das Aufziehen und die Erziehung stellen einen wichtigen und förderlichen Schritt im Leben dar, der auch die eigene Persönlichkeit formt. Sich dessen bewusst zu werden, ist ein enorm wichtiger Schritt für den Bewerbungsprozess. Hat man dieses Wissen für sich verinnerlicht, kann man diesen Abschnitt im Werdegang sowohl im Lebenslauf als auch im späteren Vorstellungsgespräch viel besser vorstellen. Daher ist der erste Schritt, die Elternzeit als bewusste Entscheidung anzugeben, sein Licht dadurch nicht unter den Scheffel zu stellen und sie als persönliche Weiterentwicklung zu präsentieren.

Die Elternzeit im Lebenslauf ins richtige und entsprechende Licht rücken

Wer glaubt, eine Elternzeit ist die reinste Erholung, irrt sich gewaltig. Natürlich ist diese Phase auch eine wunderschöne und ereignisreiche Zeit voller neuer Eindrücke. Doch das Engagement und die Leistungsfähigkeit von Müttern – Väter sind an dieser Stelle meist eher unterrepräsentiert – darf nicht unterschätzt werden. Der Werbeslogan: „Ich leite ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen“ kommt nicht von ungefähr. Und genau das sollte auch als Beschreibung im Lebenslauf hervorgehoben werden.

Kraftvolle Formulierungen wie „parallel zur Kindererziehung“ oder „selbstständige Tätigkeit“ dürfen daher zur rhetorischen Aufwertung durchaus verwendet werden. Das Ziel diese Maßnahmen ist es, dem potenziellen Arbeitgeber die in dieser Zeit erworbenen oder vertieften Soft Skills deutlich zu machen. Bei den Soft Skills handelt es sich um persönliche Qualifikationen, die nicht anhand von Zeugnissen oder Zertifikaten belegt werden können. Und was eignet sich besser als persönliche Stärke als Zielstrebigkeit, , Teamfähigkeit, Organisationstalent und Empathie?

Fortbildungen in der Elternzeit

Eine weitere positive Wirkung kann erzielt werden, wenn die Elternzeit zudem auch zur Fort- oder Weiterbildung genutzt wurde. Damit werden zum einen natürlich die Soft Skills unterstrichen. Zum anderen wird aber auch deutlich, dass sich die Person auch beruflich weiterentwickeln will. Sie bleibt nicht auf der Stelle stehen und ruht sich nicht auf dem bisherigen Wissenstand aus. Die fachlichen Kompetenzen werden durch die Schulung weiterentwickelt, was wiederum im Lebenslauf angegeben und im besten Fall natürlich auch die Zertifikate als Anhang hinzugefügt werden sollte. Arbeitgeber sehen so, dass die Karriere auch während der Elternzeit nicht aus den Augen verloren wurde.

Wie wird die Elternzeit im Lebenslauf richtig angegeben?

Je nachdem, ob sich die Person in einem bestehenden Arbeitsverhältnis befindet oder dieses während der Elternzeit keinen Bestand mehr hatte, können auch verschiedene Formulierungen genutzt werden. In jedem Fall sollte die Monats- und Jahresangabe vorab angegeben werden mit dem Hinweis seit, oder von bis. So erkennen die Verantwortlichen den genauen Zeitraum auf einen Blick.

Dahinter erfolgt dann die Angabe des aktuellen Status. Besteht noch ein Arbeitsverhältnis steht dann dort die Berufsbezeichnung, die Tätigkeitsbereiche mit dem Zusatz Elternzeit seit. Ist das Arbeitsverhältnis aufgehoben, reicht die Angabe der Elternzeit. Für alle gilt, an dieser Stelle auch die Weiter- oder Fortbildungsmaßnahmen anzubringen, um den persönlichen Einsatz hier besonders deutlich hervorzuheben.

Bildnachweis: pexels.com / fauxels

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