Rabattschlacht nach den Feiertagen – der Wühltisch bebt!

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Besinnlichkeit zwischen Weihnachten und Neujahr – von wegen! Zumindest in den Innenstädten davon keine Spur. Diese Erfahrung habe ich heute – so kurz nach Weihnachten – in Leipzig gemacht.

Dabei vermeide ich es sonst tunlichst, in dieser Zeit einen Fuß in die Stadt zu setzen – ich lehne den Konsumterror VOR den Feiertagen ab und bin auch sonst nicht die große Shopping-Begeisterte.

Der einzige Grund, warum ich heute, einen Tag nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag in der Stadt unterwegs war, ist eine süße Weihnachtsdekoration, die ich mir vor Weihnachten gegönnt hatte.

Ich dekoriere vornehmlich in weiss, silber und pastell und habe kurz vor Weihnachten – durch Zufall – in einem Leipziger Kaufhaus einen wunderschönen, ca. 30 Zentimeter hohen, Tannenbaum aus Glas, pudrig-weiß dekoriert, erspäht und mir diesen spontan gekauft. Er passte so gut zu meiner Weihnachtswinterlandschaft, die ich alljährlich im Advent auf dem Fensterbrett im Wohnzimmer aufbaue.

Vom Preis her war er nicht teuer und nicht billig, um die 15,00 € kam das gute Stück.

Allein – es stand nicht wirklich lange. Bereits am ersten Feiertag wedelte mein Mann die neue Deko aus Versehen von der Fensterbank, als er seinen Sessel in eine andere Position rückte. Dies wiederum war nötig, weil wir wegen unseres diesjährigen voluminösen Weihnachtsbaumes diverse Sitzmöbel etwas verrücken mussten und diese Konstellation etwas ungewohnt war. Deshalb war meinem Mann die „Gefahr“ wahrscheinlich auch gar nicht bewusst, so dass er relativ unachtsam vor sich hin agierte.

Es kam, wie es kommen musste: das Ding krachte runter und zerfiel in tausend Scherben.

Ich war natürlich im ersten Moment wütend und sauer auf meinen Mann und legte eine kleine Szene hin. Irgendwann beruhigte ich mich und ich machte ihm den Vorschlag, dass wir nach den Feiertagen in die Stadt gehen und das Ding nachkaufen.

Gesagt, getan – heute lenkten wir unsere Schritte gen Kaufhaus und tatsächlich: der weiße, gläserne Tannenbaum war tatsächlich noch da. Und nicht nur das: er war auch um die Hälfte gesenkt, so wie fast alle Weihnachtsartikel, auf denen ein fettes „Sale“ prangte, mit dem Hinweis, dass es an der Kasse auf diese Artikel satte 50 Prozent gab.

Da erst fiel mir auf, was für ein Trubel um mich herum war – die Leute stürzten sich förmlich auf die Aktionstische und die gesenkten Artikel. Auf manchen Flächen sah es bereits aus wie auf dem Schlachtfeld – alles abgegrast,  bis auf ein paar wenige Artikel, die verloren auf den vor dem Fest so prachtvoll dekorierten Quadratmetern herumlagen.

Weichere Produkte hatte man direkt in Grabbeltische getan, auch natürlich versehen mit dem markanten „Sale“-Schild. Hier bildeten sich regelrechte Menschentrauben.

An den Kassen (und es gab mehrere davon) das gleiche Bild: Menschen über Menschen, fast alle mit gesenkten Weihnachtsartikeln bepackt.

Ich wollte ja nun nur meinen Tannenbaumersatz kaufen, muss aber zugeben, dass mich – als eine Frau, die wirklich wenig shoppt – die verlockenden Preise auf den schönen Weihnachtsaccessoires ebenfalls zum Stöbern animierten. Mein Mann hatte sich ob der vielen Leute bereits nach draußen verzogen und rauchte eine Zigarette.

Schlussendlich entschied ich mich noch für zwei schöne Porzellan-Engel zum Spottpreis.

Und sinnierte so in der Kassenschlange vor mich hin. Denn: immerhin hatte ich vor dem Fest für mein Deko-Accessoire das Doppelte ausgegeben – ist also, wer vor dem Fest shoppt, der oder die Dumme? Nun – gekauft wird wohl alljährlich immer vor dem Fest und das nicht zu knapp. Wer aber langfristig plant, kann nach dem Fest wunderbare Festtagsdekoration zum halben Preis ergattern – dann kommt sie eben nächstes Jahr zum Einsatz. Wie auch immer: ich habe das zerschepperte Bäumchen ersetzt und bin wieder mal um eine Erfahrung reicher. Nämlich um die, dass Schnäppchen-Jäger wohl nur darauf zu lauern scheinen, gleich nach dem Fest in die Kaufhäuser zu ziehen und Rabatte abzusahnen.

Natürlich war mir immer schon klar, dass nach Weihnachten vieles gesenkt ist, aber dass die Leute in solchen Scharen unterwegs und an den Grabbeltischen zugange sind? Hätte ich nicht gedacht. Wahrscheinlich, weil es mir ohne das zerschepperte Teil niemals in den Sinn gekommen wäre, nach dem Fest die Geschäfte in der Innenstadt aufzusuchen.

Und ganz ehrlich: das werde ich auch in den kommenden Jahren so handhaben. Den so gar nicht besinnlichen Trubel nach den Festtagen, in der stillen Zeit „zwischen den Jahren“ braucht kein Mensch! Zumindest ich nicht.

Bildnachweis: pexels.com

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