Schlosspark Pretzsch: Kurfürstliches Idyll zwischen Elbe und Wald – ideal zur Entspannung!

Von  |  0 Kommentare
Park

Der malerische Schlosspark in Pretzsch

Schloss Pretzsch und sein Schlosspark: Ein Ort mit einer faszinierender Geschichte und eine Oase der Idylle obendrein. Wer das beschauliche Elbestädtchen besucht, fühlt sich von dem historischen Ambiente, das in der gesamten Stadt zu spüren ist, magisch angezogen. Touristen und Ortsfremde werden wohl stets gleich den Weg zum Schloss nehmen – einem Renaissance-Ensemble, mit dessem Bau 1571 begonnen wurde.

Schloss Pretzsch: Renaissance-Ensemble mit Charme

Das Gebäude empfängt seine Gäste mit einem imposanten Tor – rund um das Schloss fügen sich historische Bauten harmonisch ein, auf alt restaurierte Straßenlampen lassen einen in eine Zeit vor vielen Jahrhunderten eintauchen. Im Schloss selbst befindet sich ein Kinder- und Jugendheim, so dass Führungen nur in kleinen Gruppen und auf Anfrage möglich sind.

Öffentlich zugänglich ist es von daher leider nicht. Das Areal um das Anwesen herum ist zugänglich und wartet sogar mit einer Schwimmhalle und einem Spielplatz auf. Allerdings nicht in Corona-Zeiten. Aktuell weisen verschiedene Schilder und Bauzäune darauf hin, dass man das Gelände bitte nicht betreten möge.

Schlosspark ist ein Traumbild der Erhabenheit

Der große Schlosspark jedoch ist zugänglich und ein wahrhaftes Traumbild der Erhabenheit! Hier wird die Erinnerung an eine einst prominente Bewohnerin des Schlosses lebendig: Christiane Eberhardine, Kurfürstin von Sachsen und Frau des berühmten sächsischen August des Starken. Dieser schenkte ihr das imposante Anwesen 1697 zur Geburt des Sohnes, Kronprinz Friedrich-August. Nachdem die Fürstin ihre dynastische Pflicht, einen Thronfolger zu gebären erfüllt hatte, zog sie sich gänzlich auf Schloss Pretzsch zurück und war nur selten im barocken Dresden anwesend.

Hier, zwischen Elbe und Wald verstarb die selbstbewusste Kurfürstin 1727 und wurde in der Stadtkirche Pretzsch beigesetzt. Dass sie sich gern der Gartengestaltung hingegeben hat, ist überliefert.

Springbrunnen

Springbrunnen im Schlosspark Pretzsch

Allerdings veränderte der Schlosspark im Laufe der Jahrhunderte mehrere Male sein Gesicht. Ein einstiges Wasserbassin, auf dem man königliche Kahnfahrten unternehmen konnte, gibt es zum Beispiel nicht mehr. Dafür wartet dieser fast magische Ort heute mit einer märchenhaften Idylle auf, die einen umfängt, sobald man links vom Schlosstor ab in den Park hineingeht. Gepflegte Wege und stilvolle Bepflanzungen lassen das barocke Flair vergangener Tage wieder aufleben. Der Schlosspark hat einen schönen Baumbestand und grenzt an die Elbaue, hinter der sich in der Ferne die Elbe entlang schlängelt.

Brücken und Springbrunnen zwischen herrlicher Blütenpracht

Im Park gibt es zwei hübsche Brücken und einen schönen Springbrunnen, den man von mehreren Bänken aus betrachten kann. Die Blütenpracht ringsherum tut ihr Übriges, um hier – vor allem in diesen Zeiten – zur Ruhe zu kommen und einfach nur die Natur genießen zu können.

Krimi- oder Grusel-Fans kommen übrigens auch auf ihre Kosten, denn mitten im Park stehen auf einmal drei Sühnekreuze (siehe Bild). Solche Kreuze wurden vor vielen Jahrhunderten von Verbrechern als eine Art Sühne an den Ort des Verbrechens gestellt. Das ging Überlieferungen zufolge mit Zuwendungen an die Opferfamilie einher. Allerdings ist es nicht so, dass sich im Schlosspark gleich drei Straftaten ereignet haben – die Sühnekreuze wurden von anderen Standorten in den Park gebracht.

Fachwerk

Das Heimatmuseum in Pretzsch – ein hübsches Fachwerkhaus

Parkauswärts linkerhand wird der Blick auf ein außergewöhnliches Fachwerkhaus gelenkt, das sich passend in die Schlossgarten-Kulisse einfügt. Die malerische Kulisse lässt einen sich derart um Jahrhunderte zurückversetzt fühlen, dass man meint, jeden Moment auf die Bewohner des damaligen Pretzsch zu stoßen.

Vom Springbrunnen weg bummelt man Richtung Parkhotel, das architektonische Anklänge an Gebäude im Wörlitzer Park hat. Hier öffnet sich auch die Vorderseite des Fachwerkhauses dem Besucherblick und gibt seine Funktion preis: Es ist das Heimatmuseum. Danach schließt sich die Stadtmühle an, von der aus ein kleiner Bach entlang einer märchenhaften Gasse – der Badegasse – fließt.

Die Grundstücke, die an den Bach grenzen, sind alle mit einer hübschen kleinen Brücke versehen, über die die Bewohner in die Badegasse gelangen können. Auf der gegenüberliegenden Seite stehen kleine, teilweise historisch anmutende, Häuser.

Pretzsch ähnelt ein wenig Oranienbaum

Aus der Badegasse kommend, hält man sich am besten linker Hand und durchstreift so das kleine Örtchen, das vom Stadtbild her dem nicht weit entfernt gelegenen Oranienbaum ähnelt. So spazierend gelangt man an den markanten Marktplatz, auf dem sich eine mächtige Eiche ihren Platz gen Himmel erschaffen hat. Sie wurde gegen Ende der 1800er Jahre gepflanzt und steht heute vor dem Geburtshaus von Johann Gottlob Friedrich Wieck, dem Vater von Clara Wieck, die spätere Frau von Robert Schumann.

Gasse

Die Badegasse

Von hier aus gelangt man kurzen Fußes wieder zum Schlossareal.

Ein lohnenswerter Ausflug in ein historisches Ambiente voller Geschichte und Geschichten. Pretzsch ist – je nachdem, woher man kommt – eine (Nachmittags)Reise oder einen Tagesausflug mehr als wert!

Wer kann und Platz im, auf oder hinter dem Auto hat, nimmt noch die Fahrräder mit und gibt sich einer Landpartie durch die einladenden Elbauen auf dem Drahtesel hin.

Außerdem sehens- und mitmach-wert: Die Fähre Pretzsch.

Man erreicht sie circa einen Kilometer nach dem Schloss. Derzeit ist sie allerdings geschlossen.

Das nebenstehende Fährhaus Pretzsch scheint in Nicht-Coronazeiten im Restaurantbetrieb zu sein, allerdings lassen sich im Web weder Öffnungszeiten noch Näheres zum Gaststättenbetrieb recherchieren.

Friedenseiche

Die Friedenseiche auf dem Marktplatz in Pretzsch

Lediglich ein alter Bezahlschranken-Artikel aus 2002 besagt, dass es hier irgendwann mal kulinarisch zugegangen sein muss.

Aber wie dem auch sei: Wer in diesen corona-geplagten Zeiten ein Örtchen sucht, an dem man durchatmen und den gegenwärtigen Irrsinn vergessen kann – der ist in diesem wunderschönen Elbestädtchen goldrichtig.

Fahren Sie mal hin!

Bildnachweis: privat

"

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

de_DEGerman
de_DEGerman