Selbst ist die Frau: Sind Frauen die besseren Heimwerker?

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Geld verwalten, Schmerz ertragen, mit Stress umgehen. Es gibt so einiges, das wir erwiesenermaßen besser können als Männer. In mehr als bloß einer ehemaligen Männerdomäne haben wir uns bewiesen. Trotzdem sind einige Bereiche noch immer mit Männern assoziiert. Zum Beispiel Heimwerken.

Eine ausschließliche Männerdomäne ist Heimwerken nicht mehr. Früher waren die Rollen klar verteilt. Der Mann war für Ausflüge in den Baumarkt und Umbauarbeiten verantwortlich. Entwicklungsgeschichtlich war es schließlich seine Aufgabe, die Familie zu beschützen. Unter anderem durch den Bau entsprechender Unterkünfte.

Mit Frauen verband man eher Gestaltungsaufgaben wie ästhetische Raumgestaltung und Dekoration. Auch im Hinblick auf die neuesten Wohntrends vertraute man Frauen eher, nicht aber im Umgang mit Hammer und Nagel. Jetzt weicht diese Rollenverteilung langsam auf, wie eine Innofact-Trendumfrage im Auftrag von ImmobilienScout24 ergab.

Wenn Reparatur- und Umbauarbeiten Frauensache werden

Von der fachmännischen Wandvorbereitung vor dem Tapezieren bis hin zu Trockenbauarbeiten übernehmen wir heutzutage zahlreiche Heimwerker-Jobs, die früher Männern vorbehalten waren. Auch zu Hammer und Bohrer greifen wir immer häufiger. Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK bestätigt, dass Frauen zunehmend Selbstvertrauen im Umgang mit Bohrmaschinen, Schleifgeräten und Co entwickeln. Sogar 80 Prozent aller Studienteilnehmerinnen gaben an, Reparaturen im eigenen Haushalt selbst zu erledigen. Eine Erklärung für unser steigendes Interesse am Heimwerken ist Entwicklung neuer Familienstrukturen. Viele Frauen leben heutzutage alleine und sind dementsprechend daran gewöhnt, sich selbst um anfallende Reparatur- und Umbaumaßnahmen kümmern zu müssen.

ImmobilienScout24 fasst zusammen, dass lediglich die Hälfte aller Menschen Männer noch immer für die besseren Heimwerker halten. Unter den weiblichen Studienteilnehmern gehen zwei Drittel davon aus, dass es hinsichtlich der handwerklichen Begabung keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern gibt.

Weiblicher Weitblick beim Heimwerken

Wie wir Frauen Heimwerker-Arbeiten angehen, unterscheidet sich von der typisch männlichen Herangehensweise. Experten beschreiben den weiblichen Umgang mit den Aufgaben als ruhig und überlegt. Gebrauchsanweisungen und Anleitungen lesen Frauen beispielsweise eher als Männer. Anschließend machen sie sich oft zielgerichteter und entspannter an die Arbeit. Einen Vorteil haben Frauen auch, was die Kreativität betrifft. Sie sollen intuitive Information wegen ihrer Hirnarchitektur besser mit analytischen Inhalten verbinden können. Aus wissenschaftlicher Sicht nutzen sie zur Bewertung von Aufgaben beide Gehirnhälften, sind aufmerksamer und weitblickender.

Die Hirnforschung kommt zu dem Schluss, dass Männer beim Problemlösen vor allem die Zellkörper des Gehirns einsetzen. Frauen nutzen dagegen die filigranen Zellausläufer, durch die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Kurzum blicken sie zur Lösung von Aufgaben über den Tellerrand hinaus, während sich Männer eher in Aufgaben verbeißen. Das Heimwerken gehen wir also offener und weitblickender an als die Männerwelt.

Raum ist Männersache: So wie wir als Frauen physiologisch bedingte Vorzüge haben, ist auch die Männerwelt aus rein körperlicher Sicht in einigen Dingen bevorteilt. Das beginnt bei einem höheren Muskelanteil und setzt sich bis zur Raumwahrnehmung fort. Das Hormon Testosteron begünstigt die Drehung von Bildern im Gehirn. Beim Heimwerken ist das ein Vorteil.

Gemeinsames Werken: Wieso Männer und Frauen ein Dreamteam sind

Einige Männer reagieren fast schon eingeschnappt, wenn Frau mal wieder eine frühere Männerdomäne vereinnahmt. Auf das Heimwerken trifft das besonders zu. Schließlich wünscht sich ein Großteil aller Männer eher, ein besserer Heimwerker als besserer Liebhaber zu sein. Können wir unseren Männern denn gar nichts überlassen? Überlassen vielleicht nicht, aber zum Teilen sind die meisten von uns durchaus bereit. Geschlechterklischees passen nicht in unsere Zeit. Deshalb ist es bloß angemessen, dass Frauen auch den Heimwerksbereich für sich entdecken. Trotzdem sollten wir nicht leugnen, dass wir genau wie die Männer naturgegebene Stärken und Schwächen haben.

Diese physiologischen Stärken und Schwächen sollten wir eher begrüßen, als sie unerwähnt zu lassen. Was das Heimwerken angeht genauso wie in allen anderen Lebensbereichen. Dass Frauen bei DIY-Projekten beispielsweise weitblickender und kreativer denken, macht sie nicht unbedingt zu besseren Heimwerkern. Eher ergänzt der weibliche Weg die typisch männliche Herangehensweise ans DIY perfekt. Ohnehin machen gemeinsame Um- und Eigenbauprojekte gleich doppelt Spaß.

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