Todkranken Kindern läuft Zeit davon: Kliniken schließen Kinderstationen – Geldmangel!

Von  |  1 Kommentar
Krankes Kind in Klinik

Unter der Schließung von Kinderstationen an Kliniken leiden nicht nur kranke Kinder, sondern auch deren Familien.

Wer es je als zynisch und menschenverachtend gesehen hat, dass Kliniken hierzulande funktionieren müssen, wie eine Firma, der wird sich aufgrund neuester Meldungen aus dem Bereich Medizin bestätigt sehen.

Am 1. Oktober 2019 meldet das Portal br.de – eine Seite für Meldungen vorwiegend aus Bayern – folgendes:

„In Bayern müssen Kliniken wegen Geldmangels Teile ihrer Kinderstationen schließen. Denn für das deutsche Gesundheitssystem sind schwerkranke  Kinder zu teuer. Berlin will reagieren, doch manchem todkranken Kind läuft die Zeit davon.“

„Zu teuer, zu teuer“. Immer dieses elende Mantra! Auch hier wieder. Wieder mal. Schon lange kommen aus dem Gesundheitsbereich Meldungen, die jedem braven Steuerzahler die Haare zu Berge stehen lassen. „Unprofitabel“, „rentiert sich nicht mehr“, „Zu hohe Kosten“. Derlei Schlagworte hört man in letzter Zeit vorwiegend in Sachen Geburtenstationen und Hebammenmangel. Aber auch aus der Pflege kommen solche oder ähnliche Klagen.

Viele Menschen fühlen sich in Kliniken wie eine Nummer

Viele Deutsche dürften zudem bereits ihre eigenen Erfahrungen mit dem deutschen Gesundheitssystem gemacht haben. Nicht umsonst heißt es von vielen Patienten, dass sie sich nur noch wie eine Nummer in einem Krankenhaus oder Klinikum fühlen. Diese Einschätzung dürfte jetzt ihren Höhepunkt erreicht haben, denn diesmal geht es um die Kleinsten der Gesellschaft, für die man vorgibt, kein Geld (mehr) zu haben.

So bringt br.de einen Fall, der einen kleinen schwerkranken Jungen betrifft. Über ihn liest man auf dem Portal folgendes:

„Julian ist schwer krank. Der Siebenjährige kann weder laufen noch sitzen, nicht den Kopf heben, die Arme kaum bewegen. Er leidet an Spinaler Muskelathrophie, einer seltenen Muskelerkrankung. Ursache ist ein Gen-Defekt. Die meisten betroffenen Kinder sterben in den ersten beiden Lebensjahren. Dass Julian noch lebt, hat er den Kinderärzten im Haunerschen Kinderspital in München zu verdanken. Alle drei Monate spritzen die Ärzte dem Jungen dort ein Medikament direkt ins Rückenmark, um seine Muskeln aufzubauen und seine Abwehrkräfte zu stärken. Doch Julians Mutter Gelina F. merkt, dass es zunehmend an allen Ecken und Enden fehlt: an Personal, an Material, an Komfort. Und an Zeit.“

Personal, Material, Komfort und Zeit – das kann das deutsche Gesundheitssystem also seinen kleinen Patienten oft nicht bieten. Geld gehört freilich auch noch in diese Aufzählung mit rein, denn in diesem unserem System ist Zeit ja bekanntlich Geld. Und wo es um Geld geht, ist die Gier nach Profit und Gewinnen nicht weit. Leider machen da medizinische Einrichtungen keine Ausnahme. Nicht zuletzt, weil der politische Wille, dem Gesundheitssystem eine andere – menschlichere – Richtung zu geben, offenbar fehlt.

Kinderkliniken und fehlende Gewinne: Hier liegt der Hase im Pfeffer!

So führt br.de weiterhin aus:

„(…)Kinderkliniken in Bayern wie auch in ganz Deutschland haben ein Problem im Gesundheitssystem: Sie werfen keine Gewinne ab. Im Gegenteil: Sie sind ein Verlustgeschäft. Denn kranke Kinder kosten Zeit, Personal und Aufwand. Und das ist zu teuer für das vor 17 Jahren eingeführte Fallpauschalensystem. „Es belohnt technisierte Bereiche, standardisierte Abläufe. Das funktioniert aber bei Kindern nicht“, erklärt Christoph Klein, Leiter des Haunerschen Kinderspitals. „Wenn wir zum Beispiel einem dreijährigen Kind Blut abnehmen, ist das nicht so einfach. Es streckt meist nicht freiwillig seinen Arm her, sondern es windet sich, wehrt sich und weint. Wir müssen mit dem Kind reden, sein Vertrauen gewinnen, ihm erklären, was wir machen. Und das kostet einfach Zeit“, so der Kinderarzt. Aber diese Zeit ist im deutschen Gesundheitssystem nicht vorgesehen und wird nicht bezahlt. „Deshalb sind alle Kinderkliniken chronisch unterfinanziert“, sagt Klein.“

„Zeit, die im deutschen Gesundheitssystem nicht vorgesehen ist“. Was für ein Satz! Menschenverachtend und unwürdig ist das Ganze, man bekommt beim Lesen solcher Nachrichten arg Lust, unseren aktuellen Gesundheitsminister kräftig durchzuschütteln und ihn daran zu erinnern, wem er eigentlich dient: Dem deutschen Volke! Ganz gleich, ob krankes Kind oder alter Greis – sie alle sollten doch wohl im reichen Deutschland eine erstklassige medizinische oder pflegerische Behandlung erfahren! Stattdessen aber erinnert so manche Meldung aus dem Gesundheitswesen an ein Dritte-Welt-Land.

Hauptproblem sind Fallpauschalen des deutschen Gesundheitssystems

Durchdacht jedenfalls ist das alles nicht und menschenwürdig oftmals auch nicht. Das geht glasklar aus dem besagten Artikel hervor. Zitat:

„Auch Michael Melter, Leiter der Kinderklinik in Regensburg, sieht das Hauptproblem in den Fallpauschalen des deutschen Gesundheitssystems, wonach Kliniken für Kinder meist das Gleiche bekommen wie für erwachsene Patienten. Einige Behandlungen wie die von Frühchen seien ausgenommen. Melter sagt, es würden bei den Fallpauschalen Äpfel mit Birnen verglichen und erklärt die Unterschiede in der Behandlung von Kindern und Erwachsenen: „Babys und Kleinkinder müssen wir 24 Stunden, sieben Tage die Woche betreuen, wickeln, füttern, begleiten. Wir müssen für alle Kinder und Jugendlichen in jedem Alter und mit jedem Gewicht das volle Vorsorgespektrum vorhalten.“ Michael Melter, Leiter der Kinderklinik Regensburg

So müssten etwa Beatmungsgeräte in verschiedenen Größen parat liegen. Ein weiteres Problem: Die Kliniken werden nur bezahlt, wenn Patienten da sind.“

Geld und Bezahlen: Darum dreht sich in unseren Breitengraden alles. Und bekanntlich ist man an allen Ecken und Enden knauserig, wenn es um die gemeine Bevölkerung geht. Ganz gleich, ob es die Schule ist, in deren Treppenhaus der Putz von den Wänden fällt oder es um finanziell schlecht gestellte Ein- oder Zwei-Eltern-Familien geht, deren Kinder eben kein kostenfreies Essen in Schule oder Kindergarten oder eine kostenlose Beförderung bekommen. Auch dass so mancher Angehörige die explodierenden (Zuzahlungs)Kosten für einen Pflegeplatz im Heim kaum berappen oder so mancher Rentner sich von der schmalen Rente nicht über den Monat bringen kann, bringt die verantwortlichen Politiker nicht zum Umdenken. Im Gegenteil: Die lassen sich – feist und diätengepampert – sogar noch zum Foto-Termin zur TAFEL bringen, um dort in die Kameras zu grinsen.

Situation für manche Kinderklinik dramatisch

Auf br.de ist außerdem noch folgendes zu lesen:

„Schon einige Kliniken im Freistaat mussten Stellen streichen und Abteilungen schließen. So wird das Klinikum rechts der Isar in München „wegen ungünstiger Kosten-Erlös-Struktur“ ihre Kinder- und Jugendpsychosomatik schließen.

Das Haunersche Kinderspital hat diese Abteilung bereits schließen müssen. Auch die Versorgung weiter verbreiteter Erkrankungen steht laut Klein auf der Kippe: Diabetes, Magen-Darm, Endokrinologie.(…) Auch andere Kinderkliniken im Freistaat leiden unter der zunehmenden Ökonomisierung. Die Uniklinik Würzburg hat zwar noch keine Abteilung geschlossen, dafür aber vorübergehend Stationen, um Kosten zu sparen, „wenn dort nicht so viel los ist“, berichtet Helge Hebestreit, stellvertretender Leiter der Kinderklinik Würzburg. Auch er nennt die Situation der Kinderkliniken dramatisch.(…)Zu wenig Geld für kranke Kinder – diesen Missstand im deutschen Gesundheitssystem bestätigt jetzt auch eine wissenschaftliche Studie des interdisziplinären Forschungszentrums Ceres der Uni Köln. Die Leiterin der Studie Annic Weyersberg fordert das Entgeltsystem zu ändern und falsche Anreize abzuschaffen. Beispielsweise sind spezielle Abteilungen wie Neonatologie oder Onkologie für Kliniken finanziell reizvoll, weil sie ertragsreich sind. Erlösschwache Bereiche wie Gastroenterologie stehen mit ihnen aber im Wettbewerb. Die Folge: Kinderärzte verwalten nur noch den Mangel. Dabei ist die Zahl der Kinder gestiegen, die in Kliniken sowohl in Bayern als auch in ganz Deutschland behandelt.“

Dass die Leiterin der im Zitat erwähnten Studie ein Umdenken fordert, ist schön und sinnvoll.

Wollen politisch Verantwortliche überhaupt was bewegen?

Die Frage ist doch nur, ob sich die politisch Verantwortlichen zu einem Umdenken bewegen lassen? Sie wollen reagieren – gut und schön. Nur: Wie oft und wie lange fordern denn schon die verschiedensten Menschen – vom Aktivisten über den einfachen Bürger bis hin zu politikritischen Personen – ein Umdenken in vielen politischen und gesellschaftlichen Belangen? Lange schon. Viel zu lange. Man denke nur an die Asylpolitik, für die seltsamerweise der Rubel nur so rollt. Ebenfalls auf dem Portal br.de findet sich nämlich auch folgende Meldung:

„Abschiebungen von straffällig gewordenen Afrikanern in deren Heimatländer werden schwieriger und teurer. Nach Recherchen des ARD-Magazins report München musste nun für die Rückführung von zwei Kenianern ein Jet für 137.000 Euro gechartert werden.“

Tja, ein Jet für Fremde, die womöglich noch illegal im Lande waren und Kinderstationen-Schließungen für jene, die „schon länger hier leben“. Der Irrsinn dreht jeden Tag ein Stück weiter frei. Verschwörungstheorien scheinen längst von der Wirklichkeit überholt und der deutsche Bürger ist offenbar nur noch dazu da, auf  ganzer Linie finanziell ausgesaugt zu werden. Man denke nur an die kürzlich beschlossenen Erhöhungen für die Kosten für Fahrzeugunterhaltung, Heizöl und so weiter, die Millionen Bürger hart treffen dürften.

Jugend protestiert lieber in Sachen Klima

Aber zum Glück (für die Regierenden) fällt das bislang vielen Deutschen noch nicht auf. Während Arbeitsplätze in Masse verloren gehen, Stationen auf Kliniken schließen,  Schulen verfallen und Mädchen und Frauen reihenweise von „Flüchtlingen“ begrapscht, vergewaltigt und manche auch ermordet werden, richtet sich der einzige wahrnehmbare Protest im Lande – ausgeführt von Kindern und Jugendlichen – an Klimafragen aus. Wohlwollend beklatscht von verantwortlichen Politikern.

Schwein gehabt!

Bildnachweis (Symbolbild): stock.adobe.com / Александра Вишнева

"

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

Frauenpanorama unterstützen? Über eine Spende freut sich Frauenpanorama.de

1 Kommentar

  1. Andreas Kümpel

    2. Oktober 2019 at 9:38

    Geld für schwer kranke Kinder, 5 Milliarden für deutsche Rentner, Geld für Schlaganfall-Patienten, für Schulen, gegen Kinder u. Altersarmut ist nicht vorhanden. 1 Milliarde mehr nach Afrika, 630 Millionen im Jahr als Entwicklungshilfe nach China, Milliarden gegen das Gesetz zur Rettung anderer EU Länder, 536 Millionen im Jahr an Kindergeld für Kinder die nicht in Deutschland wohnen, Milliarden an Krankenversorgung für nicht in Deutschland lebenden Ausländern, 23 Milliarden im Jahr für illegale Einwanderer sind ohne Probleme sofort verfügbar.
    https://www.sueddeutsche.de/politik/afrika-gipfel-geschaefte-auf-gegenseitigkeit-1.4191262
    https://www.focus.de/politik/ausland/630-millionen-euro-allein-im-jahr-2017-fast-10-milliarden-euro-seit-1979-darum-zahlt-deutschland-entwicklungshilfe-an-china_id_10817274.html
    https://www.focus.de/finanzen/steuern/afd-anfrage-stiftet-verwirrung-zahlen-wir-536-millionen-euro-fuer-kinder-ins-ausland-warum-diese-zahl-falsch-ist_id_10905743.html
    https://www.youtube.com/watch?v=rD-Ea-wfMKw
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/23-milliarden-euro-fluechtlingskosten-steigen-auf-rekordwert-16196951.html

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.