Wie das Frauchen, so der Hund: Die Vierbeiner und ihre Eigenschaften

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Ein Hund und seine Besitzerin sehen sich in vielen Fällen überraschend ähnlich.

Neben Bildbänden, in denen ausgewählte Paare fotografisch festgehalten wurden, haben sich inzwischen auch verschiedene wissenschaftliche Studien mit diesem Phänomen beschäftigt. Erklärungsansätze fanden sie dabei in der Möglichkeit, dass sich viele Menschen einen Hund mit einem ähnlichen Wesen suchen würden. Vor allem bei reinrassigen Tieren und ihrem jeweiligen Frauchen ist eine gewisse Ähnlichkeit am häufigsten gegeben.

Wir zeigen, welche Charaktereigenschaften heute gefragt sind und weshalb bestimmte Rassen besonders im Trend liegen.

Neben bestimmten angesagten Trendrassen setzen viele bei der Anschaffung eines Hundes auf die jeweiligen Charaktereigenschaften, die sich je nach Rasse stark unterscheiden können. Zwar bringt auch jeder Hund sein ganz eigenes Wesen mit, doch grundlegende Eigenschaften sind jeweils genetisch festgelegt. So kann sich jeder das individuell passendste Tier für ein gemeinsames Zusammenleben aussuchen.

Treue Vierbeiner

Im Laufe der Erziehungszeit und der Herausbildung der Treue zu ihrem Frauchen passen sich die Hunde zu einem nicht unerheblichen Teil an die Bezugsperson an. Aber auch viele neue Hundebesitzerinnen ändern zuweilen einiges in ihrem Leben. Oftmals wird aus einem exzessiven Partymenschen eine Freundin für ruhige und ausgedehnte Spaziergänge in der Natur.

Bei der Studie der University of California in San Diego wurden Hunde und ihre Besitzer getrennt voneinander fotografiert. Unabhängige Juroren sollten dann versuchen, die richtigen Paare zuzuordnen, was ihnen vor allem dann gelang, wenn es sich bei den Hunden um reinrassige Exemplare handelte. „Es scheint, dass Menschen ein Geschöpf wollen, das so ist wie sie“, sagen die zwei Psychologen Michael M. Roy und Nicholas Christenfeld, welche die Studie betreuten.

Verhaltensbiologe und Professor Kurt Kotrschal von der Universität Wien erklärt, dass Hunde zum „Alter Ego“ des Menschen würden. „Es findet eine gegenseitige Stimmungsübertragung statt, vor allem vom Menschen auf den Hund“, so Kotrschal. Ein Hund passt sich zu 80 Prozent an seine Bezugsperson an. Nicht umsonst ist er für seine bedingungslose Treue bekannt und beliebt.

Trendrassen als Spiegel der Individualität

Zu jeder Zeit sind ähnlich wie in der Mode bestimmte Hunderassen besonders angesagt und beliebt. Oftmals handelt es sich dabei um Züchtungen, die besondere körperliche Merkmale der Tiere hervorheben – oftmals zu Lasten der Gesundheit der Vierbeiner. Warum gerade ein spezielles Aussehen so bevorzugt wird, ist unklar und richtet sich oft auch nach propagierten Trends. Umso bedenklicher ist, dass dabei das Tierwohl bei überzüchteten Rassen hintenangestellt wird.

Vor allem das Aussehen spielt bei der Auswahl eines Hundes für viele eine große Rolle. Bei Rassetieren ist das spezifische Aussehen stark ausgeprägt und verleitet zu Rückschlüssen auf die Charaktereigenschaften des Tieres. Der Psychologe Dr. Gerd Reimann erklärt die Ähnlichkeit vieler Hunde mit ihrer Bezugsperson folgendermaßen:

„Dass man ein Tier oder auch einen Menschen auswählt, der vergleichbare Merkmale hat, die ich selbst habe. Zum Beispiel in der Mimik, in der Gestik, im Gesichtsausdruck. Das hat etwas damit zu tun, dass Ähnlichkeiten mit mir natürlich sympathisch machen und ich erkenne in dem ausgewählten Tier immer auch ein Stück mich selbst wieder.“

Welche Eigenschaften sind heute gewünscht?

Waren vor einiger Zeit vor allem sehr kleine und schlanke Hunde wie der Chihuahua sehr beliebt, zeigt sich heute ein Trend zu Vierbeinern, die auch ausgewachsen noch ihr babyhaftes Aussehen behalten. Große Augen, großer Kopf und eine Stupsnase, kombiniert mit einem gedrungenen Körperbau wie etwa bei der französischen Bulldogge oder dem Mops sind inzwischen angesagt.

Vor allem Frauen suchen heute keinen Begleiter oder Beschützer, sondern ein Tierchen, dass sie umsorgen und liebhaben können. Der aktive und aufgeweckte Chihuahua ist vielen dabei zu anstrengend. Da kommt das ruhige und ausgeglichene Wesen der „Bullys“ gerade recht. Zudem gelten sie als einfach zu erziehen. Wer sich einen solchen Hund anschaffen möchte, sollte Wert auf eine seriöse Zucht legen.

Aufgrund der großen Nachfrage gibt es viele schwarze Schafe, die ein schnelles Geschäft machen wollen. Hierbei sind die großen gesundheitlichen Probleme der Rasse, wie beispielweise dem erschwerten Atmen durch eine Fehlbildung der Nase erst entstanden.

Exoten aus fernen Ländern

Oftmals wird heute nach einem starken Charakter hauptsächlich beim Aussehen gesucht. Ansonsten zeigt sich bei den angesagten Rassen, dass einfach zu handhabende Tiere ohne ausgeprägten Bewegungsdrang bevorzugt werden. Nicht nur im asiatischen Raum ist beispielsweise der chinesische Shar Pei ein absoluter Trend-Hund. Typisch für diesen Hund sind die vielen Felllappen und Hautfalten, die ursprünglich vor allem am Kopf und Nacken vorhanden waren.

Diese Neigung zu den übermäßigen Hautfalten wird heute beim Züchten immer mehr in den Vordergrund gerückt. Dass das Tier dabei verstärkt zu Hautproblemen und -entzündungen neigt ist zweitrangig.

Eine vernünftigere Wahl wäre hier beispielsweise der robuste Shiba Inu. Er zählt zu den kleinsten zugelassenen japanischen Rassen und zeichnet sich sowohl durch ein sehr eigenständiges Aussehen, als auch eine problemlose Haltung aus. Der Hund war lange Zeit sehr selten geworden. Züchter haben die Rasse Mitte des letzten Jahrhunderts neu aufleben lassen. Was ebenfalls für ihn spricht, ist die ausgesprochene Reinlichkeit. Zudem neigt sein Fell auch bei Nässe nicht zum Müffeln.

Gesundheit und Charakter vor Aussehen

Statt seinem Bedürfnis, seiner Individualität durch einen exotischen vierbeinigen Begleiter mit kuriosem Aussehen Ausdruck zu verleihen, sollte bei der Anschaffung viel mehr auf den tatsächlichen Charakter des Hundes geachtet werden. Von den ausgeprägten körperlichen Merkmalen der Rassehunde lässt sich nicht immer automatisch auf die inneren Werte und das Wesen des Tieres schließen.

Wem die Gesundheit seines zukünftigen Hundes am Herzen liegt, sollte sich deshalb nicht so stark von den Trends verführen lassen. Vielmehr hilft eine intensive Auseinandersetzung mit den charakteristischen Wesenszügen verschiedener Rassen dazu, den passenden Freund für die Zukunft zu finden.

Hunderte verschiedene Gattungen sind vom internationalen Dachverband der Hunderassen (Fédération Cynologique International – FCI), heute anerkannt. Unendliche Möglichkeiten bestehen also, sich eine ganz individuelle auszusuchen, die vor allem von ihrem Wesen als langjähriger Begleiter in Frage kommt. Statt den Hund auf ein Modeaccessoire zu reduzieren, sollte im Vordergrund stehen, wie der Vierbeiner das Leben anderweitig als Weggefährte bereichern kann.

Designer-Dogs – Kreuzungen zweier Rassen

Ein Trend, der bei der heutigen Entwicklung vielleicht für Besserung bei der Gesundheit der Zuchthunde sorgen könnte sind die sogenannten Hybrid- oder Designer-Rassen. Hinter diesem Begriff verstecken sich Hunde, die aus zwei reinrassigen Elterntieren gezüchtet wurden.

Sie haben Namen wie Labradoodle (Labrador Retriever und Großpudel), Puggle (Beagle und Mops) oder Maltipoo (Malteser und verschiedene Bichon-Rassen). Das Gute daran: Durch die Vermischung mit ganz neuem Erbgut treten viel seltener Erbkrankheiten auf und gesundheitliche Probleme, die oft durch eine Überzüchtung entstehen, werden auf ein Minimum reduziert. Insgesamt zeigen sich solche Kreuzungen weitaus robuster und widerstandsfähiger als ihre reinrassigen Kollegen.

Zudem weisen sie oftmals die besten Eigenschaften der beiden beteiligten Elterntiere auf. Grundsätzlich gelten die Neuzüchtungen jedoch nicht als eigenständige Rasse. Sind Mischlinge früher oft „unbeabsichtigt“ entstanden, werden heute gezielt Vertreter zweier verschiedener Rassen für eine Nachzucht von Welpen ausgesucht.

Wenn sich Frau heute also einen vierbeinigen Begleiter zulegen möchte, sollte sie sich vor allem gut informieren. Der passende Hund spiegelt bestimmte Charaktermerkmale sicherlich auch in seinem Aussehen wider. Bei der Auswahl können umfassende Informationen dabei weiterhelfen, welche Rasse, welche Wesenszüge besitzt und welche Anforderungen sie an die Alltagsgestaltung stellen. Die anpassungsfähigen Tiere werden sich nach kurzer Zeit ohnehin auf ihr Frauchen einstellen.

Die Ähnlichkeit kommt dann von ganz alleine.

Bildnachweise:

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