Autofahren – rücksichtsloses Überholen nicht unterschätzen!

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Despair young female driver after traffic accident

Nahezu täglich erreichen uns Nachrichten von Verkehrstoten, bei denen die Ursache das Überholen war. Erst dieser Tage fuhr ein Autofahrer, der zu riskant überholte, ein 4-jähriges Mädchen auf dem Bordstein tot, seine Mutter ist schwer verletzt. Beide – Mutter und Kind – waren lediglich zur falschen Zeit am falschen Ort und haben nichts weiter getan, als sich ganz normal auf dem Bürgersteig aufzuhalten, als ein Autofahrer sein Überholmanöver nicht in den Griff bekam und in diese beiden Menschen raste.

Mir laufen bei solchen Nachrichten immer Schauer über den Rücken und ich muss nicht selten Tränen des Entsetzens runter schlucken. Zu viele Leben werden hierzulande in wenigen Millisekunden zerstört und zu oft ist das Überholen die Ursache.

Ganz ehrlich: mir war Überholen schon als Kind ein Dorn im Auge, obgleich mein Vater, der bei uns meist am Steuer saß, ein sehr guter und besonnener Autofahrer war. Dennoch schloss ich meist die Augen, wenn unser Wartburg an einem LKW vorbei zog.

Und auch später, als ich selbst im Besitz des Führerscheins war, vermied ich es, wo ich konnte, zu überholen, ich mochte und mag es einfach nicht. Bis heute zuckele ich lieber hinter einem LKW hinterher, ehe ich mich auf ein riskantes Überholen einlasse. Vor allem auf kurvigen oder mir unbekannten Strecken.

Doch längst nicht alle Autofahrer handhaben das so. Rücksichtsloses Überholen lässt sich immer wieder beobachten, sowohl auf der Gegenspur, als auch auf der eigenen Fahrbahn.

Erst kürzlich, als ich auch noch zwei Kinder von Verwandten im Auto hatte (und dann noch mal einen Tick vorsichtiger fahre!) musste ich mit ansehen, wie uns ein von hinten kommender Aufofahrer überholte, während von vorn, auf der Gegenfahrbahn, schon ein anderes Auto verdächtig nahe heran brauste. Der Überholer schaffte es dann auch nur knapp, eng vor uns wieder einzuscheren, es hätte nicht viel gefehlt und er hätte einen schweren Unfall gebaut.

Dass vor allem Unbeteiligte oftmals Todesopfer von rücksichtslosen Rasern oder/und Überholern werden, lässt sich kontinuierlich in den Zeitungen nachlesen. Tatsächlich ist es ganz oft so, dass der Verursacher meist nur ein paar Beulen – am Auto als auch an seinem Körper – davonträgt und die unschuldig Beteiligten mit ihrem Leben oder mit ihrer Gesundheit bezahlen.

Das macht wütend, zumal – wie ich schon schrieb – der tägliche Überhol-Wahnsinn im Alltag immer wieder zu beobachten ist. Viel zu oft bekomme ich mit, wie Fahrzeug der Gegenspur erst sehr knapp wieder einscheren, obwohl man als Fahrer der anderen Spur fast schon herangebraust ist. Wahrscheinlich ist tagtäglich ein großes Heer an Schutzengeln im Einsatz, so dass es bei diesen „Fast“-Unfällen bleibt. Malt man sich jedoch aus, was so ein gefährliches Überholmanöver hätte anrichten können, mag man kaum weiter denken, zu sehr stockt einem dann der Atem.

Zumindest geht das mir so. Und weil ich sehr häufig auf Landstraßen unterwegs bin und diesen Überhol-Wahnsinn zur Genüge kenne, habe ich ein paar Tipps zusammengestellt, die meines Erachtens wichtig sind und nach denen ich mich auf allen Autofahrten richte. Sie lauten folgendermaßen:

  • Fahren Sie auf unübersichtlichen Landstraßen immer so, dass Sie, im Falle, es kommt ihnen auf der eigenen Fahrspur ein Überholer entgegen, noch die Möglichkeit haben zu reagieren, am besten auszuweichen.
  • Sehen Sie auf weit einsehbaren Landstraßen LKW`s auf der Gegenspur, rechnen Sie unbedingt damit, dass dahinter schon ungeduldige Fahrer lauern könnten, die sich –auch wenn Sie als Gegenverkehr vielleicht schon sichtbar sind – auch kurzfristig noch zum Überholen entschließen
  • Da viele Autofahrer nicht einmal mehr davor zurück schrecken, vor uneinsehbaren Kurven zu überholen und man hier – als arglos auf der Gegenfahrbahn daherkommender Fahrer – sehr schnell schlechte Karten haben könnte, fahre ich solche Kurven immer ganz besonders vorsichtig an und versuche so zu fahren, dass ich im Notfall noch schnell an den Rand fahren bzw. ausweichen kann.
  • auf Autobahnen: erst blinken, dann zum Überholmanöver ansetzen (nicht umgekehrt) und den berühmten „Schulterblick“ – den Check des sogenannten „toten Winkels“ – immer, immer und nochmals immer tätigen!
  • Als Fußgänger: obwohl solche Unfälle, wie eingangs geschildert, eher die Ausnahme sind, tut man auch als Fußgänger stets gut daran, seine Umgebung intensiv wahrzunehmen, gerade innerhalb reger genutzter Fahrbahnen oder/und unübersichtlichen Kreuzungsbereichen.

Diese Tipps sind es, nach denen ich mich IMMER richte und ich würde Sie Ihnen auch gern ans Herz legen!

Wenn Sie nicht vielleicht nicht schon selbst auch diese Fahrweise pflegen, denn wahrscheinlich bekommen auch Millionen anderer Autofahrer tagtäglich Fahrmanöver rücksichtsloser Fahrzeuglenker mit, bei denen andere Verkehrsteilnehmer in gefährliche Situationen gebracht werden.

Mein Motto ist deshalb von jeher: „kein Termin, keine Erledigung  auf der Welt ist so wichtig, dass ich nicht umsichtig und bedächtig von A nach B fahren kann“.

Was freilich nicht bedeuten soll, mit 30 km/h auf Landstraßen entlang zu kriechen – auch das stellt ja bekanntlich eine Gefahr dar!

Und provoziert vermeidbare Überholmanöver wahrscheinlich erst recht…!

Bildnachweis: Fotolia, https://de.fotolia.com/id/88075285 

Datei: #88075285 | Urheber: Photographee.eu

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1 Kommentar

  1. Chris

    22. November 2018 at 10:11

    Rücksichtslose Fahrer sind also all jene, die Verkehrsteilnehmer – und damit meine ich jetzt nicht Traktoren oder LKW – die ebenso rücksichtslos auf der Landstraße ihre 70-80 km/h durchziehen, überholen.
    Sollte man nicht auch bedenken, dass langsamfahren und nicht überholen (bei übersichtlichen Stellen) genauso gefährlich ist, und viele „Rücksichtslose Verkehrsrambos“ erst dazu zwingt oftmals mehr oder weniger gefährlich zu überholen ?
    Bitte Sturheit a la „ich handhabe das so, und alle die das nicht machen sind ********“ ausschalten und auch versuchen sich in andere hineinzuversetzen. Danke.

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