„Autofreie Friedrichstraße“ in Berlin floppt & ärgert Händler! Wer Escada kauft, kommt nicht mit dem Rad

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Berlin

Radfahrer und Rollerfahrer dürften eher nicht die Klientel sein, die für Umsatz in der Friedrichstraße sorgen

Dass DAS floppen wird, konnte sich jeder mit gesundem Menschenverstand im Vorfeld schon denken: Das Projekt der zeitweisen Sperrung der Friedrichstraße für Autofahrer in – klar! – Berlin.

Auf der bekannten Meile ist seit August 2020 der Abschnitt zwischen Leipziger Straße und Französischer Straße autofrei. Das Projekt entsprang den Hirnen linksgrüner Realitätsverweigerer, die sich damit auf dem Weg in die autofreie Stadt wähnen und ist schon jetzt ein Rohrkrepierer. Denn in der beliebten Einkaufs- und Flaniermeile bleiben die Käufer weg. Die zahlungskräftigen Käufer. Dass vielleicht der eine oder andere Fahrradfahrer mit Outdoorjacke und sperrigem Helm mal einen Coffee to go oder eine Zeitung kauft, kann schon sein, aber um diese Klientel gehts nicht.

Autofreie Friedrichstraße Berlin: Käufer von Luxus-Labels kommen kaum mit dem Rad

Wer die Friedrichstraße und die Gegend darum kennt, weiß: Nahezu alles, was dort verkauft wird, ist teuer. Zumal auch das Luxuskaufhaus Galeries Lafayette in der Französischen Straße seinen Sitz hat, eingebettet in moderne Bauten, in denen edle Boutiquen (unter anderem ESCADA) mit Luxusware locken und man durch teure Einkaufspassagen bummeln kann.

Die Kunden dieser Händler dürften kaum mit dem Fahrrad kommen, sondern in der Luxuslimousine, im Porsche oder im teuren SUV. Durch die aktuelle Sperrung der Straße allerdings bleiben viele von ihnen fern, was den Betreibern der Shops auf dieser Meile zum Nachteil gereicht. Da hilft auch das „bunte Rahmenprogramm“ der Veranstalter nicht.

Umsatzeinbrüche sind nun die Folge. Absurd: Obwohl sich nun zeigt, dass man mit einer reinen „Fahrradautobahn“ in großen Städten nicht weit kommt, halten die Verantwortlichen in Berlin an dem Irrsinn fest. Das verwundert nicht, denn immerhin will man in Berlin schon sehr bald im Innenstadtbereich autofrei sein. Zumindest wenn es nach den verblendeten Ideologen im Berliner Senat geht, die fast schon einen Autohass an den Tag legen (aber Dealern im Görlitzer Park den „roten Teppich“ ausrollen).

BZ-Berlin Redakteurin scheint Projekt als „gescheitert“ anzusehen

Die Redakteurin Katja Colmenares kommentiert das gescheiterte Projekt auf bz-berlin.de am 14. Oktober unter der Überschrift: „Das Friedrichstraßen-Experiment scheint gescheitert“ wie folgt:

„(…)Wer will schon eine Geisterstraße mitten in der Stadt. Ich nicht. Doch die Friedrichstraße ist auf dem besten Weg, eine zu werden. Zugegeben: auch ich fand den täglichen Auto-Wahnsinn dort schrecklich. Doch seitdem sie autofrei ist, geht es mit den Geschäften dort bergab. Die Gewerbetreibenden klagen über Umsatzeinbrüche. Der Einzelhandelsverband bestätigt die Misere. Auch, weil Corona die Reisefreude der Berlin-Touristen killt und viel Kauflust blockiert.

Wer im Homeoffice hockt, geht sowieso weniger shoppen. Und zu allem Überfluss ist die U-Bahnlinie U6 noch bis 25. Oktober zwischen Naturkundemuseum und Französische Straße gekappt. Der Drang, mit dem Bus in die Friedrichstraße zu pendeln, hält sich bei den Berlinern sicher auch in Grenzen. (…) Doch die Senatsverwaltung für Verkehr erklärt meiner Kollegin, Birgit Bürkner, dass trotzdem an dem Projekt festgehalten wird. Und zwar bis zum bitteren Ende. Aber wie sollen das die Läden bis zum 31. Januar 2021 durchhalten?(…)“

Geliefert wie bestellt…!

Gute Frage! Die eine weitere konsequent nach sich zieht: Wen bitte schön haben denn all die Händler, sofern sie selbst in der Hauptstadt leben, gewählt? Eben!

Bildnachweis: picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer

Recherche-Nachweis: bz-berlin.de vom 14. Oktober 2020

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