Die modische Revolution von Jil Sander

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Jil Sander – eine der bekanntesten deutschen Modedesignerinnen

Jil Sander ist eine der wenigen auch international renommierten Modemacherinnen Deutschlands. Ihr Name stand und steht noch heute für schlichte elegante Kleidung und Accessoires, die zeitlos und unaufdringlich sind und trotzdem besonders.

Geboren wurde Jil Sander im als Heidemarie Jiline Sander im Kriegsjahr 1943 in Hedwigenkoog/Dithmarschen. Nach einigen Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Hamburg. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie an der Hochschule für Textilwesen in Krefeld und ging im Anschluss daran als Austausch-Studentin nach Los Angelos. Später arbeitete sie für eine amerikanische Frauenzeitschrift und nach ihrer Rückkehr nach Deutschland für mehrere deutsche Zeitschriften. 

1967 eröffnete die Designerin ihre erste Modeboutique in Hamburg/Pöseldorf unter dem Namen „Jil Sander“. Sie verkaufte Mode u.a. von Thierry Mugler, aber bald auch schon eigene Kreationen. Zehn Jahre später gelang ihr der internationale Durchbruch mit dem so genannten „Zwiebel-Look“ mehreren Schichten übereinander getragener Teile. 1979 begann die Zusammenarbeit mit der Kosmetikfirme Lancaster, die Sander bewarb die Produkte mit ihrem Namen und Bild. Nach 1980 präsentierte sie ihre Kollektionen auch im Ausland, zum Beispiel auf den berühmten Mailänder Modenschauen. Zur gleichen Zeit wurde sie auch Hochschullehrerin in der Modeklasse für angewandte Kunst an der Wiener Universität, eine Stelle die vor ihr der berühmte Karl Lagerfeld innehatte. 

In den 1990er Jahren stieg der Ruhm der Designerin weiter. Sie hatte Geschäfte in vielen Großstädten der Welt, darunter auch Paris, New York und im asiatischen Raum, in Tokyo, Taipeh und Hongkong und ging sogar an die Börse. Nachdem Jil Sander Damen schon längst zu einer der beliebtesten Luxusmarken in Deutschland und auch international sehr bekannt geworden war, startete sie 1992 ihre erste Herrenkollektion. 1999 verkaufte Jil Sander einen Großteil ihrer Aktien an die italienische Modefirma Prada und zog sich nach und nach mehr aus dem einst von ihr gegründeten Unternehmen zurück.

Die Kollektionen, die von Jil Sander für Frauen bereitgestellt wurden, waren (und sind) etwas vor allem für die moderne, erfolgreiche und selbstbewusste Business-Frau, die es nicht nötig hat, sich „herausputzen“ zu lassen. Wenn man sich die Mode von Jil Sander ansieht, dann fallen den meisten Menschen als erstes die Worte „elegant“, „edel“, „schlicht“ und „stilvoll“ ein. Sie machte Schluss mit verspielten Rüschen, weitschwingenden Röcken und Kleidern, knallbunten Mustern und übertriebenen Material-Mix. Sie setzte auf puristische Schnitte mit natürlichem Fall, auf eine besondere Dynamik, auf Bequemlichkeit und guten Sitz. Nichts sollte übertrieben wirken, nichts zu viel sein. Daraus entstand schließlich der Spitzname „Queen of Less“ – „Königin des Weglassens“. Dafür waren aber die verwendeten Materialien edel, es kamen oft Seide und Kaschmir zum Einsatz. 

Bildnachweis: (c) dpa

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