Digitales Süßholzgeraspel – mit falschen Bildern!

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So gut wie jede Frau, die Facebook nutzt, hat damit schon Erfahrung:

eine Freundschaftsanfrage wird gestellt und wenn man auf die Anfrage klickt und sich die Person genauer anschauen will, schaut einen ein superattraktiver Mann an. Fast schon zu attraktiv, um wirklich wahr zu sein…!

Viele weibliche Zeitgenossinnen sind freilich gewarnt, dass Bilder und Interesse reine Fakes sind, aber leider gelingt es den Betrügern, die hinter diesen „Freundschaftsanfragen“ stehen, noch immer zuhauf, von gutgläubigen Frauen Geld oder materielle Dinge zu ergaunern.

Ähnlich verhält sich das beim Online-Dating. Auch hier sind nicht selten Betrüger am Start, die mit einem tollen Foto auf sich aufmerksam machen.

In den meisten Fällen kommunizieren diese Männer in Englisch und oft haben sie angeblich ganz ausgefallene Berufe, vorzugsweise beim Militär in fernen Landen oder auch auf Ölplattformen.

Auf jeden Fall weit weg genug, um kein reales Treffen zustande kommen zu lassen.

Diese Betrüger – getarnt als Männer auf der Suche nach der großen Liebe – kommen relativ schnell zur Sache. Neben ihrem unnormalen Süßholz-Geraspel („Honey, Honey, Honey“) wollen sie nämlich in Wirklichkeit nur eines: Geld.

Dieses benötigen sie angeblich, weil abenteuerliche Umstände sie in eine Lage gebracht haben, in der sie keinen Zugriff auf ihre Finanzen haben.

„Wer`s glaubt, wird selig“ träfe es hier am besten, aber dieser vorlaute Ausspruch ist fehl am Platze, solange es immer noch Frauen gibt, die diese Masche nicht kennen und an eine Zukunft mit solch einem Mann glauben. Denn von einer solchen gemeinsamen Zukunft redet diese Spezi oft und gerne, nur dass sie eben erst stattfinden kann, wenn die Frau einen Batzen Geld oder andere – materiell attraktive – Dinge zur Verfügung gestellt hat. Das wird so natürlich nicht gesagt, aber mit vielen blumigen Stories plausibel kommuniziert.

Damit die Frau auch recht schnell was locker macht, wird – wie erwähnt – eine abenteuerliche Story konzipiert, die SO natürlich  nicht stimmt.

Denn diese Art Mann ist mitnichten in einer aussichtslosen Lage, sondern mit Sicherheit ein Romance-Scammer.

So nennt man Leute – vorwiegend sind es Männer – die im Ausland an Laptops sitzen und im großen Stil, gemeinsam mit vielen anderen Männern, Frauen via Internet abzocken.

Und was würde sich dafür besser eignen, als die emotionale Schiene? Eben!

Diese Männer finden – wenn sie über soziale Netzwerke gehen – rasch heraus, ob eine Frau Single ist und beginnen dann ihr perfides Spiel. In einer Singlebörse wird es ihnen freilich noch leichter gemacht, denn Frauen, die sich dort anmelden, sind in der Regel Single. Und beißen bei dieser Art Mann auch leider schnell an – oft ist das bereits ins Feld geführte tolle Foto ein Grund. Dieses ist selbstredend so gut wie immer irgendwo geklaut und bildet freilich nicht den Mann ab, der da kommuniziert.

Nachdem es also ein erstes digitales Geplänkel gegeben hat und der Herr mit Komplimenten und Liebesschwüren ohne Ende aufwartet (was eigentlich schon stutzig machen sollte…) kommt dann die besagte Katastrophen-Story.

Meist ist von einem Unfall die Rede – im Ausland geschehen und kein Geld dabei – oder man(n) konzipiert die rührende Geschichte einer dringend benötigten OP für das eigene Kind, zu der mal eben noch ein bestimmter Geldbetrag fehlt.

Diese Geschichten sind oft so gut gemacht, dass nicht wenige Frauen weich werden und helfen wollen – und das benötigte Geld tatsächlich überweisen.

Dass dieses dann in den allermeisten Fällen für immer verloren ist und mit ihm der angeblich verliebte Mann, ahnen viele Damen, die an die Liebesschwüre des Mannes – den sie bis dato nur digital kennen –  nicht und sind schwer geschockt, wenn die Kommunikation nach dem erfolgtem Money-Transfer abbricht.

Es gibt zu diesen Fällen unzählige Warnungen der deutschen Polizei, es gibt das Lügner- und Fremdgeher-Aufdeckportal wen-datet-er-noch.de und auf Facebook unter anderem die Seite „Heiratsschwindler erkennen“.

Dort wird überall auf das Phänomen des „Romance Scammings“ – so werden diese Abzocker seit langem schon im offiziellen Sprachgebrauch genannt – aufmerksam gemacht.

Auf wen-datet-er-noch.de hat man (FRAU) zudem die Chance, per Mausklick nachprüfen zu können, ob man eventuell an ein solches Exemplar geraten ist.

Wer also ein ungutes Bauchgefühl hat, sollte nachrecherchieren und den Begriff „Romance Scamming“ oder „Romance Scammer“ auch mal in die Suchmaschine eingeben.

Zudem gilt vor allem: Vorsicht bei allzu tollen Bildern! Tritt ein Mann mit Ihnen in Kontakt, den Sie nicht kennen und schickt er zudem ein Foto, das von einem männlichen Supermodel stammen könnte, dann sollte man Obacht geben.

Und: hinterfragen Sie sich, ob es wirklich möglich sein kann, sich in eine Person, mit der sich kurz- oder mittelfristig keine Möglichkeit für ein persönliches Treffen ergeben kann, ernsthaft zu verlieben?

Wägen Sie ab! Gründlich!

Bildnachweis (Symbolfoto): pexels.com

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